Liebeshunger

Interview mit Adam DriverAlba Rohrwacher zu Hungry Hearts

Er ballert sich derzeit durch Star Wars-Dreharbeiten, sie gilt in Italien als Stilikone: Adam Driver und Alba Rohrwacher bekamen in Venedig die Darstellerpreise als Elternpaar in Hungry Hearts, in dem Alba aus falsch verstandener Mutterliebe ihr Kind fast zu Tode hungert.

SKIP: Adam, für Sie ist dieser Film ein ungewöhnlich kleines Projekt. Warum wollten Sie unbedingt mitmachen?

Adam Driver: Oh, die Gründe waren klarerweise der Regisseur Saverio Costanzo, Alba Rohrwacher und das Drehbuch. Die Größenordnung eines Projekts ist kein Kriterium für mich. Ich fand die Geschichte einzigartig, und mit zwei so sensiblen Leuten an einem solchen Film zu arbeiten - warum sollte ich nicht versuchen, dafür Zeit zu finden? Es war nicht ganz einfach, zwischen zwei anderen Drehs, aber ich wollte unbedingt dabei sein.

Alba Rohrwacher: Adam ist toll. Saverio und ich kamen in New York an, stellten unsere Koffer ab, und sagten: "So, die Italiener sind jetzt da! Legen wir los?" (lacht) Adam hat sich kopfüber auf den Film eingelassen.

SKIP: Sie beide wirken vor der Kamera, als wären Sie tatsächlich ein Paar. Hatten Sie Gelegenheit, einander vorher kennenzulernen?

Alba Rohrwacher: Nicht wirklich. Wir haben uns nur ein Monat vor Beginn der Dreharbeiten kurz getroffen. Aber es gab da diesen magischen Moment, der etwas sehr Seltenes ist: Adam, Saverio und ich sind kompatibel, wir waren von Beginn an im Einklang. Das war wichtig, denn dieser Film war eine Art Suche, er veränderte sich ständig, während wir drehten. Und es ist eine gewalttätige, intensive, dramatische Geschichte. Aber ich denke sehr gern an die Dreharbeiten zurück.

SKIP: Das Baby im Film hat keinen Namen. Warum?

Alba Rohrwacher: Hungry Hearts ist ein Film über Rollenbilder: Mutter, Vater, Kind, Großmutter. Im ersten Drehbuchentwurf hatte noch niemand einen Namen. Die Namen kamen erst später, aber das Kind blieb namenlos, weil es die Kreatur symbolisiert, um die die Geschichte sich dreht.

Adam Driver: Saverio hatte zu Beginn sogar überlegt, das Baby gar nicht zu zeigen im Film, was den Konflikt noch unheimlicher gemacht hätte. Aber es gibt nichts, was verletzlicher und unschuldiger ist als das Gesicht eines Babys. Also war es doch notwendig, das Kind zu zeigen, um in aller Dramatik klarzumachen, was hier eigentlich auf dem Spiel steht.

Interview: Magdalena Miedl / September 2014

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