Master of Horror

Interview mit Jack Black zu Gänsehaut

In der gar schröcklichen Gruselkomödie Gänsehaut wechselt Jack Black auf die düstere Seite: Als weltberühmter Kinder-Horror-Autor J. L. Stine versucht er, seine Monster-Kreaturen in Zaum zu halten. SKIP sprach mit dem Hollywood-Scherzkeks in Mexico über Monster und Cheeseburger.

SKIP: Wovor fürchten Sie sich eigentlich?

JACK BLACK: Vor Schlangen! Ich hasse sie. Überhaupt alles, was am Boden rumkreucht. Spinnen, Käfer, Wanzen … ich bin ein echter Stadtmensch. Ich will Mutter Natur nicht in meiner City haben. Brrr. Und vor manchen Menschen habe ich auch Angst. Vor allem, wenn sie unberechenbar sind. Kennen Sie das, wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Gegenüber sich nett unterhalten oder Ihnen eine reinhauen will? Vor solchen Verrückten fürchte ich mich.

SKIP: Und was macht Ihnen im Kino Angst?

JACK BLACK: Küchenschaben!

SKIP: Und haben Sie auch Ihre eigenen Monster, von denen Sie verfolgt werden?

JACK BLACK: Das geht Sie gar nichts an, junger Mann! Über meine ganz persönlichen Monster rede ich ausschließlich mit meinem Psychotherapeuten (lacht). Jedenfalls kämpfe ich täglich gegen meinen Heißhunger auf Cheeseburger. Heute hatte ich noch gar keinen! Nur eine Quesadilla. Die genauso viel Kalorien hat wie ein Cheeseburger … (seufzt). Tja, es scheint, als ob meine Sucht nach fettigen Kohlehydraten mein größter Fluch ist.

SKIP: Das macht Ihnen ehrlich Probleme?

JACK BLACK: Nein, eh nicht wirklich. Nur ein kleines bisschen. Gerade in meinem Job kann man sich um sowas ja gar nicht nicht kümmern. Aber ich habe mir unlängst gedacht: Vielleicht bin ich ja Buddhist? Buddha ist schließlich der einzige dicke Gott. Die anderen sind alle schlank, sogar mit Waschbrettbäuchen!

SKIP: Der Schrifsteller R. L. Stine, den sie in Gänsehaut verkörpern, ist auch ein ganz anderer Typ als Sie …

JACK BLACK: Ja, stimmt. Als ich die Rolle übernahm, wusste ich gar nicht, wie er aussieht, und ich hatte gleich eine recht genaue Vorstellung davon, wie ich ihn spiele – wie ich mich als er bewegen und reden würde. Als ich ihn dann allerdings traf, passte das überhaupt nicht auf ihn. Also sagte ich zu ihm: „Guten Tag, Mr. Stine! Sie sehen wirklich ganz anders aus, als ich Sie mir vorgestellt habe. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, wenn ich für den Dreh bei meiner Version bleibe!” Und er antwortete nur: „Na klar.“

SKIP: Von den Äußerlichkeiten mal abgesehen – wie war er sonst? Auch so verrückt wie Sie im Film?

JACK BLACK: Nein, nicht wirklich. Er hat schon einen sehr schwarzen Humor, aber er ist ein wirklich netter, lustiger Kerl. Jemand, mit dem man gern abhängt. Und er ist viel offener und sozialer als meine Version von ihm, die ja doch ein bisschen was von einem Einsiedler hat.

SKIP: Was ist eigentlich aus Ihrem charismatischen Film-Gegenspieler, der Handpuppe Slappy, geworden? Haben Sie die nach dem Dreh mit nach Hause genommen?

JACK BLACK: Oh nein, das hätte mir das Studio nie erlaubt! Das ist schließlich nicht nur irgendeine Puppe, sondern ein echtes Kunstwerk. Slappy wurde von einem der besten Bauchrednerpuppenhersteller der USA designt. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber es gibt weltweit nur sehr wenige Menschen, die das gut können, das ist eine sehr komplexe Arbeit. So wie Schweizer Uhrmacherkunst. Wie eine Rolex oder so. Slappy ist aus unzähligen winzigen Einzelteilen zusammengesetzt, und so um die 30.000 Dollar wert. Den hätten sie mich nie mitnehmen lassen.

SKIP: Jack, Sie arbeiten in Ihren Filmen immer wieder gemeinsam mit Kindern. Das machen nicht viele Ihrer Kollegen gern – warum haben Sie eigentlich so einen guten Draht zu den Kids?

JACK BLACK: Hm, wahrscheinlich weil ich an meine Arbeit mit einer sehr kindlichen, unverbauten Einstellung rangehe, das gefällt ihnen. Und ich lasse mich auch gern auf jeden Blödsinn ein. Wahrscheinlich bin ich einfach unreif. Ist es das, was Sie hören wollen? Dann haben Sie sicher recht, ich bin nie erwachsen geworden. Ich bin ein ewiger Kindskopf.

SKIP: Stört es Sie, wenn Sie deshalb vielleicht nie wirklich ernst genommen werden?

JACK BLACK: Überhaupt nicht. Für mich läuft’s super, ich kann mich weder privat noch beruflich über falsche Behandlung beschweren.

SKIP: Aber wenn immer alle von Ihnen erwarten, dass Sie was Lustiges machen, nervt das nicht mit der Zeit?

JACK BLACK: Aber nein, das passt schon. Das ist für mich nicht anstrengend, nicht einmal dann, wenn ich mich gerade überhaupt nicht lustig fühle. Wenn jemand zu mir sagt: „Jack, sei doch mal komisch!“, muss ich nur „Bäbääää!“ machen, und alle kichern. Sehen Sie? Sie lachen ja auch schon.

Interview: Kurt Zechner / Februar 2016

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