Killing it

Interview mit Adam Driver zu The Man Who Killed Don Quixote

Terry Gilliams The Man Who Killed Don Quixote ist wohl einer der am längsten erwarteten Filme der Kinogeschichte. Stress für den Hauptdarsteller? Not so much. Adam Driver machte beim SKIP-Interview in Cannes einen auf Druckausgleich.

SKIP: Es schien, als ob auf The Man Who Killed Don Quixote ein Fluch lasten würde, zwei Don-Quijote-Darsteller sind während der Entstehung des Films gar verstorben, Sie haben die Rolle von Johnny Depp übernommen. Hat Sie das alles nicht irgendwie nervös gemacht?

Adam Driver: Ach, ich habe mich da nicht so reingesteigert. Ich habe schon genug Erfahrung mit langwierigen Projekten, Martin Scorsese hat beispielsweise für Silence ja auch über 20 Jahre gebraucht, am Ende haben wir’s doch fertigbekommen. In Wahrheit ist es bei jedem Film ein Wunder, wenn er überhaupt zustande kommt.

SKIP: Aber setzt einen das nicht etwas unter Druck, wenn man gegen mehrere Jahrzehnte Erwartungshaltung anspielen muss?

Adam Driver: Ich habe daran gar nicht gedacht und habe das beim Dreh auch nicht so empfunden. Es gibt da natürlich viel Symbolismus zwischen Terrys persönlicher 30 Jahre langen Reise mit diesem Film und meinem Charakter. Gleichzeitig ist diese Figur aber auch sehr offen gestaltet.

SKIP: Hat man bei einem Indie-Projekt eigentlich mehr Angst, dass es in die Hose geht? Bei Star Wars gibt’s ja quasi Erfolgsgarantie.

Adam Driver: Das sehe ich gar nicht so. Nur weil es Star Wars ist, habe ich echt nicht das Gefühl, dass es da irgendwelche Extra-Sicherheitsnetze gibt. Klar, es gibt mehr Budget und das Catering ist besser. Aber das Publikum ist genauso kritisch. Leute schauen sich den Film sicher nicht deswegen an, weil sie denken: „Die hatten sicher ein super Catering!“

SKIP: Abgesehen vom Catering – wie unterscheidet man als Schauspieler eigentlich zwischen Blockbuster- und Arthouse-Produktionen?

Adam Driver: In meinem Fall gar nicht. Mein Job ist mein Job, egal auf welcher Ebene. Aber ich habe auch Glück, dass ich selbst bei Blockbustern mit großartigen Regisseuren zusammenarbeiten darf, J.J. Abrams und Rian Johnson sind ja auch ohne Star Wars Regisseure, mit denen man gerne drehen würde. Das sind riesige Franchise-Produktionen, klar, aber die beiden teilen es in schöne kleine Portionen und drehen die wie jeden anderen Streifen auch. Und der Anspruch und die Verantwortung waren bei Star Wars weder größer noch kleiner als bei jedem anderen Film. Für mich gibt es da keine Unterschiede.

SKIP: Sehen Sie sich Ihre eigenen Filme gerne an?

Adam Driver: Oh nein. Ich versuche immer, mich selber nicht auf der Leinwand zu sehen. Wie vielen anderen Kollegen auch fallen mir da immer nur die Sachen auf, die ich falsch gemacht habe, und das ist echt schmerzhaft. Wenn ich als Darsteller zu einer Premiere muss, haue ich ab, sobald der Film beginnt – und ich komme erst zur Afterparty zurück, wenn alle schon ein bisschen beschwipst sind.

Interview: Kurt Zechner / September 2018

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