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Interview mit Selena Gomez zu Hotel Transsilvanien 2

In Hotel Transsilvanien 2 spricht Ex-Disney-Kid und Fräuleinwunder Selena Gomez (Spring Breakers) die Vampirin Mavis, die ein Baby kriegt. Im echten Leben ist sie Superstar, Sängerin und gelegentlich auch Mobbing-Opfer. Aber Kopf hoch: Beim Exklusiv-Interview mit SKIP in Cancún hält Selena ein flammendes Plädoyer für Solidarität unter Mädchen. 

SKIP: Selena, du spielst hier eine Mama. Bist du denn schon bereit dafür?

SELENA GOMEZ: Uff, allein in diesem Jahr hab ich schon zweimal eine Mutter gespielt. Schräg, oder? Aber eigentlich war es super, weil es hier ja nicht nur darum geht, eine Mutter zu sein, sondern darum, jemanden in seinem Leben zu haben, der anders ist. Klar, in Hotel Transsilvanien 2 geht’s um Monster und Menschen, aber die Message gilt auch fürs wahre Leben, und ich halte es für sehr wichtig, gerade Kindern klarzumachen: Anders zu sein ist was Tolles, und du kannst stolz drauf sein.

SKIP: Wie haben die Kids nach Hotel Transsilvanien auf dich reagiert?

SELENA GOMEZ: Die erste Frage war immer: „Bist du echt ein Vampir?” Und dann haben sie mich gefragt, ob ich verkehrt schlafe, und ob sie Dracula treffen können. Die größeren Buben fragen mich andere Sachen, aber denen sag ich: „He, ruf mich an wenn du 18 bist!” (lacht)

SKIP: Du bist für viele sehr junge Mädels ein Vorbild. Was bedeutet dir das?

SELENA GOMEZ: Ich empfinde das als Geschenk, auch wenn das vielleicht kitschig klingt, aber ich bin ja alles andere als perfekt. Das wissen die Leute auch, aber es ist eine Herausforderung, und ich hab dadurch auch eine Verantwortung: Wie zeige ich den Mädchen, dass ich mich von niemandem bevormunden lasse? Dass ich mir nicht vorschreiben lasse, wen ich zu mögen oder wie ich zu sein habe?

SKIP: Setzt dich das auch unter Druck?

SELENA GOMEZ: Ich kann ja niemand anderes sein als die, die ich bin. Aber das Problem ist, wir vergleichen uns alle ununterbrochen. Ich tu das auch und frag mich: „Warum kann ich nicht wie die aussehen?” Aber das vergiftet einen. Viele junge Mädchen glauben, sie kriegen nur über hübsches Aussehen die Aufmerksamkeit eines Jungen, oder sie müssten sich an anderen Mädchen mit gemeinen Kommentaren über ihr Aussehen rächen. Das ist ein fieser Mechanismus. Ich bin eine junge Frau und mag es, mich schön und sexy zu fühlen, aber ich bin durchaus froh, dass es da draußen auch schreckliche Fotos von mir gibt. Dadurch wird den Mädchen hoffentlich klar: Ich seh nicht immer perfekt aus, im Gegenteil. Mit Make-Up und schicker Kleidung seh ich natürlich ganz passabel aus, aber das ist nicht mein Dauerzustand. Ich esse gern, ich hänge gern mit meinen Freunden rum. Und ich finde es fürchterlich, wenn jemand denkt, ein Mädchen müsse ununterbrochen sexy und hübsch sein.

SKIP: Wie gehst du mit gemeinen Kommentaren anderer Mädchen um?

SELENA GOMEZ: Ich finde ja, Mädchen sollten vor allem für andere Mädchen da sein, wir sollten einander unterstützen. Stattdessen sehen wir uns oft als Konkurrentinnen, ich habe das vor allem beim Musikmachen von Beginn an gespürt und finde das schade. Ich versuche, Gemeinheiten vor allem mit überwältigender Freundlichkeit zu begegnen, das wirkt am besten. Aber ich bin froh, kein Teenager mehr zu sein. Inzwischen kann ich auch schon viel besser damit umgehen.

SKIP: Was hilft dir dabei, bei all dem Rummel nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren?

SELENA GOMEZ: Meine Mom. Sie und ich, wir sind echt unzertrennlich. Sie hat ihr ganzes Leben für mich aufgegeben! Sie hat mich gekriegt, als sie erst 16 war, und immer daran gearbeitet, mir ein besseres Leben zu bieten. Und sie ist die Einzige, die „Nein“ zu mir sagt, wenn alle anderen ja sagen. Sie gibt nicht nach. 

SKIP: Stimmt es, dass es deine Mutter war, die dir geraten hat, bei Harmony Korines Spring Breakers mitzumachen?

SELENA GOMEZ: Ja. Sie weiß selbst, was es bedeutet, kreativ und eine Künstlerin zu sein. Die Idee bei Spring Breakers war es, mal etwas zu machen, das völlig untypisch ist. Das fand ich aufregend und ich wollte unbedingt Teil dieser für mich ganz neuen Welt sein und auch mal mit James Franco zusammenarbeiten. Klar mach ich nichts zu Verrücktes im Film, obwohl der ja wirklich total abgedreht ist. Meine Mutter wusste, dass ich kreativ etwas völlig anderes ausprobieren wollte. Und sie hat ihr Leben lang dafür gesorgt, dass ich gute Musik und gute Filme kennen lerne. Ich hab als Kind Dean Martin, Janis Joplin und die Stones gehört. Und meine Mutter hat Theater gespielt, und wir haben uns im Fernsehen viele Filme gemeinsam angesehen und darüber diskutiert. Ich bin einfach in einem kreativen Haushalt aufgewachsen.

Interview: Magdalena Miedl / Oktober 2015

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