Geht doch!

Interview mit Manuel Rubey zu Gruber geht

Wer, wenn nicht er. Anfangs wollte Regisseurin Marie Kreutzer ihn gar nicht als Hauptdarsteller für Gruber geht - dass sie ihre Meinung geändert hat, ist ein echter Glücksfall für alle Beteiligten

SKIP: Marie Kreutzer hat gemeint, dass sie dich erst gar nicht als Gruber casten wollte, weil du fast zu offensichtlich die perfekte Besetzung für diese Rolle warst.

Manuel Rubey: Und ich war total angefressen, dass sie das so gesehen hat (lacht). Aber sie haben dann anscheinend doch keinen besseren gefunden. Es ist lustig, ich bin ja schon lange verbunden mit dieser Geschichte: Ich habe damals gemeinsam mit Christoph Grissemann im Rabenhof Doris Knechts Roman vorgestellt, als er herauskam, und erst viel später habe ich erfahren, dass Doris genau an dem Tag die Filmrechte verkauft hat.

SKIP: Doris Knecht hat uns erzählt, dass sie ein bisschen stolz darauf ist, dich durch diese Figur endlich mal ins Fitnessstudio gebracht zu haben.

Manuel Rubey: Ja, ich habe für den Film wirklich viel Sport gemacht, aber ich hab immer noch keine rechte Lust auf dieses Testosterongebombe bekommen. Das hat sich durch den Dreh eher noch nachhaltiger bestätigt.

SKIP: Magst du den Gruber?

Manuel Rubey: Ja, schon. Er hat sicher seine unsympathischen Züge, er ist keine unproblematische Figur, keine Frage. Aber ich mag ihn, weil er so unösterreichisch ist: Er ist zwar überhaupt nicht empathisch, aber auch sehr direkt und überhaupt nicht obrigkeitshörig. Er ist keiner, der nach unten tritt und nach oben buckelt. Er tritt in alle Richtungen. Er ist überhaupt kein Opportunist. Das ist sehr unösterreichisch - aber trotzdem ist der Gruber ein echter Wiener.

SKIP: Hast du keine Angst, als Schauspieler auf der Arrogantes-Arschloch-Schiene hängen zu bleiben?

Manuel Rubey: Es gibt Schlimmeres als gerade diese Schiene (lacht). Und die faden Schwiegersöhne hab ich schon durch. Außerdem macht mir diese Art Figuren auch viel Freude. Klar würde ich auch gern mal ein richtiges Lulu spielen, so ein Ben-Stiller-Lulu, aber dazu muss es gut geschrieben sein.

SKIP: Könntest du dir vorstellen, auch mal in einem echten österreichschen Autorenfilm mitzuspielen?

Manuel Rubey: Das ist schwer zu beantworten, weil man da mit jeder Aussage gerne überinterpretiert wird. Bei Haneke würde ich jedenfalls gerne mitspielen, vor seiner Arbeit habe ich wirklich großen Respekt, seine Filme sind perfekt gemacht.

Interview: Gini Brenner / April 2014

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