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Interview mit Jack Black zu Jumanji: Willkommen im Dschungel

Im Dschungelcamp mit Jack Black: In Jumanji: Willkommen im Dschungel spielt der Comedian unter der Regie von Jake Kasdan ein oberflächliches Teenie-Mädel. Im Ernst? Nein, alles nur Spaß, behauptet Black im SKIP-Interview in Barcelona. Gelernt hat der Mann offensichtlich gar nichts.

SKIP: Vor 22 Jahren wurde Robin Williams in Jumanji aus einem Brettspiel befreit. Inzwischen ist er ja leider verstorben – aber hat er aus dem Jenseits hier noch mitgemischt?

Jack Black: Wie Sie ja wissen, wird im originalen Jumanji Allan Parish, Robin Williams' Figur, als kleiner Bub ins Spiel gesaugt, und er muss dort 25 Jahre lang im tiefsten Dschungel von Jumanji überleben. Wir sehen das nie, wir sehen nur, wie er reinkommt, und dann, Schnitt, 25 Jahre später, taucht er als erwachsener, irrsinniger Mann wieder auf. Unser Film hier füllt diese Lücke: 

SKIP: Wir sehen, wo er all die Zeit war. Und auch wenn er selbst nicht mehr da ist, sind die Überbleibsel seines Aufenthalts noch da, etwa das Haus, das er sich gebaut hat. 

Jack Black: Wir finden im Dschungel Spuren davon, wie er überleben konnte, und das hilft wiederum uns, im Spiel zu überleben. Seine Gegenwart ist also sehr zu spüren, auch wenn er nicht mehr da ist. 

SKIP: Sie spielen hier Bethany, eine junge Frau im Körper eines nicht mehr ganz so jungen Mannes. War es schwer, sich da einzufühlen?

Jack Black: Genau das habe ich mich die ganze Zeit gefragt: Was würde Bethany tun? Aber, bäm, ich habe mich einfach in sie reinversetzt.

SKIP: Hübsche Teenagermädels werden oft im Kino ziemlich stereotyp bis herabwürdigend dargestellt. Haben Sie darüber nachgedacht?

Jack Black: Das würde mir die Freiheit zu spielen nehmen. Ich kann mich beim Spielen nicht darum sorgen, politisch korrekt zu sein, das macht meine Performance kaputt. Aber ich habe da dem Regisseur vertraut, dass er das Richtige tut. Jake ist ein liebenswürdiger Mann, klug und witzig, und ich vertrau seiner Sensibilität. Er hat mir ein paarmal auch gesagt, dass ich mich einbremsen soll. „Lauf nicht so übertrieben, lauf einfach wie du selber“: Man braucht als Schauspieler eine sensible Person, die darauf schaut, dass man keinen Blödsinn macht. Wenn man sich selber ständig um die Vermeidung von Stereotypen sorgen muss, wird der Film nie witzig. Und das Wichtigste ist wahrscheinlich: Ich finde Bethany toll, es war super, sie zu spielen. Aber wenn man einer von diesen Typen ist, die Frauen in ihrem Innersten verachten, wäre das anders.

SKIP: Haben Sie was dabei gelernt, eine junge Frau zu spielen?

Jack Black: Nö, nix. Sorry. Ich habe einfach instinktiv gewusst, was zu tun ist, um Bethany zu spielen, das beliebteste Mädchen der Schule! (lacht) Aber im Ernst, es ist ja spielen, so tun als ob, das ist sehr einfach und kindlich und lustig. Ich habe da keine tiefen Einsichten in das andere Geschlecht gewonnen. Sorry, Lady!

SKIP: Wie war es, mit Dwayne und den anderen zu arbeiten? Hatten Sie Spaß am Set?

Jack Black: Oh ja. Ich weiß nicht mehr, wer ursprünglich damit angefangen hat, aber irgendwer hat eine NERF Gun (eine Spielzeugpistole mit weicher Plastikmunition, Anm.) gekauft, und mich am Penis abgeschossen. Ich meine, ich habe Kleidung getragen, aber es war echt mitten in den Schritt, und ich war eigentlich in einer Szene, und auuuuu! Wie sich rausstellte, war es Dwayne. Natürlich habe ich mir dann auch so eine NERF Gun gekauft, und die Schüsse auf Schwänze gingen weiter, während des ganzen Drehs. Es war echt mörderisch, jeden Moment konnte wieder einer eins in den Schritt kriegen. Hinter jeder Ecke konnte das Verderben lauern!

SKIP: Puh, gefährlich. Diese Kombination aus Kindergartenfight und Ihrer Teen-Girl-Erfahrung klingt verstörend … Sagen Sie, was haben Sie daraus gelernt?

Jack Black: Du liebe Zeit, hören Sie endlich auf!

SKIP: Ha, na gut. Sagen Sie, haben Sie an Bethanys Dialogen mitgeschrieben, ist das von Ihnen geschriebener Text?

Jack Black: Nein, es gab in Wahrheit kaum Improvisation, wir haben uns brav ans Drehbuch gehalten. Nur einmal waren wir frei: In der Szene, in der ich Ruby Roundhouse beibringe, wie man flirtet und wie sie als Frau ihre femininen Reize zu ihrem Vorteil einsetzt, dieser Abschnitt war fast komplett improvisiert.

SKIP: Weil Sie sich da so gut auskennen.

Jack Black: Selbstverständlich!

Interview: Magdalena Miedl, Foto: Sony / November 2017

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