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Interview mit Heike Makatsch zu Alles ist Liebe

Nach Tatsächlich … Liebe nun Alles ist Liebe: Mit Weihnachtsfilmen kennt sich Heike Makatsch bestens aus. Doch sie selbst ist kein großer Weihnachtsfan. Warum sie die kalten Wintertage dennoch schätzt, hat sie uns beim SKIP-Interview in Berlin verraten.

SKIP: Sind Sie persönlich Weihnachtsliebhaberin oder eher das genaue Gegenteil?

Heike Makatsch: Ich finde nicht, dass es nur diese beiden Fraktionen gibt. Ich würde mich selbst als weihnachtsindifferent bezeichnen. Ich hasse es natürlich nicht, aber es ist auch nicht wahnsinnig wichtig für mich. Ich denke, dass die Zeit, in der es kälter und früher dunkel wird und in der man nicht dauernd raus kann oder will, eine ganz besondere Jahreszeit ist. Sie wirft einen auf sich selbst zurück. Insofern ist es eine Zeit der Reflektion, die eine Vorbereitung zu einem neuen Aufbruch bildet. Das Weihnachtsfest an sich mit dem bärtigen Mann ist mir persönlich allerdings nicht sonderlich wichtig. Während der Feiertage die Zeit mit der Familie zu verbringen, jedoch schon! Ich könnte den Winter aber auch ohne Weihnachten und vor allem den ganzen Konsum drumherum genießen.

SKIP: Was hat Sie denn an der privaten Trümmerlandschaft der betrogenen Clara in Alles ist Liebe besonders gereizt?

Heike Makatsch: Ich schätze, dass wir alle mit der Situation von Clara auf die eine oder andere Weise in unserem Leben konfrontiert werden. Ich mag diesen Handlungsstrang zwischen Hannes und Clara, weil man sich damit identifizieren und gleichzeitig davon lernen kann: Vielleicht schafft man es ja selbst einmal, zu vergeben, wenn man begreift, dass es Wert ist, wieder zueinanderzufinden. Diese Unfähigkeit von Clara, über ihre Verletzung hinwegzukommen, ist nachvollziehbar, wenn auch nicht wünschenswert. Womöglich braucht sie diesen Befreiungsschlag, sich kurzfristig in einen jungen Mann zu verlieben, so dass sich beide wieder auf Augenhöhe begegnen können. Clara weiß, dass es sich lohnen wird, sich für ihre große Liebe wieder zu öffnen. Hannes und Clara, das ist für sie der perfekte Song. Alles Nachfolgende ist nur eine schlechte Coverversion.

SKIP: Sind Sie jemand, der privat schnell verzeiht?

Heike Makatsch: Das ist natürlich sehr relativ. Ich brauche sicher eine gewisse Zeit, um mich von einer Verletzung oder einem unangenehmen Streit zu erholen. Ich weiß aber auch, irgendwann wirds sicher wieder gehen! Ich bin grundsätzlich nicht nachtragend, weil ich meistens die Gründe für den Konflikt nach einiger Zeit begreifen kann und mir selten menschliches Verhalten fremd ist. Aber eine Weile schmollen gestehe ich mir zu.

Interview: David Rams / September 2014

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