Der Hundeflüsterer

Interview mit Jan Josef Liefers zu Pets 2

Als Rechtsmediziner Boerne muss sich Jan Josef Liefers im Tatort Münster zwar primär mit Todesfällen herumschlagen, mit seiner Stimme durfte er dem animierten Jack Russell Terrier Max dafür jetzt schon zum zweiten Mal fiktionales Leben einhauchen. SKIP traf den vierfachen Familienvater und Hundefreund zum Pets 2-Plausch in Berlin.

SKIP: Die großen Stars sind natürlich auch in Pets 2 wieder die Haustiere. Haben Sie denn selbst auch welche?

Jan Josef Liefers: Ja, mehrere sogar, einer davon ist unser Hund Toni. Der wurde als Welpe in einem Schuhkarton ausgesetzt und gefunden. Man hat uns gesagt, er sei ein Schnauzer-Mix, aber ich glaube ja eher, dass Toni durch eine Liebesgeschichte zwischen einem Husky und einem Dackel entstanden ist. Er ist sehr lang, hat ein Husky-artiges Fell, aber richtig kurze Beine – ein lustiger Hingucker.

SKIP: Im Film entwickelt sich Ihre Figur Max, als ein Baby zur Familie kommt, zu einem richtigen Helikopter-Hund. Haben Sie das als Vater auch selbst schon erlebt?

Jan Josef Liefers: Ja, ich kann mich erinnern, dass ich durch die Geburt meiner Kinder schon ängstlicher wurde. Ich habe dann plötzlich wie ein Schach-Großmeister versucht, sämtliche möglichen Züge vorauszudenken. Okay, wenn sie plötzlich einen Haken nach rechts schlägt, ist da ein Radfahrer! Wenn sie auf einmal nach links ausschlägt, ist dort ein dorniger Busch! Und so weiter. Alle möglichen Sachen, die so schiefgehen könnten, habe ich mitgedacht. Und das muss man natürlich irgendwann ablegen. Das ist ja 
sozusagen auch die Lehre des Films. Am Ende sieht Max ein, dass man einfach nicht ständig Angst haben darf.

SKIP: Zum Thema Angst überwinden: Können Sie sich an eine persönliche Mutprobe erinnern, auf die Sie sich mal eingelassen haben?

Jan Josef Liefers: Wir haben als Kinder ständig gefährliches Zeug gemacht. Zum Beispiel haben wir in den Lehmboden eine Höhle gegraben und dann die einzige Säule, die diese Höhle hielt, mit Silvesterknallern gesprengt. Wäre das Ding eingebrochen, wären wir alle unter zehn Meter Lehmboden verschüttet gewesen. Ein Alptraum, wenn ich drüber nachdenke, dass eines meiner Kinder heute solche Kapriolen machen könnte.

SKIP: Was würden Sie sagen, haben Sie von Ihren Haustieren gelernt?

Jan Josef Liefers: Tatsächlich Zufriedenheit. Ich habe Toni mal zu einem langen Dreh nach Schweden mitgenommen und es war so toll, dass er dabei war. Egal was war, er war immer happy. Für ihn war die Welt in Ordnung, solange wir zusammen waren. Man erstickt ja oft unter Sorgen und Problemen. Und vergisst total, zu sehen, was gerade schön ist. Für die Hunde ist das Leben in Ordnung, solange man zusammen ist und alles andere kommt erst an zweiter Stelle. Das kann man sich vom Hund abschauen. Dass man sich auch mal freut, anstatt immer mit zerfurchter Stirn und von Problemen gebeutelt durchs Leben zu gehen. 

SKIP: Wie steht’s um die Freude an Ihrer Rolle im Münster-Tatort?

Jan Josef Liefers: Die ist da! Die Autoren haben immer noch gute Ideen. Zwischendurch gibt es mal einen, bei dem man sich fragt, hm … treten die Autoren da gerade auf der Stelle? Wir sind da sehr sensibel und wollen auf jeden Fall aufhören, bevor man denkt „Oh komm, jetzt fällt ihnen aber wirklich gar nichts mehr ein“. Also das ist uns sehr wichtig. Aber auch der nächste ist wieder eine schöne Geschichte, also so lange den Autoren die Fantasie nicht ausgeht, machen wir weiter. Erst, wenn es öde wird, werden wir einen Schlussstrich ziehen. Aber momentan ist das noch lange nicht in Sicht.

Interview: Claudia Dlapa / Juni 2019

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