Fight Night

Interview mit Brad Pitt zu Fight Club

Brad Pitt ist ein Schläger, der geschmacklose Hemden trägt und mit Handgranaten spielt. Willkommen imFight Club: Peter Krobath sprach mit ihm über den außergewöhnlichsten Film des Jahres.

SKIP:Egal wie man zu Fight Clubsteht, eines ist sicher: Das ist der seltsamste Hollywoodfilm seit langer, langer Zeit.

Brad Pitt: Ich war schon immer ein Fan von David Fincher. Für mich gehört er zu den ganz großen Visionären des Kinos. Seine Filme bewegen sich in Grenzbereichen, das gefällt mir. Er treibt das Medium in die Zukunft, weil er ständig mit neuen Ideen rumspielt, neue Technologien ausprobiert. Außerdem hat er eine Stimme, das ist selten in Hollywood. Seine Projekte sind einzigartig, weil sie nicht mit der Masse schwimmen. Mir gefiel Fight Club von Anfang an. Ich hatte sofort das Gefühl, diese Geschichte zu verstehen, obwohl ich mir lange nicht sicher war, warum das so ist.

SKIP: Aber es ist doch ein ziemlich dunkler, pessimistischer Film ...

Brad Pitt: Wirklich? Das ist doch nur eine Metapher. Ich finde Fight Club ziemlich witzig.

SKIP: Für mich zeigt Fight Club trotz aller satirischen Überhöhung eine erschreckend reale Vision des Amerikas von heute.

Brad Pitt: Hahaha, das ist ja das Witzige daran!

SKIP: Fight Club ist ein Film, der Antwort auf so manche existentielle Frage gibt. Inwieweit hat das auch deine persönliche Einstellung zum Leben verändert?

Brad Pitt: Ich glaube, dass ich jetzt viele Dinge klarer sehe als vorher. Ich kann Probleme direkt angehen, kann meine Unruhe leichter definieren. Ich weiß jetzt, welchen Weg ich gehe ...

SKIP: Glaubst du, dass es solche Fight Clubs, wo frustrierte Männer aus Gründen der Lebensphilosophie einander die Zähne einschlagen im Amerika von heute wirklich gibt?

Brad Pitt: Ich habe noch nie einen echten Fight Club gesehen, aber gehört habe ich ganz sicher schon davon.

SKIP: Was würdest du dazu sagen, wenn sich Leute den Film zum Vorbild nehmen und solche Fight Clubs gründen?

Brad Pitt: Diese Leute hätten überhaupt nichts verstanden. Es geht nicht darum, dass man sich gegenseitig die Scheiße aus dem Leib prügelt. Es geht darum, dass man etwas tut, was im strikten Gegensatz zu allem steht, was uns die Gesellschaft lehrt. Normalerweise versuchen wir Schmerzen mit allen Mitteln zu entgehen, aber die Menschen in Fight Club suchen den Schmerz, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Interview: Oktober 1999

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