"Du musst einfach liefern"

Interview mit Luna Wedler zu Das Schönste Mädchen der Welt

Topp, Schwyz! Spätestens seit sie auf der diesjährigen Berlinale den Shooting Star Award abgeräumt hat, gilt Luna Wedler als eine der größten Zukunftshoffnungen des deutschsprachigen Kinos. Wir haben die 18-jährige Schweizerin anlässlich ihrer bislang größten Hauptrolle in Das schönste Mädchen der Welt zum Interview gebeten.

SKIP: Was hat dich denn an der Rolle der Roxy besonders gereizt?

Luna Wedler: Die Figur hat mich sofort ab jenem Moment gepackt, in dem sie das erste Mal auftaucht: Sie schreit ihren Vater an, platzt in den Bus rein und man hat keine Ahnung, was mit ihr eigentlich los ist. Roxy zu spielen war einfach sehr schön, weil sie einfach diese starke Attitude hat, direkt ist, einfach ihr Leben lebt und auf alles andere scheißt. Sie ist kein Klischeemädchen. Sie ist nicht nur hübsch, sie ist auch echt. Und ich glaube, das braucht’s jetzt auch mal.

SKIP: Die Geschichte des Films ist ja eine moderne Interpretation des Literaturklassikers Cyrano de Bergerac. Welche Relevanz hat dieser Stoff, der doch schon über 120 Jahre alt ist, für dich in der Gegenwart?

Luna Wedler: Es klingt zwar immer blöd, wenn man das so sagt, aber es geht wirklich darum, dass man auf die inneren Werte schauen und nicht das Äußere werten sollte. Es ist vor allem in der heutigen Zeit total wichtig, dass man nicht judged. Der Film ist zwar lustig, aber er hat eben für die Jugend auch eine wichtige Botschaft: Liebt euch selbst!

SKIP: Apropos: Das schönste Mädchen der Welt ist nach einigen ernsteren Dramen in deiner Schweizer Heimat deine erste komödiantische Produktion. Und es ist auch dein erster Film in dieser Größenordnung.

Luna Wedler: Ja, das war jetzt tatsächlich meine erste große Rolle. Die, die ich bisher gespielt habe, waren mir teils sehr, sehr nah. Teilweise war es da auch schwierig, wieder loszulassen. Wenn man Dramen dreht, dann geht es natürlich auch am Set angespannter und ernster zu, bei einer Komödie ist es lustiger und lockerer.

SKIP: Die hohe Qualität der Battle-Rap-Szenen im Film ist wirklich eindrucksvoll. Vor allem, wenn man bedenkt, wie rasch so etwas, nicht nur im deutschen Film, ins Peinliche kippen kann.Wie schwer war es, das so authentisch hinzubekommen?

Luna Wedler: Im Vorfeld hatte ich schon Angst vor dem Rappen. Das war echt eine Challenge. Das Allerwichtigste ist: Du brauchst diese Attitude dahinter, du musst dastehen und einfach liefern. Anfangs war es für mich schon ein wenig ein Problem, das so rüberzubringen. Dank unserer Rap-Coaches habe ich es dann aber doch ganz gut hinbekommen, hoffe ich.

SKIP: Bei der diesjährigen Berlinale wurdest du mit dem Shooting Star Award ausgezeichnet – so wie vor dir bereits heutige Kaliber wie Daniel Craig oder Alicia Vikander. Hatte das denn auch schon Auswirkungen auf dein Leben oder deine Karriere?

Luna Wedler: Es war und ist natürlich eine Riesenchance für mich, weil das in Europa einfach einer der anerkanntesten Newcomer-Preise ist. Du lernst so viele Caster kennen, dir werden so viele Möglichkeiten geboten, dich zu connecten. Weil so viel gleichzeitig passiert, weiß ich natürlich nicht, ob es der Preis war, der gewisse Dinge in Bewegung gebracht hat. Ganz bestimmt hat er aber dabei geholfen, dass Leute sehen, dass ich da bin.

Interview: Christoph Prenner, Foto: Mathias Bothor / September 2018

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