Interview mit Manitu

Interview mit Michael "Bully" HerbigRick KavanianChristian Tramitz zu Bullyparade - Der Film

Mit Der Schuh des Manitu schrieben sie deutsche Kinogeschichte. Zuletzt gingen Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian jedoch getrennte Wege. Was sie nun zur Film-Wiederbelebung ihrer Bullyparade veranlasst hat, verrieten sie uns im Exklusiv-Talk.

SKIP: Man hätte ja fast nicht mehr damit gerechnet, dass ihr irgendwann wieder mal gemeinsam bei Interviews zu einem neuen Film sitzen werdet. Was ist da passiert?

Rick Kavanian: Mich hat Bully im Januar 2015 angerufen. Er meinte, dass ihn immer wieder Leute auf eine Fortsetzung von Der Schuh des Manitu oder (T)Raumschiff Surprise ansprechen würden – und er hat mich gefragt, ob es mir denn auch so ginge. Was auch tatsächlich der Fall war, auch bei Christian. Daraufhin haben wir uns zusammengesetzt und mal abgeklopft, ob wir überhaupt in der Verfassung oder Stimmung wären, wieder was gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und weil dann 2017 und 20 Jahre Bullyparade am Horizont zu erkennen waren, haben wir gesagt: „Gut, wir machen das!“ Wir wollten unseren Fans das zurückgeben, womit alles angefangen hat – mitsamt aller erweiterten Möglichkeiten, die mit den vielen Figuren aus der Bullyparade einhergehen.

SKIP: Wie schwer war es für euch, in diese Figuren, die ihr zum Teil 10, 15 Jahre nicht mehr gespielt habt, wieder reinzufinden?

Rick Kavanian: Interessanterweise gar nicht. Wir haben gerade zur Zeit der Bullyparade einfach so viel Zeit miteinander verbracht: mit Schreiben, mit Spielen, mit Aufzeichnen vor Publikum. Das ist alles in Fleisch und Blut! Wenn wir dann zusammenkommen, passiert alles fast von selbst.

SKIP: Ist das Schreiben bei euch basisdemokratisch organisiert? Muss jeder jeden Gag mögen?

Michael Bully Herbig: Ich sag mal so: Es gibt im Film nichts, was den jeweils anderen nicht auch gefallen hätte. Wenn jetzt einer etwas komplett mies und schlecht findet, dann findet es auch nicht statt. Hier wird keiner zur Pointe gezwungen! (lacht)

SKIP: Stand eigentlich auch mal die Idee im Raum, die einzelnen Episoden im Film in eine Rahmenhandlung einzugliedern?

Michael Bully Herbig: Klar haben wir da drüber nachgedacht. Es gab zum Beispiel die Idee, dass der ganze Film in einem Kino spielt und jede Episode in einem anderen Saal. Dafür musst du dir aber den Zwischenpart ausdenken und dabei haben wir rasch gemerkt: Was die Episoden betrifft kommen wir voran – aber das Drumherum war so gewürgt, so erzwungen. Obendrein hätten wir zu den eh schon vorhandenen 26 Figuren dann noch weitere entwickeln und spielen müssen.

Rick Kavanian: Wir würden jetzt nicht hier sitzen! (allgemeines Gelächter)

Christian Tramitz: Ja, irgendwann gehen einem ehrlicherweise auch mal die Figuren aus.

SKIP: Als ihr damals mit der Bullyparade angefangen habt, konnte man davon ausgehen, dass die persiflierten Originale wie die Winnetou- und Sissi-Filme noch popkulturelles Basiswissen dargestellt haben. Heute ist das wahrscheinlich etwas anders …

Michael Bully Herbig: Wir waren uns relativ sicher, dass Leute, die die letzten 20 Jahre den Weg mit uns gegangen sind, das mögen werden. Erstaunlich war aber, dass bei den Testscreenings bis zu 95 % der unter 25-Jährigen, die mit der TV-Show eventuell noch gar nicht in Berührung gekommen waren, das auch irrsinnig komisch fanden. Viele kennen natürlich auch unsere Filme und erkennen daher die Figuren wieder. Dass das jetzt Bullyparade – Der Film heißt, das ist letztendlich halt der Show geschuldet, die der Urknall war, aus der alles entstanden ist. Und damit hören wir jetzt auch auf.

SKIP: Bis zum nächsten Film halt …

Michael Bully Herbig: (lacht) Na, ich glaub damit ist es jetzt wirklich gut.

Christian Tramitz: Also zumindest für diese Form, diese parodistische Form. Wenn es überhaupt einen weiteren gemeinsamen Film gibt, dann muss der etwas Tragisches haben. So in der Art: Da sind drei gealterte und gescheiterte Comedians, die noch einmal eine Chance bekommen – durch einen Mäzen, der sagt: Ihr habt doch vor 30 Jahren mal erfolgreich Fernsehen gemacht, ich möchte euch noch einmal auf die Bühne bringen! Das wäre etwas, das wir noch nicht ausprobiert hätten – und damit interessant. Also für uns, fürs Publikum weiß ich nicht. (lacht)

Interview: Christoph Prenner / August 2017

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