"Keiner sagt mehr YOLO"

Interview mit Maximilian Mundt

Für seine große Liebe wird in How To Sell Drugs Online (Fast) aus einem schüchternen Schüler ein digitaler Escobar. Wo sich die deutsche Netflix-Serien-Eigenproduktion mit einer wahren Geschichte überschneidet und wo nicht, hat uns Hauptdarsteller Maximilian Mundt im exklusiven Interview erzählt.

SKIP: So unglaublich es auch klingt: How to Sell Drugs Online (Fast) beruht auf einer wahren Begebenheit. Wie hast du reagiert, als du zum ersten Mal von dem Fall gehört hast?

Maximilian Mundt: Es stimmt, dass die Serie auf jener Geschichte basiert, in der ein Jugendlicher von seinem Kinderzimmer aus Drogen verkauft hat – das war’s aber auch schon. Ich wollte mich nicht zu sehr mit dem Fall beschäftigen, weil ich die Freiheit haben wollte, die Figur selber zu gestalten. Ich glaube auch nicht, dass mit ihm zusammengearbeitet wurde. Es ist natürlich gruselig und krass, dass es relativ einfach ist, Drogen über das Internet zu verkaufen, aber das bringt andererseits auch seine Risiken mit sich, wie wir in der Serie sehen werden.

SKIP: Inwieweit geht die Serie über die wahren Begebenheiten hinaus? Es gibt da ja nun zum Beispiel eine zusätzliche Liebesgeschichte …

Maximilian Mundt: Die Serie ist zwar voll von der „Shiny Flakes“-Story inspiriert, vieles ist aber auch einfach Fiktion. Sie ist so auch spannender, unterhaltsamer und emotionaler als die Originalgeschichte. Es geht viel um Freundschaft und Verlust, aber auch um die Anerkennung, die mein Charakter haben möchte – von der Gesellschaft, aber vor allem von seiner großen Liebe, die ihn verlassen hat. 

SKIP: Wie würdest du deine Figur charakterisieren?

Maximilian Mundt: Meine Figur ist auf jeden Fall ein Macher-Typ, auch wenn er erst mal nicht so rüberkommt, weil er ein Außenseiter ist. Er ist sehr ruhig und nerdig – in der Schule wird ihm von niemandem Beachtung geschenkt. Er hat aber einen eisernen Willen, auch wenn er oft erst macht und weniger nachdenkt und dann später mit den Konsequenzen leben muss. Und er kann leider ganz schwer die Emotionen seiner Mitmenschen einschätzen – weshalb er mitunter seinen besten Freund Lenny hintergeht und erst am Ende merkt, was er an ihm hat.

SKIP: Wie stehen deine Eltern zur Tatsache, dass du in einer Serie zu diesem Thema mitspielst?

Maximilian Mundt: Die finden das cool, was ich mache. Meine Mutter ist generell immer ein bisschen bodenständig und meint dann: „Ja, das ist ganz nett, mach das mal, aber mach danach auch noch deinen Bachelor!“ Weil sie einfach will, dass ich noch irgendwas in der Hinterhand habe. Sie ist natürlich stolz, aber auch nicht so super gehypt, wenn ich so etwas mache.

SKIP: Warum würdest du unter hunderten Netflix-Serien jemandem genau deine empfehlen?

Maximilian Mundt: Ich habe oft überlegt, mit welcher Serie ich unsere vergleichen würde – und mir fällt da einfach nichts ein. Sie ist sehr eigen, mit merkwürdigem Humor und Charakteren, kombiniert mit einer geilen Montage und echten jugendlichen Statements. Ich habe bei einem Drehbuch während des Lesens  noch nie so oft laut gelacht. Die Autoren haben verstanden, wie die Generation Z tickt und sie realitätsnah porträtiert – ohne etwas krass zu überzeichnen. Sachen wie „Yolo“ sagt bei uns einfach keiner mehr!

Interview: Sarah Riepl / Mai 2019

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