Völlig verschachtelt

Interview mit Isaac Hempstead Wright zu Die Boxtrolls

Als Bran Stark in Game of Thrones wurde er weltbekannt, im Animations-Märchen Die Boxtrolls schenkt der 15-jährige Brite der menschlichen Hauptfigur Eggs die schon recht markante Stimme. SKIP hat ihn in Venedig getroffen.

SKIP: Eggs in Die Boxtrolls ist deine erste Synchronisations-Rolle. Wie war das für dich?

Isaac Hempstead Wright: Es ist viel intimer als physisches Schauspiel, weil man nicht im Kostüm auf einem Set steht, sondern maximal mit einem Dialogpartner in einem kleinen Tonstudio sitzt, und die gesamte Crew besteht aus vier Personen. Einerseits ist das ja recht gemütlich, aber andererseits brauchts da auch viel mehr Konzentration, um sich in die Rolle reinzuversetzen.

SKIP: Du hast deinen Text ja bereits aufgenommen, bevor der eigentliche Film gedreht wurde, oder?

Isaac Hempstead Wright: Ja, genau. Und die Animatoren haben dann genau nach dem, was ich gesagt habe, die Gesichtsausdrücke von Eggs entworfen. Anschließend wurden all diese Gesichter mit dem 3D-Drucker ausgedruckt und je nach Szene hintereinander mit kleinen Magneten auf die Figuren aufgesteckt und abgefilmt. Total faszinierend.

SKIP: Du bist erst 15 und wirkst schon wie ein Vollprofi. Wie bist du eigentlich zur Schauspielerei gekommen?

Isaac Hempstead Wright: Durch Zufall! Ich habe nie davon geträumt, Schauspieler zu werden und hatte auch überhaupt keine Ambitionen in diese Richtung. Am Wochenende habe ich immer Fußball gespielt, aber im Winter war mir das echt zu kalt, und ich hab dann nach irgendetwas gesucht, um mir die Zeit zu vertreiben. Und ein Bekannter eines Freundes leitete eine Theatergruppe - da habe ich mir gedacht: "Besser als nichts" und habe halt mitgemacht. Ich fands auch recht lustig, und als ich dann von einem offenen Casting für Game of Thrones gehört habe, bin ich hingegangen. Tja, und das wars dann - klassischer Fall von zur richtigen Zeit am richtigen Ort (lacht).

SKIP: Und was sagen deine Freunde dazu, dass du in einer weltbekannten Fernsehserie mitspielst?

Isaac Hempstead Wright: Nicht sehr viel (lacht). Als ich angefangen habe, waren sie alle viel zu jung, um zu wissen, was genau ich da mache - schließlich durfte sich keiner Game of Thrones jemals ansehen. Aber auch jetzt, wo viele die Serie kennen, hat sich da nicht viel geändert. Schule ist so eine eigene Welt, alles was draußen passiert, ist irgendwie nicht so wichtig - wenn ich vom Dreh komme, reden wir vielleicht zehn Minuten drüber, aber dann gehts schon wieder um Hausübungen oder so.

SKIP: Hast du viele Fans?

Isaac Hempstead Wright: Überraschend viele, ja! Und zum großen Teil sind die alle furchtbar nett. Besonders nett finde ich, dass ich relativ viel Fanpost bekomme. Und damit meine ich richtige, handgeschriebene Briefe. Und ich finde es wirklich süß, wenn sich Menschen echt die Zeit nehmen, Briefe zu schreiben!

Interview: Gini Brenner / September 2014

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