Homemade Monster

Interview mit Justin P. Lange zu The Dark

Abseits ausgetrampelter Genre-Pfade schlängelt sich Justin P. Langes Spielfilmdebüt durch die Sphären von blutigem Horror, Coming-of-Age und einfühlsamem Missbrauchs-Drama. SKIP sprach mit dem jungen Filmemacher im Zuge der Österreich-Premiere von The Dark beim /slash Filmfestival in Wien.

SKIP: Sie selbst sind US-Amerikaner, hinter Ihrem Spielfilm, The Dark, steckt allerdings eine österreichische Produktionsfirma sowie eine größtenteils österreichische Crew – wie kam es dazu?

Justin P. Lange: Durch Florian Krügel, den ich während eines gemeinsamen Semesters an der Columbia University kennengelernt habe und mit dem ich mittlerweile gut befreundet bin. Wir haben gemeinsam als Abschlussprojekt den ursprünglichen Kurzfilm zu The Dark gedreht, als Kooperation zwischen unseren Universitäten: der Columbia University und der Filmakademie Wien. Als wir mit dem Kurzfilm den Preis für den besten internationalen Spielfilm beim Filmfestival der Filmakademie gewannen, wurde die Wiener Produktionsfirma DOR Film auf uns aufmerksam. So kam eines zum anderen und wir konnten schließlich auch den geplanten Langspielfilm umsetzen.

SKIP: Karl Markovics hat eine Rolle übernommen. Kannten Sie ihn schon vorher?

Justin P. Lange: Ja, ich habe seinen oscarprämierten Film Die Fälscher gesehen und seine Arbeit sehr bewundert. Karl taucht immer wieder auch in internationalen Produktionen auf. Ich fand die Vorstellung großartig, mit ihm zu drehen, also haben wir ihn einfach gefragt. Und er war dann auch selbst sehr begeistert von der Rolle. Sein Part im Film ist ein Red Herring (Anm.: falsche Fährte), als Hommage an Psycho. Man denkt am Anfang, dass er die Hauptfigur ist, aber dann kommt doch alles anders. Karl mochte diese Idee sehr.

SKIP: Die Hauptfigur des Films ist ein von seiner traumatischen Vergangenheit gezeichnetes Teenager-Mädchen namens Mina. Keine einfache Rolle – wie verlief das Casting?

Justin P. Lange: Wir haben uns an die 100 potenzielle Minas angesehen. Wir waren ja auf der Suche nach einem Monster – wir mussten eine junge Darstellerin finden, von der wir uns vorstellen konnten, dass sie uns Angst macht! Das war für die meisten Mädchen nicht einfach, aber für Nadia war das kein Problem. (lacht) Sie ist auch schon etwas älter, Anfang 20, sieht aber noch sehr jung aus.

SKIP: Würden Sie sagen, dass The Dark ein Zombie-Film ist?

Justin P. Lange: (lacht) Ja, das ist interessant … mir wurde erst bei meinem ersten Interview zum Film bewusst, dass man ihn als Zombie-Film sehen kann. Die Art des Monsters ergab sich aber aus Minas Geschichte. Ich dachte einfach, dieses Mädchen hat es nicht verdient zu sterben. So wurde eine Untote aus ihr. Wir hatten ursprünglich nicht im Kopf, einen Zombie-Film zu machen. Aber mittlerweile verstehe ich, dass man ihn so bezeichnet. 

Interview: Claudia Dlapa / Oktober 2018

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