Die Boss-Transformation

Interview mit Zachary Levi zu Shazam!

Die auffällige Verwandlung ist Zachary Levis liebste Handlung: In seiner Durchbruchsserie Chuck wird aus einem IT-Kerl ein Superspion, in Shazam! nun aus einem Teenager ein Superheld. Bevor er damit selbst zum Superstar wird, hat ihn SKIP noch in London zum exklusiven Interview getroffen.

SKIP: Sie haben für diese Rolle ja doch einiges an Masse, besonders an Muskelmasse, zulegen müssen. Wie viel Überwindung hat Sie das denn gekostet?

Zachary Levi: Als ich die Zusage für den Job bekommen habe war ich ohnehin grade dabei, mich im Fitnesscenter in Schuss zu bringen. Danach habe ich das Workout natürlich auf ein noch viel höheres Level heben müssen, quasi auf Spinal Tap 11 (lacht). Ich ging fortan also 5 bis 6 Tage in der Woche ins Gym, habe dazu 4000 Kalorien pro Tag zu mir genommen. Irgendwann bin ich regelrecht süchtig nach Workout geworden – durch die Endorphine, die du ausschüttest, geht es dir auch emotional besser. Ich bin also dankbar für die Transformation, die ich hierfür durchmachen durfte. Ich werde in ein paar Jahren zwar 40, aber ich fühle mich besser und gesünder denn je. 

SKIP: Wie haben Sie sich, abgesehen vom körperlichen Aspekt, auf diese Rolle des erwachsenen Helden, in dem ja eigentlich ein 14-Jähriger steckt, vorbereitet? Mit welchen Tricks konnten Sie Ihren inneren Teenager wieder zum Leben erwecken?

Zachary Levi: Unglücklicherweise für mich habe ich mich lange Zeit meines Lebens gegen das Erwachsenwerden gewehrt. Ich war immer das überdrehte Kind und wollte einfach die Leute unterhalten, die ganze Zeit. Während des Drehs habe ich mir andererseits aber auch immer wieder mal zu viele Gedanken gemacht – weil ich schließlich ja doch ein Erwachsener bin. Dadurch verliert man aber den Bezug zu dem, was ein Kind ausmacht. Als ich dann den jungen Darstellern dabei zugeschaut habe, wie sie rumblödeln und sich gegenseitig ins Gesicht schlagen, dachte ich mir: Das sollte ich sein, das sollte ich tun. Und dann habe ich mir überlegt, was 14-Jährige heutzutage so machen – den Floss-Dance etwa. Den habe ich dann in den Film eingebracht, obwohl er vorher gar nicht im Skript gewesen war.

SKIP: Sie bezeichnen sich ja selbst gern als Nerd und haben auch ein Unternehmen namens NerdMachine, das sich dieser Kultur widmet. Wie geht das denn mit Ihrer neuen optischen Erscheinung zusammen?

Zachary Levi: Ach, ich war immer ein Nerd und werde auch immer einer sein. Was früher als Nerd-Kultur bezeichnet wurde, ist ja mittlerweile längst allseits akzeptierte Popkultur. Superheldenfilme werden von Millionen Leuten auf dem gesamten Planeten gesehen. Letztlich bildet das aber auch Empathie. Leute, die früher nicht wussten, wer Shazam war, wussten auch nicht, was er für Leute bedeuten konnte. Jetzt sehen sie ihn in einem Film, mögen ihn hoffentlich, und verstehen dann die Leute besser, die ihn schon vorher gut gefunden haben. Das ist doch eine coole Sache! Ich bin ja generell der Meinung, dass nerdy einfach nur leidenschaftlich bedeutet. Diese beiden Worte sind für mich gleichbedeutend. Du kannst ein Mode-Nerd sein, Donatella Versace ist ein Mode-Nerd. Du kannst ein Auto-Nerd sein, ein Fitness-Nerd, was auch immer.

SKIP: Im Gegensatz zu anderen DC-Superhelden wie Batman oder Superman haben die meisten Menschen bei Shazam eben noch kein vorgefertigtes Bild zur Figur im Kopf. Hat Sie das auch befreit, dass Sie niemandem nacheifern müssen, der diese Rolle schon zuvor gespielt hat?

Zachary Levi: Gerade Superman trägt natürlich unfassbar viel Geschichte und Erbe mit sich herum. Er ist halt der ikonischste aller Superhelden. Der Druck auf den aktuellen Superman-Darsteller Henry Cavill muss also enorm gewesen sein – weil ganz einfach jeder schon eine Meinung dazu hat, wie er sein und was er machen soll. Shazam war hingegen die meiste Zeit seiner Existenz ein Nischencharakter, der jetzt sein bisher größtes Rampenlicht bekommt. Wir konnten ihn daher relativ neu etablieren – auf eine sehr frische, freudespendende Art und Weise.

Interview: Christoph Prenner / März 2019

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