In der Provinz beginnt's

Interview mit Verena Altenberger zu Die beste aller Welten

Im TV macht sie mit Magda macht das schon! Furore, jetzt zeigt die Salzburgerin im Kino in Die beste aller Welten ganz großes Talent. SKIP traf sie bereits bei der Berlinale, mittlerweile folgten zahlreiche Auszeichnungen.

SKIP: Wie bist du zu diesem Projekt gekommen, das quasi out of nowhere alle so verzückt?

Verena Altenberger: Adrian Goiginger, der Regisseur, hat aufgrund der speziellen Geschichte, die ja auf seiner eigenen Kindheit beruht, einfach nach jungen Salzburger Schauspielerinnen gegoogelt und ist da dann auf mich gestoßen (lacht). Dann haben wir uns getroffen, und mir war sehr schnell klar, dass ich das machen möchte.

SKIP: Dies ist ja deine erste Kino-Hauptrolle …

Verena Altenberger: Ja, genau. Ich habe davor eine TV-Serie gemacht, Magda macht das schon! Und ich hätte mir das gar nicht besser wünschen können: ein Arthouse-Film als heroinabhängige Mutter und ein RTL-Comedyformat als polnische Altenpflegerin. Dass ich auch weiterhin viele so unterschiedliche Rollen drehen darf, wäre der größte Wunsch an meine berufliche Zukunft.

SKIP: Wie hast du dich dann auf deine Rolle als drogenabhängige Mutter vorbereitet?

Verena Altenberger: Durch umfassende Recherche. Zuerst habe ich Ärzte konsultiert und mir die körperlichen Auswirkungen der Drogen genau erläutern lassen. Dann habe ich Ex-Junkies getroffen und Drogenberatungsstellen besucht. Und der letzte Schritt war dann halt, dass ich auch in die Szene gegangen bin. Also ich hab in München und Salzburg einfach Leute angesprochen am Hauptbahnhof.

SKIP: … und ihnen auch gleich ehrlich gesagt, dass du dich auf einen Film vorbereitest?

Verena Altenberger: Ja, da hatte ich Riesenglück, dass ich da schnell auf Leute traf, die sehr offen waren. Den Leuten aus der Szene hat gefallen, dass ich wirklich genau hinschauen wollte, wie ihre Situation ist und nicht nur irgendwas nachspielen. Manche haben mich auch eingeladen zu sich nach Hause, ich hab sehr viel Zeit in Junkie-WGs verbracht.

SKIP: Die haben das auch akzeptiert, dass du da nur Beobachter bist und dir nicht auch mal was angeboten?

Verena Altenberger: Naja, freiwillig teilen würd ja da eh keiner (lacht).

SKIP: Die Sprache in dem Film verleiht ja wie von selbst besondere Authentizität. War das für dich eine Erleichterung, auch mal in deinem Salzburger Dialekt zu arbeiten?

Verena Altenberger: Voll! Ich hab mir immer schon gewünscht, mal in meinem Dialekt spielen zu können. Und dieses Schiachsein hat mir auch total getaugt.

SKIP: Du kommst ja ursprünglich aus Dorfgastein. Bist du dort noch verwurzelt?

Verena Altenberger: Ja, nachdem große Teile meiner Familie noch dort leben, fahre ich mindestens einmal im Monat hin – auch wenn ich jetzt schon seit elf Jahren in Wien lebe.

Interview: Kurt Zechner, Foto: © Jenni Koller / August 2017

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