Shining Sinner

Interview mit Frank Miller zu Sin City 2 - A Dame to Kill For

Er kanns nicht lassen, und das ist gut so: Comic-Legende Frank Miller wagte nach dem großen Erfolg von Sin City und 300 (und dem zu Recht vergessenen The Spirit) noch einen Ausflug ins Kino - und ist mit Sin City 2: A Dame to Kill For glücklicher denn je.

SKIP: Es hat volle neun Jahre bis zum 2. Teil von Sin City gedauert - wieso haben Sie uns so lange warten lassen?

Frank Miller: Ach, aus dem alten Grund: Geld! Es hat so lange gedauert, die Kohle aufzustellen. Robert Rodriguez und ich waren die ganze Zeit bereit. Wir haben auch schon einen dritten Teil geplant! Und ich weiß schon ganz genau, welche Geschichten da vorkommen werden. Ich hab auch schon einige ganz neue extra dafür gemacht, die noch niemand kennt!

SKIP: In Sin City 2: A Dame to Kill For haben Sie sich unter vielen Bewerberinnen für Eva Green als Protagonistin entschieden - was war der entscheidende Faktor?

Frank Miller: Ach, Eva (lacht) ... sehen Sie sie an! Schauen Sie ihr in die Augen! Ich glaube, wir haben eine sehr gute Entscheidung getroffen.

SKIP: Zeichnen Sie Ihre Stories immer noch selber?

Frank Miller: Ja, natürlich! Ich hab auch bei Sin City 2 noch ganz viel dazugezeichnet.

SKIP: Womit zeichnen Sie am liebsten?

Frank Miller: Zuerst alles mit Bleistift, und dann die Reinzeichnung mit Tusche. Meistens arbeite ich da mit Pinsel, und die Feinheiten dann mit der Feder - richtiges, altmodisches Comiczeichnen!

SKIP: Apropos altmodisch: Sie haben miterlebt, wie Comics vom belächelten Buben-Medium zur anerkannten Kunstform wurden. Sind Sie stolz darauf, bei dieser Entwicklung einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben?

Frank Miller: Ja, schon - es freut mich, dass ich da dabeisein durfte! Aber es ist der Verdienst vieler Künstler. Und die Buben habens als erste kapiert - schön, dass der Rest der Welt auch endlich verstanden hat, was wir da machen!

SKIP: Eins Ihrer ausgesprochenen Lieblingsmotive war immer das Heldentum - hat sich die Bedeutung dieses Begriffs für Sie persönlich in den vier Jahrzehnten Ihrer Karriere eigentlich verändert?

Frank Miller: Durchaus. Mein Begriff des Helden schlechthin ändert sich jedes Jahr. Meine realen Helden sind aber immer die, die für ihre Prinzipien kämpfen, die Familien beschützen, die Spitäler bauen … jeder, der sich mit aller Kraft für das Gute einsetzt, ist ein Held.

SKIP: Ihre Stories sind immer sehr dunkel und düster - aber in der letzten Zeit scheint es, als ob die Realität Ihre Dystopien einholen könnte. Sehen Sie das auch so?

Frank Miller: Tja, ich war da wohl ein bisschen meiner Zeit voraus - und das ist in der Tat traurig. Obwohl ich glaube, dass Gewalt immer ein Teil der menschlichen Natur war, seit dem Beginn der Menschheit. Aber sie scheint gerade jetzt einen Höhepunkt zu erleben. Aber trotz allem möchte ich mir nicht anmaßen, mich irgendwie als Prophet hinzustellen. Was ich schreibe und zeichne, ist Fantasie. Und bei der menschlichen Fantasie sind Sex und Gewalt immer ein wichtiger Faktor.

Interview: Gini Brenner / September 2014

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