Beach Girl

Interview mit Elizabeth Banks zu Love & Mercy

Schön, blond, interessant. Für ihre Rolle in der Hunger Games-Serie gabs einen MTV Movie Award, in 30 Rock verdrehte sie Alec Baldwin den Kopf - und in Love & Mercy spielt sie die Frau von Beach Boy und Pop-Legende Brian Wilson.

SKIP: Wie vertraut waren Sie mit dem Menschen und dem Mythos Brian Wilson, bevor Sie diesen Film gemacht haben?

Elizabeth Banks: Fast gar nicht, ehrlich gesagt. Aber ich glaube, das geht den meisten Leuten so. Die meisten kennen seine Musik, singen die Lieder mit, aber sie denken nicht groß darüber nach. Der faszinierende Typ hinter diesem Sound hat mich tief beeindruckt.

SKIP: Erinnern Sie sich an den ersten Beach-Boys-Song, den Sie je gehört haben?

Elizabeth Banks: Nein, da war ich noch sehr jung. Es ist nicht so wie das erste Mal, als ich z. B. Madonna gehört habe. Meine erste Beach-Boys-Nummer war wahrscheinlich In My Room. Meine Mutter war ein großer Fan der Beatles, der Beach Boys und von Moody Blues, mit so etwas bin ich aufgewachsen. Ich verbinde damit die Zeit, als ich noch sehr klein war, herumgetollt bin und eine glückliche Kindheit hatte. Ich kannte alle Texte dieser Lieder. Die Songs der Beach Boys sind Teil der amerikanischen DNA. Wenn man aus Amerika ist, dann steht ein Song wie In My Room irgendwie für das eigene Selbstverständnis.

SKIP: Haben Sie Melinda Ledbetter, Wilsons zweite Frau, die Sie im Film spielen, getroffen? Wie war sie?

Elizabeth Banks: Ich finde sie umwerfend. Sie ist so lebendig, stark und intensiv. Sie hat mir einige großartige Geschichten aus dem Rock-Business erzählt. Und ich bin total fasziniert von der Beziehung, die sie mit Brian führt. Sie ist ihm absolut in Liebe ergeben, auch was seine Musik und sein Werk betrifft.

SKIP: Kamen die Tipps für Ihre ziemlich steilen Eighties-Outfits auch von ihr?

Elizabeth Banks: Wir haben uns definitiv von ihr inspirieren lassen, ja. Sie war ja damals unabhängig, kinderlos und hatte einen Fulltime-Job - das heißt, sie konnte all ihr Geld für Dinge ausgeben, die ihr gefielen. Also trug sie die unglaublichsten Kleider und ließ sich jeden Tag die Nägel machen. Ich dagegen hab seit Wochen den gleichen Nagellack, weil ich bin ja Mama und laufe den ganzen Tag meinem Zweijährigen hinterher (lacht).

SKIP: Melinda und Brian waren auch am Set oft präsent. Wie sind Sie da mit dem Druck umgegangen?

Elizabeth Banks: Ich habe den ehrlich gesagt nicht so gespürt. Wir hatten ja zuvor unseren Gedankenaustausch, sie wusste, wer ich bin und was ich vorhatte, und sie hat mir sozusagen einen Freibrief erteilt und nur gemeint: "Go for it!"

SKIP: Auch Pitch Perfect 2, bei dem Sie sogar Regie geführt und produziert haben und auch eine Nebenrolle spielen, läuft gerade in den Kinos …

Elizabeth Banks: Ja, stimmt, und das hat mir auch riesengroßen Spaß gemacht. Ich hab ja schon Teil 1 produziert und auch mitgespielt, und dieses großartige Projekt jetzt gleich ganz zu übernehmen, war echt cool. Und im Herbst kommt dann der letzte Teil der Panem-Serie ins Kino, das wird sicher auch ein Knaller – und davor startet noch Magic Mike XXL, da spiele ich auch mit. Tja, langweilig wird mir momentan wirklich nicht (lacht).

SKIP: Haben Ihre Erfahrungen als Regisseurin Ihnen geholfen, andere Regisseure besser zu verstehen?

Elizabeth Banks: Ich hoffe es, ja. Schauspieler sind ja meistens selbstbezogen und egozentrisch, sie brauchen eine Menge Aufmerksamkeit. Wie essenziell wichtig das für ihre Arbeit sein kann, habe ich erst als Regisseurin gelernt. Und umgekehrt weiß ich mittlerweile auch als Schauspielerin besser, um wie viel einfacher man dem Regisseur die Arbeit macht, wenn man nicht dauernd an ihm dranhängt.

Interview: Kurt Zechner / Februar 2015

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.