All, mächtig: SKIP traf die Stars des neuen Netflix-Hits

Interview mit Molly ParkerToby Stephens

Völlig losgelöst von der schrulligen Rumpeligkeit der Originalserie aus den Sixties hat Netflix Lost In Space reanimiert – als Big-Budget-Weltraumabenteuer mit starken Schauwerten und modernen Geschlechterrollen. Was es mit der Neuauflage sonst noch so auf sich hat, erzählten uns die beiden Fernsehfamilienoberhäupter Molly Parker und Toby Stephens exklusiv in Dubai.

SKIP: Das SciFi-Genre ist seit jeher dafür bekannt, in all den Geschichten von fremden und futuristischen Welten stets auch Entwicklungen in der Gegenwarts-Gesellschaft zu reflektieren. Welche aktuellen Themen berührt Lost In Space?

Toby Stephens: Im Grunde erzählen wir die Robinson-Crusoe-Geschichte der Originalserie aus den 60er Jahren aus einer modernen Perspektive. Sämtliche weiblichen Charaktere sind jetzt starke Persönlichkeiten. Und obwohl unsere Familie dysfunktional ist – welche ist es nicht? – versuchen alle Mitglieder ständig, sich zu verbessern, die Kids wie auch wir als Eltern.

Molly Parker: Die Story spielt ja 30 Jahre in der Zukunft. Anders als in der ersten Auflage der Serie, in der die Weltraumfahrt noch ein tolles Abenteuer war, sind wir in unserer Version der Geschichte nun nahezu dazu gezwungen, die Erde zu verlassen, um überhaupt noch eine Zukunft zu haben.


SKIP: Man könnte aber durchaus auch behaupten, dass die Serie nach Abzug aller SciFi-Elemente ebenso gut als Ehedrama durchgehen würde.

Stephens: Ganz genau. Für mich war dieser Aspekt auch einer der Hauptgründe, warum ich das Drehbuch so gut gefunden habe. Ich hatte mir nicht erwartet, dass unsere Beziehung so nuanciert geschrieben sein würde. Für mich ist es wichtig, dass SciFi in der Realität verankert ist. Deswegen ist es ja auch so ein großer Spaß, die Leute an etwas glauben zu lassen, das total absurd ist – und zwar allein aus dem Grund, weil ihnen die Figuren so wichtig sind, weil sie sich mit ihnen identifizieren können.


SKIP: Denken Sie, dass die starken weiblichen Charaktere in Ihrer Show auch abseits des Schirms Denkmuster in der Wahrnehmung der Geschlechter verändern können?

Parker: Jeder kulturelle Output hat natürlich auch einen starken Einfluss darauf, wie wir die Welt und uns selber sehen. In der 60er-Serie verbringt Maureen Robinson etwa noch eine Menge Zeit damit, Leute zu fragen, ob sie ihnen ein Sandwich machen kann. Deswegen war ich sehr erleichtert, als ich erfahren habe, wie diese Figur in der Neuauflage interpretiert wurde – als eine Frau, die nicht bloß stark ist, sondern eben „menschlich“, die kompliziert ist und auch Schwächen hat.


SKIP: Der Planet, auf dem Sie stranden, geizt nicht mit spektakulären Schauwerten. Wie viel davon ist am Computer entstanden, wie viel wurde an echten Sets gefilmt?

Stephens: Wir hatten eine Menge Außenaufnahmen, sehr viele davon in den Bergen und in wirklich kalten Gegenden. Als ich für eine Serie namens Lost In Space zugesagt habe, hätte ich mir ja eher gedacht, dass ich da total viel Zeit im Weltall verbringen würde und nicht ganz so viel im tief winterlichen Kanada! (lacht)

Parker: Der Dreh war physisch wirklich um einiges anspruchsvoller als gedacht. Vor der nächsten Season gehe ich garantiert ins Fitnessstudio!


SKIP: Netflix ist berüchtigt dafür, die Seherzahlen seiner Sendungen geheim zu halten. Werden Sie trotzdem nach Ihren fragen? Und gab es schon Gespräche wegen einer zweiten Staffel?

Parker: Ich habe in den letzten Jahren ja schon öfter mit Netflix gearbeitet. Es spielt aber keine Rolle, ob man fragt oder nicht: Man findet ohnehin nichts raus! (lacht) Aber das hat auch was Befreiendes … Netflix ist wirklich gut darin, kreativen Köpfen Freiräume zu gewähren und ihnen nicht dauernd im Nacken zu sitzen.

Stephens: Selbst bei der BBC wird ständig über das Thema Quoten gesprochen. Dabei ist die doch schon finanziert! Natürlich hat aber auch Netflix seine Kriterien, die darüber entscheiden, ob eine Show weitere Staffeln bekommt – bloß übersteigen diese Informationen meine Gehaltsklasse leider bei weitem! (lacht)

 

Lost In Space (Staffel 1) – ab 13.04. auf Netflix.

 

Interview: Christoph Prenner, Foto: Netflix / April 2018

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