Bloody Great

Interview mit Naomi Watts zu The Bleeder

Manche Paare lernen sich bei gemeinsamen Filmen kennen, andere gehen dabei auseinander: In Venedig präsentierte Naomi Watts gemeinsam mit Noch-Ehemann Liev Schreiber das Boxer-Drama The Bleeder.

SKIP: The Bleeder erzählt die Story von Chuck Wepner, dem Mann, der Sylvester Stallone zur Rocky-Saga inspirierte. Können Sie die Faszination für den Boxsport irgendwie nachvollziehen?

Naomi Watts: Ja, schon, ich habe einen Bruder, der eine Zeitlang auf einem professionellen Level Kickboxing betrieben hat. Er war wirklich gut. Aber mir ist es immer schwergefallen, zuzusehen. Ich wäre am liebsten in den Ring gehüpft und hätte den anderen Typen von ihm weggezogen. Ich finde es nicht toll, wenn jemand, den man liebt, eine Faust ins Gesicht bekommt.

SKIP: Ihr Ehemann Liev Schreiber hat uns erzählt, dass Sie es durchaus genossen haben, wenn er am Set von The Bleeder ordentlich vermöbelt wurde.

Naomi Watts: So ein Blödsinn! (lacht) Das ist nur ein G’schichtl. Ich war ja nicht mal am Set, als er die Boxszenen gedreht hat, die entstanden in Bulgarien und da war ich nicht mit. Aber als ich das alles auf Film gesehen habe, war ich schwer beeindruckt, ganz ehrlich. Liev ist ja schon viele Jahre ein passionierter Box-Fan, er kann das ganz gut.

SKIP: Sport hat viel mit Film gemeinsam: Es gibt Regeln, ein definiertes Team, es ist besser, je spannender es ist, und alles arbeitet aufs Finale hin …

Naomi Watts: Ja, das stimmt. Und auch wenn wir Schauspieler keine echten Schläge einstecken, tun wir das im ideellen Sinne. Vor allem am Anfang unserer Karriere. Oh Mann, ich habe damals wirklich einiges drüberbekommen. (lacht)

SKIP: Und dann kam der Film, der alles verändert hat: Vor Kurzem wurde David Lynchs Mulholland Drive, in dem Sie die Hauptrolle spielen, von einem Panel europäischer Filmkritiker zum besten Film des 21. Jahrhunderts gekürt.

Naomi Watts: Ja, ich hab das gerade gehört, und war total hin und weg. Ich bin so stolz, bei diesem Film dabeigewesen zu sein. Das war eine der großartigsten Rollen, die man sich nur vorstellen kann. Und sie hat mein Leben total verändert: Ich hab damals wirklich ums Überleben als Schauspielerin gekämpft und war kurz davor, es sein zu lassen. Ich war ja schon weit über 30! Und nach Mulholland Drive lief irgendwie alles von selber. Aber ich bin heute dankbar, dass der Erfolg relativ spät kam: Dadurch konnte ich dem Ganzen etwas vorbereiteter und erwachsener entgegentreten. 

Interview: Gini Brenner / Oktober 2016

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