Sin und Sinnlichkeit

Interview mit Eva Green zu Sin City 2 - A Dame to Kill For

Von Bertoluccis Die Träumer über Casino Royale bis Ridley Scotts Königreich der Himmel: Die wunderbare Eva Green hat die Femme-Fatale-Rolle quasi abonniert - klar ist sie auch erste Besetzung für die Dame to Kill for.

SKIP: Das erste Mal haben wir Sie vor 11 Jahren in Venedig getroffen, als Sie dort mit Bernardo Bertoluccis Die Träumer gleich mit ihrer ersten Kinorolle Ihren internationalen Durchbruch feierten. Seitdem ist in Ihrer Karriere so viel passiert, blicken Sie gern zurück?

Eva Green: So lange ist das schon wieder her? Oh mein Gott. Es fühlt sich gar nicht so lange an, das ist jetzt ein bisschen erschreckend … (lacht). Ich hatte wirklich so großes Glück damals, ich hatte nie gehofft, es als Filmschauspielerin zu schaffen, wirklich einmal von diesem Job leben zu können. Ich hatte vor Die Träumer ja nur Theater gemacht, und wollte eigentlich schon aufgeben, weil ich in dieser Welt keine Zukunft für mich gesehen habe. Und dann kam mein Schutzengel namens Bernardo Bertolucci, und nur dank ihm bin ich jetzt hier! Allerdings muss ich schon sagen: Es ist nicht alles easy, dieses Business ist wirklich tough, und ich habe schon auch sehr hart gearbeitet, um das zu schaffen.

SKIP: In Sin City 2 sind Sie Ava Lord, die Dame, für die man töten würde ...

Eva Green: Sie ist die ultimative Femme Fatale, die perfekte Verführerin. Sie spielt mit der Fantasie der Männer, sie ist Prinzessin, Göttin, Jungfrau in Nöten ... richtig böse und extrem verderbt. Es hat sehr großen Spaß gemacht, sie zu spielen (kichert).

SKIP: Die Femme Fatale ist ja auch eine ganz große weibliche Fantasie - wie schwer ist es eigentlich, aus dieser Rolle nach Drehschluss wieder rauszufinden?

Eva Green: Ach, gar nicht. Es ist ja doch nur, wie Sie sagen, eine Fantasie! Ein Mädchentraum. Und ich bin privat so ganz, ganz anders als sie. Außerdem bin ich nicht eine von den Schauspielerinnen, die in einer Rolle versinken und nicht ansprechbar sind - ich hab Spaß mit meinen Kollegen und nehme das alles nicht ganz sooo ernst.

SKIP: Wie war es, mit Frank Miller zu arbeiten?

Eva Green: Er ist so ein großartiger Künstler, und er ist so zuhause in seiner Welt, das macht es dir als Schauspielerin viel leichter, in die Rolle zu finden. Und er ist so leidenschaftlich bei der Arbeit, genau wie Robert Rodriguez. Das ist sehr ansteckend. Aber ich war extrem nervös am ersten Drehtag (lacht).

SKIP: Sie waren schon Bond-Girl in Casino Royale und History-Heldin für Ridley Scott in Königreich der Himmel - wie können Sie da immer noch nervös sein?

Eva Green: Es ist immer wie beim ersten Mal! Ich habe jedes Mal wieder das Gefühl, dass mir das Ganze über den Kopf wächst, dass ich aus irgendeinem Gund nicht gut genug bin. Diesmal war es der US-amerikanische Akzent, ich hatte echt Angst, dass ich den nicht hinbekommen würde. Anscheinend hat es aber doch funktioniert, zumindest hat sich niemand beschwert.

Interview: Gini Brenner / Juli 2014

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