Keep Smiley

Interview mit T.J. Miller zu Emoji - Der Film

US-Starkomiker T.J. Miller (Deadpool) schenkt in Emoji – Der Film der kleinen runden Hauptfigur die Stimme. Zum Interview in Cannes kam er stilecht in Dottergelb.

SKIP: In Cannes erlebt man ja viele wilde Sachen, aber so ungewöhnlich wie Sie gerade zum Interview erschienen sind, kam noch keiner unserer Gesprächspartner an …

T.J. Miller: Sie meinen, mit dem Paraglider aus einem Hubschrauber und dann noch ein paar Meter zu Fuß durchs Meer (lacht)? Ja, aber wenn’s um diesen Film geht, dann muss man doch irgendwas Verrücktes machen, da kann man nicht einfach zur Tür hereinspazieren. Und außerdem ist mein schöner gelber Emoji-Anzug nass geworden, das ist bei dieser Hitze echt von Vorteil.

SKIP: Was haben Sie gedacht, als man Ihnen die Rolle als gelber Zeichentrick-Smiley angeboten hat?

T.J. Miller: Als man mir gesagt hat, dass meine Figur das „Meh“-Emoji sein würde, war ich mir nicht sicher, ob das wirklich zu mir passt. Ich war fast ein bisschen beleidigt: Fanden die echt, dass meine Comedy-Auftritte so „meh“ sind? Aber dann hat man mir erklärt, dass Gene, meine Filmfigur, eben ein nicht richtig funktionierendes Emoji sein würde, das ganz viele Gesichtsausdrücke hat statt nur dem einen.

SKIP: Die Emojis sind ja ein relativ neues Phänomen – aber das dafür wirklich weltweit.

T.J. Miller: Stimmt. Das faszinierende an diesen Symbolen ist, dass sie die Sprachbarriere durchbrechen. Sie sind wie eine Universal-Sprache. Und das freut uns natürlich total, wenn unser Film nicht nur für uns US-Amerikaner lustig ist.

SKIP: Wie oft verwenden Sie eigentlich Emojis?

T.J. Miller: Äh, zu oft (lacht). Ich mache gerade das „Ooops, erwischt“-Emoji-Gesicht, merken Sie es? Ich hänge den ganzen Tag am Smartphone. Neulich sind meine Frau und ich gemeinsam im Taxi gesessen, beide am Handy, und statt uns zu unterhalten, haben wir uns Messages geschrieben.

SKIP: Als Stand-up-Comedian haben Sie eine große Präsenz in den Social Media. Wie sehr nutzen Sie die nicht nur beruflich, sondern auch privat?

T.J. Miller: Als Komiker finde ich in der Tat besonders Twitter super, weil man in dem kurzen Textformat sehr gut Aussagen witzig auf den Punkt bringen kann. Aber ich war immer schon fasziniert von sozialen Medien generell, diese Form der Kommunikation ist so spannend. Auch wenn mir in letzter Zeit vorkommt, dass es immer mehr um Selbstdarstellung geht, um Selfies und Likes, und nicht mehr so um den Austausch. Aber darum geht’s auch in unserem Film: Man soll Dinge nicht nur tun, um möglichst viele Likes zu bekommen, sondern weil man selber findet, dass das im Moment gerade das Richtige ist.

Interview: Gini Brenner, Foto: © Graham Whitby Boot / Juli 2017

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