Sexy Sarah Superstar

Interview mit Sarah Michelle Gellar zu Scooby-Doo

Keine Vampire sondern jede Menge Spukgestalten nehmen in Scooby-Doo Sarah Michelle Gellar ins Visier. Doch die coole Sarah Michelle meistert jedes Abenteuer souverän – auch das Exklusiv-Interview mit SKIP-Hollywood-Korrespondentin Elisabeth Sereda.

SKIP: Um den Zeichentrick-Helden Scooby-Doo rankt sich besonders in den USA ein riesiger Fan-Kult. Was ist das Besondere an Scooby?

Sarah Michelle Gellar: Nun, die Cartoon-Serie läuft seit über 30 Jahren – und sie war die erste ihrer Art, in der derartig liebevoll charakterisierte, sehr menschliche Figuren die Hauptrollen spielten. Früher waren Cartoons eher dumm und einfach. Die Figuren waren nicht gut genug, damit man sich mit ihnen identifizieren wollte. Scooby-Doo war anders. Und noch dazu wirklich lebensnah. Nimm z. B. die Figur des Shaggy: In den 70er-Jahren war er ein Blumenkind, ein Hippie. In den 80ern und 90ern war er ein Surfer-Dude, und danach ein richtiges Generation-X-Kid.

SKIP: Stimmt es, dass du anfangs von dem Projekt gar nicht so begeistert warst?

Sarah Michelle Gellar: Na ja, Scooby-Doo ist so beliebt, dass ich echt Angst hatte, wir könnten da nicht mithalten. Daher war ich skeptisch. Aber das war, bevor ich das Drehbuch in die Hand bekam. Ich war sehr angetan von dem Skript, und noch mehr, als ich mich mit Regisseur Raja Gosnell zusammen setzte. Er sagte: "Auf den ersten Blick sieht das Ganze aus wie ein Film voller Special Effects und Spukgestalten – aber die dienen nur der Story. Und die Story ist die von fünf guten Freunden." Damit überzeugte er mich.

SKIP: Du giltst als außerordentlich selbstbewusst – wie schwer war es da für dich, jemanden wie Daphne zu spielen, die anfangs so unsicher ist?

Sarah Michelle Gellar: Es war schwer, die anderen davon zu überzeugen, dass ich das schaffe. Aber gerade das war es auch, was mich an der Rolle reizte. Ich fand es total interessant, eine Figur zu spielen, die sich entwickelt, die erst im Lauf des Films ihre wahre Stärke entdeckt – ohne sich dabei gleich in Lara Croft zu verwandeln (lacht). Die Produzenten hatten mir eigentlich zuerst die Rolle der intellektuellen Velma angeboten – ich redete mir den Mund fusselig, bis ich ihnen klarmachte, um wie vieles besser ich als Daphne wäre. Das Gegenteil von sich selbst zu spielen kann ja wunderbar funktionieren – das hat man ja schon bei Alicia Silverstone in Clueless oder Reese Witherspoon in Natürlich Blond gesehen.

SKIP: In Scooby-Doo hast du ein paar ganz spektakuläre Action-Szenen. Wie abenteuerlich war das beim Drehen?

Sarah Michelle Gellar: Enorm. Es begann alles mit der Arbeit an den Seilen. Das war neu für mich. Ich meine, in Buffy hänge ich schon manchmal von einem Seil – aber so wie wir das in der Serie machen, kann das jedes kleine Kind. Für Scooby-Doo brachten die ein vollständiges Hong-Kong-Seil-Team aufs Set – fast wie bei Matrix (lacht). Die Arbeit mit denen war echt hart. Aber das Schwierigste war nicht das körperliche Training, sondern die Verständigungsschwierigkeiten! (lacht) Die Seil-Experten sprachen nämlich alle kaum Englisch, mussten mir aber extrem komplexe Bewegungsabläufe beibringen. Wenn man die Moves nicht richtig beherrscht, kann man sich schwer verletzen, und ich versuchte echt mein Bestes – aber ich brauchte zwei Wochen, bis ich überhaupt kapierte, dass die mit "Mädchen jung" mich meinten (lacht). Ich trainierte drei Wochen lang täglich, bis die Knochen knackten. Ich hatte das total unterschätzt. Ich dachte, okay, ich bin halbwegs beweglich – also häng ich mich da halt rein und schwinge ein bisschen. Aber das Ganze hat viel mehr mit Gleichgewicht zu tun als mit Flexibilität.

SKIP: Du warst im Laufe deiner Karriere schon in so ziemlich jedem Genre zu sehen: Komödie, Action, Drama, Satire. Bei welchem Stoff fühlst du dich am wohlsten?

Sarah Michelle Gellar: Nun, eigentlich hoffe ich, man wird sich eines Tages an mich als sehr universelle Schauspielerin erinnern. Und natürlich werde ich das Buffy-Image nie abschütteln können. Das ist schon okay – die Serie hat mir schließlich viele Möglichkeiten gegeben.

SKIP: Freddie und du sind jetzt verlobt. Ihr habt beide denselben Job, arbeitet im selben Business. Wir sehen immer wieder Schauspieler-Ehen zerbrechen, weil einer immer berühmter wird, während der andere auf der Strecke bleibt – etwas, das sich im dauernden Auf und Ab der Filmindustrie kaum vermeiden lässt. Wie, glaubt ihr, werdet ihr damit fertig?

Sarah Michelle Gellar: Das mit dem Auf und Ab ist doch nicht nur in Hollywood so. Das gibt es in jeder anderen Berufsgruppe, in jeder anderen Beziehung. Wenn einer plötzlich erfolgreicher ist, verschieben sich die Machtverhältnisse. Und das kann Probleme schaffen. Mit Freddie sehe ich solchen Dingen aber recht entspannt entgegen. Es hat ja auch Vorteile, den selben Job zu haben: Freddie versteht meine Probleme. Meine Freunde, die nicht im Filmbusiness sind, nicht immer. Wenn ich mal klage, dass ich müde bin, sagen die: "Worüber regst du dich auf? Warum bist du so müde? Du hast doch nichts anderes gemacht als dich den ganzen Tag fotografieren lassen!"

Interview: Juni 2002

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