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Interview mit Louis Clichy zu Asterix - Im Land der Götter

An Asterix-Verfilmungen haben sich schon viele versucht - bis jetzt hat es kaum einer so gut hinbekommen wie der französische Filmemacher Louis Clichy mit Asterix im Land der Götter. Kein Wunder, der Mann hat auch bei den Besten gelernt.

SKIP: Sie haben zwei Jahre lang in den USA bei Pixar gearbeitet. Was haben Sie dort gelernt, was Sie für diesen Film brauchen konnten?

Louis Clichy: Pixar ist ein großes Studio, so etwas haben wir nicht in Frankreich, es war eine grandiose Erfahrung, zu sehen, wie die dort arbeiten. Dort ist praktisch alles offen, alle Beteiligten an einem Filmprojekt kommunizieren gleichwertig. Bei Pixar kann jeder einfach mit den Regisseuren über irgendwelche Ideen reden. Das war etwas, das ich mit nach Frankreich bringen wollte: Ich wollte keine Schranken zwischen den verschiedenen Abteilungen, keine Hierarchien.

SKIP: Hatten Sie von Beginn an den Plan, einen computeranimierten Film zu drehen?

Louis Clichy: Nein. Anfangs wollte ich einen ganz traditionellen 2D-Animationsfilm machen. Auch wenn das heute sehr altmodisch wirkt, mag ich das persönlich am liebsten. Ich wollte auch keine der neuen Animationscartoons von Asterix kopieren, und erst recht nicht die Spielfilme. Das ist etwas völlig anderes, ich bin nicht sicher, ob irgendjemand wirklich Obelix in Depardieu sieht - ich meine, das ist doch immer vor allem Depardieu! Und dazu der ständige Wechsel der Asterix-Darsteller, das war wirklich ein Problem. Ein Schauspieler kann nicht einfach einen Zeichentrickhelden ersetzen. Also ja, ich war Feuer und Flamme, mich nach den Spielfilmen wieder auf die Wurzeln von von Uderzos Original-Asterix zu besinnen - aber mittlerweile ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass wir das auch wunderbar in 3D umsetzen konnten, ich bin froh, dass ich mich überzeugen ließ.

SKIP: Hat Ihnen Uderzo bei der Arbeit ständig über die Schulter geschaut?

Louis Clichy: Im Laufe der Arbeit dann nicht mehr so - aber anfangs war er immer mit dabei, um dafür zu sorgen, dass er seine eigenen Figuren auf der Leinwand wiedererkennen würde. Ich glaube, wir haben gute Arbeit gemacht, und er war schon sehr früh sehr zufrieden mit dem, was er da gesehen hat, und dadurch hatten wir viel Freiheit. Was die Geschichte betrifft, hatten wir ein paar Ideen, von denen er nicht so leicht zu überzeugen war, aber als er dann gesehen hat, wie wir es umgesetzt haben, war er doch glücklich damit.

SKIP: Sie arbeiten hier mit einem Universum von Figuren, die viele Leute so gut kennen - wie schwer ist es da, eine Balance zwischen der Tradition und dem Bedürfnis nach Neuem zu halten?

Louis Clichy: Wenn man zu ehrfürchtig ist, kriegt man nichts mehr hin und macht womöglich einen faden Film. Also haben wir uns die Sachen rausgesucht, die uns am besten gefallen. Es gibt vor allem in den frühen Asterix-Bänden ja wirklich sehr beißenden Humor - den haben wir versucht, zu bewahren und zugleich auch sanft zu modernisieren.

Interview: Januar 2015

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