Ghostrider

Interview mit Paul Feig zu Ghostbusters

Von allen guten Geistern begleitet. Komödienprofi Paul Feig (Brautalarm, Susan Cooper Undercover) wagte sich mit der Neuverfilmung von Ghostbusters auf gar unheimliches Terrain. Mit SKIP sprach er übers Geisterbeschwören.

SKIP: Was ist Ihre Version von Ghostbusters? Ein Remake, ein Reboot …?

Paul Feig: In meinem Kopf ist es ein Reboot, weil wir nicht die gleiche Geschichte erzählen wie im Original, aber ganz im Sinne des Originals bleiben, und in derselben Welt. Aber es war mir wichtig, nochmal neu anzufangen. Ich erzähle gerne Geschichten von Underdogs. Wenn wir ein reines Sequel gemacht hätten, dann hätte das in einer Welt gespielt, in der jeder schon gewusst hätte, dass es Geister wirklich gibt, wer die Ghostbusters sind und wie sie arbeiten. Vielleicht wäre ja irgendjemandem eine gute Geschichte damit eingefallen, aber mir nicht.

SKIP: Ihre Hauptdarstellerinnen sind alle vier erfahrene Comedians. Wurde am Set viel improvisiert, und wie schwierig war es, das alles auf Filmlänge zurechtzustutzen?

Paul Feig: Oh, das war extrem schwer. Meine erste Schnittfassung war dreieinhalb Stunden lang (lacht). Wir hatten so viele lustige Szenen drin.

SKIP: Wenn Sie schneiden, und es geht darum, was Sie rausnehmen und was Sie drinlassen, wessen Urteil vertrauen Sie da am meisten?

Paul Feig: Dem Publikum! Ich bestehe immer auf möglichst vielen Testscreenings. Wir nehmen die Reaktionen auf Band auf, analysieren dann, wann am meisten gelacht wird und wo’s die stärksten Reaktionen gibt, und wir bitten die Leute nach dem Screening, uns zu sagen, was sie am Film mochten und was nicht. Die Meinung des Publikums ist mir sehr wichtig, denn das sind schließlich die Menschen, für die ich einen Film überhaupt mache: Meine Aufgabe ist es, so viele Menschen wie möglich zum Lachen zu bringen.

SKIP: Ghostbusters ist ein Action-Blockbuster, der die Geschichte aus der Perspektive von weiblichen Nerds erzählt, sich aber nicht das „Nur-Für-Frauen-Film“-Mäntelchen umhängt … Bedeutet das, dass Frauen auch für die großen Studios endlich nicht mehr als eigene Zielgruppe gesehen werden, sondern einfach als die Hälfte der Zielgruppe?

Paul Feig: Es freut mich, wenn Sie das so sehen – denn in der Tat ist es genau das, was ich erreichen wollte. Normalerweise werden Frauen in solchen Filmen immer sehr stereotyp präsentiert. Sie müssen einen bestimmten Look haben, sie sind nicht wirklich witzig – oder wenn, dann höchstens dümmlich-witzig. Und die lustigsten Schauspielerinnen, die ich kenne, waren von diesen Rollen immer ausgeschlossen, weil sie diesem ganz bestimmten Typ nicht entsprechen, sondern wie ganz normale Menschen aussehen.

SKIP: Was bei diesem Film natürlich super passt.

Paul Feig: Genau, weil’s hier eben um nerdige Wissenschaftlerinnen geht und nicht um Superheldinnen im Bikini. Dass das als bahnbrechend gesehen wird, finde ich ziemlich verrückt, ehrlich gesagt. Ich mache ja keine Filme mit politischer Message, ich will, dass die Leute Spaß haben. Ghostbusters ist kein Manifest, es ist ein lustiger Film über Menschen, die Geister jagen.

Interview: Foto: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH / August 2016

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