Oops, she did it again

Interview mit Britney Spears zu Not a Girl

SKIP-Hollywoodkorrespondentin Elisabeth Sereda traf Britney in ihrer Heimat Louisiana und sprach mit der größten Pop-Ikone seit Madonna über ewige Liebe, heiße Küsse und Spears' ersten Kinofilm Not A Girl.

SKIP: Britney, stimmt es, dass dir eine Wahrsagerin hier in New Orleans schon vor 10 Jahren Reichtum und Ruhm vorhergesagt hat?

Britney Spears: Ja. Wir waren auf der Bourbon Street, und diese Wahrsagerin schaute meine Mutter an und sagte: "In 10 Jahren wird jeder wissen wer ihre Tochter ist", und ich dachte, okay, whatever!

SKIP: Hast du die Wahrsagerin bei deinen Spaziergängen auf dem Jackson Square jemals wieder getroffen?

Britney Spears: Nein. Aber ich wüsste wirklich gern wer sie ist.

SKIP: Viele Popstars versuchen sich irgendwann mal als Schauspieler, und oft endet das tragisch, wie wir erst jetzt wieder im Fall von Mariah Carey und ihrem Film-Flop Glitter gesehen haben. Wie lassen sich die beiden Karrieren erfolgreich miteinander verbinden ohne dass man eine auf Kosten der anderen opfert?

Britney Spears: Zur Zeit hat mich wirklich der Schauspiel-Virus erwischt. Ich möchte das weitermachen und besser werden, aber Singen wird immer meine erste Liebe bleiben. Wobei ich es ungeheuer spannend finde, dass ich nicht die beste Schauspielerin bin, die die Welt je sah, und noch sehr viel zu lernen habe. Wenn mein Film floppt, dann würde mich das nur noch mehr motivieren, besser zu werden. Wenn ich auf der Bühne stehe und singe, weiß ich genau, was ich tue. Das kann ich im Schlaf.

SKIP: Wie reagierst du auf Kritik?

Britney Spears: Natürlich sind Kritiker sehr streng, aber ehrlich gesagt, wenn die Kritiker meinen Film mögen, dann mache ich mir echt Sorgen. Denn ich hasse alles was den Kritikern gefällt. Und alles was sie hassen, gefällt mir. Mir ist nur wichtig, dass meine Fans meinen Film mögen.

SKIP: Was sind die drei wichtigsten Dinge, die du am Film-Set in deinem Trailer immer dabei hast?

Britney Spears: Tonnen von Sushi, meine Lieblingsfilme auf DVD und alle meine CDs.

SKIP: Was sind deine Lieblingsfilme?

Britney Spears: Ich mag Girlie-Filme und Lovestories wie Pretty Woman, Notting Hill oder Weil es dich gibt.

SKIP: Welche Musik - außer deiner eigenen und der von Justins Band ‘NSYNC - hörst du zur Zeit am liebsten?

Britney Spears: R&B, Outcast und Jay-Z, diese Art von Zeugs.

SKIP: Was war beim Dreh von Not A Girl die schwierigste Herausforderung für dich?

Britney Spears: Ich empfand filmen eigentlich als ziemlich easy, weil man ja alles wiederholen kann, wenn es das erste Mal nicht so toll war. Und mit einer Frau als Regisseur war das noch um vieles leichter. Etwas seltsam waren nur die Kuss-Szenen. Zum Glück drehten wir die erst ganz zum Schluss. Zum Glück war Anson (Anson Mount, ihr Filmpartner, der den charmanten Ben spielt, Anm.) aber ohnehin ein ganz Süßer.

SKIP: Hat dein Freund Justin deinen Film und diese Kuss-Szenen schon gesehen?

Britney Spears: Ja, hat er.

SKIP: Wie fühlst du dich, wenn Justin in seinem neuen Video Gone mit anderen Mädchen herumschmust?

Britney Spears: Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass mein Freund eine andere küsst, daher hab ich beschlossen, mir seine Videos nicht mehr anzusehen.

SKIP: Das klingt ja so, als ob du richtig eifersüchtig wärst?

Britney Spears: Nein, ich bin nicht eifersüchtig. Ich weiß schon, dass das ein Teil seiner Arbeit ist, und ich akzeptiere das. Aber es sieht einfach so echt aus ... (lacht) ... Ich dachte, ich kann einen Unterschied sehen, wenn er mich küsst. Aber es ist so gut gespielt ... Ich nehme an, das ist der Grund warum es "Schauspiel" heißt.

SKIP: Erinnerst du dich noch an deinen ersten Kuss?

Britney Spears: Mein erster Kuss war mit Justin, oh Gott, damals war ich erst 13. Justin ist ja viel romantischer als ich. Er ist gut ... (lacht) ... Er ist wirklich gut, das muss ich ihm schon lassen.

SKIP: Verwöhnt er dich mit Rosen und Schokolade?

Britney Spears: Ja. Er überrascht mich dauernd mit Geschenken, und nicht nur wenn ich Geburtstag habe.

SKIP: In deinem Film Not A Girl trällerst du bei einem ‘NSYNC-Song - Bye, bye, bye - mit. War das deine Idee?

Britney Spears: Ja. Und als Justin das sah, meinte er, "Ich versteh das nicht - all die hässlichen Mädchen im Film mögen meinen Song, und der coole Typ verabscheut ihn." Ich musste ihn beruhigen, indem ich sagte: "Baby, ist doch nur ein Film. Okay?"

SKIP: Es gibt Gerüchte, wonach ihr beide vor kurzem heimlich geheiratet habt. Was ist denn da dran?

Britney Spears: Ach ja, die Gerüchte. Man kann über so etwas wirklich nur herzlich lachen. Ich finde das sehr amüsant.

SKIP: Dann lachst du vermutlich auch über das Gerücht, dass du mit Prinz William eine email-Freundschaft pflegst. Was ist das Witzigste, das du je über dich gelesen hast?

Britney Spears: Erst gestern las ich, dass ich ein Außerirdischer sein soll, und ein Typ fragte mich: "Und? Was hältst du davon?", und ich antwortete mit einem Roboterakzent: "Ich hätte das nicht jedem verraten sollen!" Das alles ist so lächerlich!

SKIP: Wie wirst du mit dem Rummel um dich fertig? Du bist ja jetzt eine 'Ein-Mann-Industrie', oder sollte ich besser sagen: eine 'Ein-Frau-Industrie'? Die Britney Spears AG, oder?

Britney Spears: Das ist sehr nett, aber ich sehe das alles ganz anders. Ich tue, was ich liebe. Ich halte mich nicht für zu reich und für nicht ausgereift. Ich muss noch viel lernen. Und freue mich darauf.

SKIP: Du bist heute genauso berühmt wie Madonna es in den 80ern war. Wie schützt du dich privat?

Britney Spears: Ich habe nicht immer Bodyguards um mich rum, wenn du das meinst. Wenn ich öffentlich auftrete, dann klar. Aber es gibt genug Gelegenheiten, wo ich mich ganz einfach wie ein normaler Mensch bewege, oder mit meinem Freund rumhänge. Das muss so sein, sonst wirst du ja verrückt. Ich brauche meine 'Britney-Time'.

SKIP: Was ist eine typische 'Britney-Time'?

Britney Spears: In meinem Pyjama vor dem Fernsehapparat herumliegen und Schaumbäder nehmen. Das macht mich zur glücklichsten Person der ganzen Welt.

SKIP: Das Time Magazine schrieb vor einigen Wochen, dass man den 'Britney-Einfluss' schon überall spürt ...

Britney Spears: Oh, wow. Ich bezweifle das. Das ist zwar sehr schmeichelhaft, aber auch ziemlich bizarr, Mann.

SKIP: Nun, ja, aber immerhin hat dein Heimatort Kentwood im Bundesstaat Louisiana doch ein eigenes Britney Spears-Museum errichtet.

Britney Spears: Das war sehr süß, die haben alles mögliche von mir und über mich zusammen gesammelt.

SKIP: Und beim Sundance Filmfestival wurde ein Film mit dem Titel Britney, baby, one more time gezeigt, wo ein Transvestit dich spielt. Wusstest du davon?

Britney Spears: Mein Gott. Nein.

SKIP: Bette Midler hat einmal gesagt, man hat es erst so richtig geschafft, wenn dich ein Transvestit spielt.

Britney Spears: Na, das ist ja alles sehr schmeichelhaft, aber wohl auch etwas seltsam.

SKIP: Wirst du vor einem Auftritt noch nervös?

Britney Spears: Oh, Gott, ja. Extrem nervös. Besonders vor Auftritten bei Preisverleihungen, wo das gesamte Publikum aus anderen Stars besteht.

SKIP: Madonna trat bei mehreren ihrer Konzerte mit einem glitzernden Britney-T-Shirt auf. Und du bezeichnest sie immer als dein großes Vorbild. Hast du sie inzwischen kennengelernt?

Britney Spears: Ja, ihre kleine Tochter Lourdes kam nach einem Konzert backstage auf mich zu und sagte, dass sie meine Musik mag. Und dann sagte sie: "Willst du meine Mami kennen lernen?" Na, klar! Und dann traf ich sie - für ein paar Minuten.

SKIP: Werdet ihr vielleicht gar eine gemeinsame Single aufnehmen?

Britney Spears: Nein, daraus wurde leider nichts.

SKIP: Die Single zu deinem Film, die auch auf deiner neuen CD drauf ist, heißt 'I'm not a girl, not yet a woman'. Trifft das deinen derzeitigen Seelenzustand?

Britney Spears: Ja. Ich hörte den Song - Dido schrieb ihn für mich - während der Dreharbeiten. Und ich dachte, Mann, das ist total brillant! Einfach genial. Und es war so cool, dass der Song auch in den Film passte.

SKIP: Die Regisseurin von Not A Girl, Tamra Davies, sagt, dass die Idee für den Film von dir kam. Wie ist denn das gelaufen?

Britney Spears: Mir wurden viele schreckliche Drehbücher angeboten. Und ich sagte zu meiner Assistentin: "Wäre es nicht cool einen Film über drei Mädchen auf einem Roadtrip zu machen? Ist das eine gute Idee, oder habe ich nur einen Hirnfurz hier?" Und ihr gefiel die Idee, also engagierten wir einen Drehbuchautor. Und das war erst der Anfang.

Interview: Februar 2002

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