The harder they come

Interview mit Will FerrellKevin Hart zu Der Knastcoach

In Der Knastcoach spielen sie zwei Typen, die sich gegenseitig das Leben hart machen. Beim SKIP-Interview in Los Angeles hingegen waren Will Ferrell und Kevin Hart ein Herz und eine Seele - vor allem beim gemeinsamen Schmähführen.

SKIP: Sie verstehen sich offenbar so gut, dass Sie sich nichtmal bei den Interviews trennen wollen …

Will Ferrell (wendet sich an Kevin): Moment, du machst da jetzt auch mit?

Kevin Hart: Klar, wir sind doch auch gemeinsam im Film!

Will Ferrell: (genervt) Oh mein Gott ... (lacht). Nein, ich bin echt gern mit dem kleinen Kerl zusammen.

SKIP: Will, Sie sind ja auch Produzent dieses Films - war es Ihre Entscheidung, Kevin an Bord zu holen?

Kevin Hart: Ja, er hat mich herbefohlen! Genau wie er als Produzent sich selbst als Schauspieler befohlen hat, nackt aufzutreten. Eh eine smarte Entscheidung.

Will Ferrell: Danke (lacht). Aber im Ernst: Ich fand, dass es sehr schön zeigt, was für eingebildetes Arschloch meine Filmfigur James King ist. Er läuft einfach splitternackt vor seinen Hausangestellten herum, als ob sie Möbel wären, und hat überhaupt keine Ahnung von der Welt außerhalb seiner 100-Millionen-Dollar-Blase.

SKIP: Fast ein bisschen so wie Hollywood-Stars, nicht?

Will Ferrell: Für einige Kollegen gilt das sicher … oh, Sie meinen auch mich? Erwischt, genauso lebe auch ich mein Leben.

SKIP: Wie gehen Sie damit um, dass manche Der Knastcoach doch ordentlich politisch unkorrekt finden?

Kevin Hart: Die Grenze zwischen gerade noch akzeptablem und wirklich anstößigem Humor ist sehr dünn. Und wann immer wir an die stoßen, hüpfen wir sofort drüber (lacht).

Will Ferrell: Was immer man macht, es wird stets Leute geben, die es toll finden und andere, die sich angewidert abwenden. Aber ehrlich gesagt genieße ich das auch, mit dieser Entrüstung zu spielen und damit die Leute dazu zu bringen, auch über unsere Message ein bisschen nachzudenken. Das ist auch eine große Gemeinsamkeit von Kevin und mir: Was unsere Witze betrifft, sind wir wirklich komplett furcht- und respektlos.

SKIP: Apropos furchtlos: Will, Ihre Filmpartnerin Alison Brie meinte, Sie wären bei den Sexszenen eine große Hilfe im Bett gewesen …

Will Ferrell: Ah, hat sie das? Wow. Ich glaub ich werde rot.

Kevin Hart: Das ist aber ein großes Kompliment, was hast du mit ihr gemacht? Ich war ja an dem Tag nicht am Set.

Will Ferrell: Ich hab dir doch gesagt, du sollst vorbeikommen! Und ich weiß nicht mehr, was ich besonderes gemacht habe, ich kann mich nicht mehr erinnern.

SKIP: Das wäre aber sehr traurig!

Kevin Hart: Ich glaube, da will nur jemand gerade seine Ehe retten.

Will Ferrell: Zu spät, meine Ehe liegt schon in Trümmern wegen dieser Szene (lacht).

SKIP: Sind sie zu Hause eigentlich auch der Comedian? Finden Ihre Kinder Sie komisch?

Will Ferrell: Meine nicht.

SKIP: Finden sie Kevin komisch?

Will Ferrell: Sie finden jeden komisch außer mich. Aber ich bin ja sowieso immer erstaunt, dass es überhaupt Menschen gibt, die über das, was ich lustig finde, auch lachen können.

Kevin Hart: Meine Kids lachen schon über meine Witze - aber sie finden andere Leute viel lustiger. Und sie können überhaupt noch nicht zwischen Show und Realität entscheiden. Will nennen sie z. B. immer noch "President Business" (nach Ferrells Rolle in The LEGO Movie, Anm.), egal wie oft ich ihnen sage, wie er wirklich heißt. Und meine Tochter hält ihn sowieso für den Größten, seit er ihr kleines Lego-Ding zusammengebaut hat.

Will Ferrell: Während ihr Dad mehrere Shows hintereinander vor ausverkauften 50.000-Platz-Stadien gibt.

Kevin Hart: (seufzt) Ich bin und bleibe trotzdem „nur der Papa“. Neulich haben wir in Miami Jamie Foxx getroffen, und meine Tochter ist total ausgeflippt: „Jamie, ich bin ein Riesenfan von dir!“ Ich meine, woher kennt sie den überhaupt?!? Da war ich schon ein wenig gekränkt.

SKIP: Kevin, in den USA sind Sie ja ein großer Star - greifen Sie mit Filmen wie diesem nach der Komödien-Weltherrschaft?

Kevin Hart: Ich glaube, dass man mit Filmen wie Der Knastcoach in der Tat gut ein internationales Publikum ansprechen kann, obwohl er sich mit typisch US-amerikanischen Verhältnissen beschäftigt. Aber zwei Typen, die lernen, einander über ihre Vorurteile hinweg zu akzeptieren, das ist doch was Universelles.

Will Ferrell: Das - und der Anblick eines schwabbeligen nackten Körpers!

SKIP: Sie beide werden ja momentan heiß gehandelt als nächste Oscar-Präsentatoren. Würden Sies machen?

Will Ferrell: Klar, ich bin ja schon engagiert.

Kevin Hart: Was, wirklich? Das ist schon heraußen?

Will Ferrell: Ja, ich bin an Bord. Für die nächsten fünf Jahre. Sorry Kevin, ich wollte dich eh schon anrufen und dirs sagen.

SKIP: ... gemeinsam mit Jamie Foxx?

Will Ferrell: (lacht) Ja, ich hoffe echt, Jamie wird mein Co-Präsentator. Sorry, dass dus so erfahren musst, Kevin.

Kevin Hart: Poah, das ist jetzt aber echt hart.

Interview: März 2015

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