Rebel with a cause

Interview mit Rebel Wilson zu Pitch Perfect 2

Sie ist die Diva unter den Bellas aus Pitch Perfect 2: Seit ihrem Durchbruch mit Brautalarm hat Naturtalent Rebel Wilson ein Dauerabo für abgedrehte Frauenrollen mit Stil. Warum sie schon früh wusste, wie sie Leute zum Lachen bringen kann, verriet sie uns im SKIP-Interview.

SKIP: Pitch Perfect wäre ohne Fat Amy wohl niemals zu diesem Kinohit geworden. Wie gehts dir damit, dass du mit deiner Filmfigur und deiner Statur diesen Fankult mitbegründet hast?

Rebel Wilson: Es ist verrückt. Man glaubt gar nicht, wie oft mir meine eigenen Sprüche im Alltag schon begegnet sind! Es ist ziemlich witzig, weil ich in meinen Szenen manchmal ganz spontan Sachen ausprobiere und mich dann selbst nicht mehr erinnere, dass ich sie jemals gesagt habe. Aber dann landen sie auf einmal im Film, und jeder um mich herum macht sie plötzlich nach. 

SKIP: Nervt dich das nicht manchmal?

Rebel Wilson: Nein, überhaupt nicht! Ich finde es eigentlich sehr schmeichelhaft. Besonders, wenn die Leute anfangen, die Witze ganz eigenständig zu improvisieren. Dann weiß man einfach, dass es gut ankommt. Und das ist einfach das Beste. 

SKIP: Wenn man dich so erlebt, dann hat man das Gefühl, dass es dir nicht schwer fällt, über dich selbst zu lachen. Woher kommt das? 

Rebel Wilson: Ich bin immer die Erste, die über sich selbst lacht, weil ich das Gefühl habe, dass ich dann auch über andere Witze machen darf – und das mache ich wirklich gerne (lacht). Es gibt sicherlich einige Darstellerinnen, die wohl weniger begeistert gewesen wären, wenn sie die Rolle als Fat Amy angeboten bekommen hätten. Ich gehe das hingegen viel strategischer an und überlege mir, welche komischen Elemente sich für mich daraus ergeben. Das hat allerdings auch einen seltsamen Nebeneffekt: Weil ich ja oft eher dümmliche Rollen spiele, sind die Leute ganz schockiert, wenn sie erfahren, dass ich zwei Studienabschlüsse habe (lacht).

SKIP: Wie hast du eigentlich herausgefunden, dass du Leute zum Lachen bringen kannst? 

Rebel Wilson: Eigentlich hatte ich geglaubt, ich würde eine ernsthafte Darstellerin werden, so ein bisschen wie Judi Dench (lacht). Meine erste richtige Theateraufführung war ein Stück bei der Sydney Theater Company, und ich musste eine ernste Rolle verkörpern. Als ich allerdings das erste Mal auf die Bühne kam, haben gleich ein paar Leute im Publikum begonnen zu lachen. Ich wusste gar nicht, was los ist und war auch erstmal ziemlich beleidigt. Doch bei jedem Versuch, meine Zeilen noch ein Stück ernsthafter rüberzubringen, haben die Leute einfach nur noch mehr gelacht. Das klingt jetzt erstmal ziemlich traumatisch, aber ich habe mir schon damals gedacht, dass ich eben einfach etwas an mir habe, das die Leute zum Lachen bringt. Seitdem basiert mein Schauspielstil auch auf dem „Trick“ von damals: Ich versuche möglichst ernsthaft zu spielen, aber in den richtigen Momenten dann zu übertreiben.

SKIP: Glaubst du, für Frauen ist es in den letzten Jahren etwas leichter geworden, sich als Komikerinnen zu behaupten?   

Rebel Wilson: Natürlich gab es im Comedy-Bereich schon immer tolle Frauenrollen. Historisch gesehen war es für Männer allerdings wesentlich einfacher, sich zu etablieren, speziell im Stand-up-Metier. Tatsächlich hat sich das, wie ich finde, mit dem gigantischen Erfolg auch von Brautalarm geändert, in dem ich ja auch meine erste große Rolle hatte. Seitdem gibt es eben diese kleine Renaissance von Filmen mit starken Frauen-Ensembles.  

SKIP: Apropos Frauenensembles: Stimmt es, dass du in der High-School auch Teil einer A-cappella-Gruppe warst? 

Rebel Wilson: Ja, das stimmt. Die Gruppe hieß 12 Voices, weil es eben zwölf Stimmen waren. Ziemlich einfallsreich, was? (lacht) Und es war teilweise echt albern: Wir haben lange Samt-Röcke und bäuerliche Blusen getragen und haben christliche Hymnen auf Hochzeiten und Beerdigungen gesungen. Da gab es keine so coolen Auftritte wie bei den Bellas (lacht). Aber der Moment, in dem die Stimmen in einer Kirche mit einer tollen Akustik miteinander verschmolzen sind, war es definitiv wert, da mitzumachen.

SKIP: Was würdest du dir für Fat Amy noch wünschen?

Rebel Wilson: Ich hätte gerne, dass sie ein australisches Team anführt, das gegen die Amerikaner antreten muss (lacht). Das könnte richtig lustig werden. Ein paar Leute aus der Crew haben nach den letzten Dreharbeiten schon spekuliert, dass wir jetzt nach den A-cappella-Weltmeisterschaften in die intergalaktische Sphäre vorstoßen müssten, um überhaupt noch eines draufsetzen zu können.

Interview: April 2015

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