Spider-Mans schräger Sidekick

Interview mit Zendaya zu Spider-Man: Homecoming

In Spider-Man: Homecoming spielt sie Peter Parkers schlaue Mitschülerin Michelle. Dabei hat Musikerin und It-Girl Zendaya eigentlich selber Superkräfte – und die hat sie uns beim Interview in Barcelona exklusiv demonstriert.

SKIP: Wie ähnlich bist du Michelle?

Zendaya: Überraschenderweise wesentlich ähnlicher, als die meisten Leute glauben würden. Ich glaub, der einzige große Unterschied ist, dass ich zwar genauso schräg bin wie sie, aber trotzdem weiß, wie man mit anderen Menschen interagiert. Ich schaff es halt vorzugeben, dass ich eh normal bin (lacht). Gut, und sie ist belesener als ich, aber sie ist wie ich ein unabhängiges, starkes Mädchen, und es macht ihr nichts aus, allein zu sein, sie genießt das sogar. Sie ist überzeugt, dass kaum jemand verstehen würde, was in ihrem Kopf vorgeht, weil sie eine alte Seele ist. Ich bin auch gern allein, ich hab eine andere Vorstellung von Fun als Gleichaltrige. Und das erspart mir auch eine Menge Ärger.

SKIP: Sie ist ja nur eine Schulfreundin, und nicht das Love Interest von Peter Parker oder Spiderman. Findest du das gut?

Zendaya: Oh ja, ich finde es enorm fein, eine weibliche Figur zu spielen, die eben nicht zwangsläufig begehrenswert sein muss. Sie ist sehr autonom und eigensinnig, und wir kriegen im Kino viel zu selten zu sehen, dass es okay ist, anders und seltsam zu sein. Gerade in Comic-Verfilmungen müssen Mädels oft besonders perfekt sein und sind nur vorhanden, damit sich der Held in sie verlieben oder sie retten kann. Das ist hier nicht so. Auch Laura (Harrier, Anm.), die Peter Parkers Love Interest spielt, hat im Film wesentlich mehr drauf als nur atemberaubend schön zu sein: Sie ist klug, sie macht ihr eigenes Ding,
und das finde ich ziemlich cool.

SKIP:Eigentlich klingt es so, als könnte deine Figur Michelle auch eine Superkraft haben.

Zendaya: Leider nein, sie ist einfach nur superschlau und allen anderen 3000 Schritte voraus. Aber ich glaube im Grunde, jeder von uns hat irgendeine Superkraft. Die Frage ist nur, wie wir sie einsetzen.

SKIP: Was ist deine?

Zendaya: Ich glaube, meine Superkraft ist mein Selbstvertrauen, meine Zuversicht. Ergibt das Sinn? Sehr viele junge Leute fühlen sich nicht damit wohl, wer sie sind. Ich hab zum Glück nie wirklich damit ein Problem gehabt, ich bin von Natur aus zuversichtlich und unerschrocken, vielleicht aufgrund der Art, wie mich meine Eltern erzogen haben, und ich hab mich nie selber fertiggemacht. Ich wünschte, diese Superkraft hätten alle, das macht das Leben wesentlich leichter. Ich bin stolz darauf, genau zu wissen, wer ich bin.

Interview: Kurt Zechner, Magdalena Miedl, Foto: © Sony Pictures Releasing GmbH / Juli 2017

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