„Die eigenen Träume verfolgen – und nicht aufgeben!“

Interview mit Sophie Stockinger zu L'Animale

In L´Animale spielt Sophie Stockinger zum zweiten Mal die Hauptrolle in einem Film von Katharina Mückstein. Was die Arbeit mit der Regisseurin so besonders macht und welche Tipps sie angehenden Schauspielern geben kann, hat uns die heimische Senkrechtstarterin im Exklusiv-Interview verraten.

SKIP: L’Animale ist jetzt bereits dein zweiter Film unter der Regie von Katharina Mückstein. Wie kam denn die erneute Zusammenarbeit zustande? 

Sophie Stockinger: Katharina wollte unbedingt noch einen Film mit mir drehen, bevor ich so richtig erwachsen bin. Beim letzten Film (Talea, Anm. d. Red.) war ich vierzehn, bei L’Animale bereits achtzehn. Sie hat eine Geschichte geschrieben, in der ich die Hauptrolle spielen soll, und die Figur Mati so angelegt, dass sie weit von meiner eigenen Persönlichkeit entfernt ist. Das war ein echtes Geschenk, und dafür bin ich ihr auch sehr dankbar. 

SKIP: Was macht die Arbeit mit Katharina Mückstein so besonders?

Sophie Stockinger: Ich bewundere sie wirklich sehr in ihrer Arbeit, weil sie eine Regisseurin ist, die nichts dem Zufall überlässt. Sie hat von allem eine genaue Vorstellung, besonders was die verschiedenen Rollen und ihre Geschichten betrifft. Besonders mit uns vier jungen Darstellern hat Katharina bereits im Vorfeld viel geprobt, so dass die meisten Dinge beim eigentlichen Dreh schon geklärt waren.  

SKIP: Kaum eine Figur in diesem Film kann sie selbst sein. Alle verstellen sich auf eine gewisse Art und Weise. Wie viel von Mati findet man in Sophie Stockinger wieder?

Sophie Stockinger: Ich habe mich sehr intensiv auf die Rolle vorbereitet, ein Motorradtraining absolviert, viel geprobt, und versucht, das burschikose Auftreten der Figur anzunehmen. Es war schwierig, nicht zu viel von meiner eigenen Persönlichkeit reinzulegen, aber im Laufe der Dreharbeiten hat man immer besser spüren können, wo die Unterschiede zu Mati und mir sind.

SKIP: Wird die Bezeichnung „Coming-of-Age-Drama“ dem Film gerecht?

Sophie Stockinger: Nein, ich glaube nicht, schließlich geht es im Film ja nicht nur um ein Mädchen, das erwachsen wird. Alle Figuren kämpfen mit ihren ganz persönlichen Problemen, bewegen sich zwischen Schein und Sein und müssen sich mit Vernunft versus Instinkt auseinandersetzen. Es geht darum, wer man sein möchte, und was einen dabei einschränkt. Welches Leben möchte ich wirklich, und was muss ich aufgeben, um zu das zu erreichen, was mich glücklich macht? Auch Matis Eltern müssen mit ganz ähnlichen Problemen kämpfen. Deshalb sind wir auch zum Schluss gekommen, dass es „Coming-of-Awareness“ besser trifft.

SKIP: Du hast einmal gesagt: „Meine Droge ist das Theaterspielen“. Angenommen, morgen würde das Ende des Theaters oder das des Kinos bevorstehen. Was wäre schlimmer?

Sophie Stockinger: Oje, das ist eine schwierige Wahl. Ich glaube, da kann ich keine eindeutige Antwort geben. Meine ersten schauspielerischen Erfahrungen habe ich im Theater gemacht. Dann habe ich irgendwann angefangen, zu drehen, und auch den Film zu schätzen gelernt. Von daher möchte ich keines von beiden missen. Was mich am Theater besonders fasziniert ist die Interaktion mit dem Publikum, das wie ein Spielpartner fungiert. Mein großer Traum wäre, irgendwann parallel sowohl auf großen Bühnen als auch beim Film zu spielen.

SKIP: Welchen Tipp kannst du jungen Lesern geben, die auch mit dem Gedanken spielen, eine Schauspielkarriere anzustreben?

Sophie Stockinger: Immer Spaß an der Sache haben, so viel spielen wie möglich, vollkommen egal ob bei Amateurfilmen oder auf Bühnen. Viel ausprobieren und die eigenen Träume verfolgen. Und dabei nicht aufgeben. Man kann es schaffen!

Interview: Christoph Waldboth, Foto: pps.at / Februar 2018

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