Witze über Sex

Interview mit Sandra BullockHugh Grant zu Ein Chef zum Verlieben

Die romantische Komödie Ein Chef zum Verlieben ist die erste Zusammenarbeit zwischen Hugh Grant und Sandra Bullock. Dass die Chemie zwischen den Beiden stimmt, erfuhr Peter Krobath in Cannes bei einer Pressekonferenz, die nahe an der Comedyshow lag.

SKIP: Der erste Schritt, der zu Ein Chef zum Verlieben führte, war das Gerücht, dass Hugh Grant und Sandra Bullock unbedingt einmal zusammen eine Komödie machen wollen ...

Hugh Grant: Stimmt. Sandy und ich waren schon seit Jahren ganz heiß darauf, es endlich einmal miteinander zu tun ... ähh ... einen gemeinsamen Film zu machen, wollte ich sagen.

SKIP: War das die Idee eurer Agenten?

Hugh Grant: Da sind wir schon selbst draufgekommen. Wirklich. Bereits als wir uns das erste Mal trafen, wollten wir es miteinander tun ... schon wieder dieses scheußliches Wort.

SKIP: Wo es nun also endlich passiert ist ... war es so gut, wie ihr euch das vorgestellt habt?

Sandra Bullock: Ja, Hugh, das würde mich auch interessieren. Wie gut war es für dich?
Hugh Grant: Ehrlich gesagt, es war ein wenig enttäuschend.
Sandra Bullock: Das bedeutet gar nichts. Hugh findet alles ein wenig enttäuschend.

SKIP: Angenommen Ein Chef zum Verlieben wird ein Erfolg. Könnte es dann weitere romantische Komödien in dieser Besetzung geben?

Sandra Bullock: Das größte Problem an so einem Projekt ist, einen Partner zu finden, der hundertprozentig zu dir passt. Genau das war hier der Fall. Wenn Hugh mich will, würde ich sehr gerne noch ein paar Filme mit ihm drehen. Hugh, willst du mich?
Hugh Grant: Ich würde es jederzeit wieder mit Sandra tun ... einen Film drehen, meine ich.

SKIP: Die Hälfte aller amerikanischen Ehen enden mit einer Scheidung. Gibt es in Ein Chef zum Verlieben Momente, die scheidungsgefährdete Ehepartner dazu bringen könnten, doch zusammenzubleiben?

Hugh Grant: Ja, es ist wirklich so, dass wir eine Art Eheberatungskomödie machen wollten. Einen Heilungsfilm. Seltsame Frage. Wo kommt ihr Leute eigentlich her? Seit ihr wirklich Filmjournalisten? Oder sind wir hier auf einen Ärztekongress gelandet? Nein, ich glaube wirklich, dass jede gute romantische Komödie auch einen heilenden Aspekt in sich hat. Zumindest bei mir funktioniert das. Wenn ich so einem Film im Kino sehe, beschließe ich sofort unter Tränen, ein besserer Mensch zu werden.

SKIP: Früher war Hollywood voll von erstklassigen romantischen Komödien. Aber mittlerweile wirkt ein guter Film in diesem Genre schon wie ein wahrer Glücksgriff.

Hugh Grant: Das hat mit der sexuellen Revolution zu tun. Als noch alles verboten war, war es viel leichter, Witze über Sex zu machen. Heutzutage hat der Autor einer romantischen Komödie vor allem ein Problem: Wie soll er im Handlungsaufbau logisch verhindern, dass das die Hauptpersonen schon nach den ersten fünf Minuten miteinander im Bett landen?
Sandra Bullock: Dieser Punkt ist dir anscheinend sehr wichtig.
Hugh Grant: Natürlich. Ich wollte nicht mit dir ins Bett. Das stand in meinem Vertrag.

SKIP: Da habe ich aber andere Dinge gehört. Was gibt es zu den Gerüchten zu sagen, wonach ihr beide ein geheimes Liebespaar seid?

Hugh Grant: Es ist so: Sandy hat sich Hals über Kopf in mich verliebt. Und ich finde sie ja auch ganz nett. Obwohl ich zugeben muss, dass es mir dabei nur um Sex geht.
Sandra Bullock: Und ich pfeife auf Sex mit Hugh. Das ist ja das Problem. Unsere Beziehung ist eine Liebesgeschichte ohne Sex. Wer weiß, wie lange das noch gut geht. Wir haben uns erst zweimal geküsst ... und das für den Film. Außerdem, Hugh war betrunken. Also zählt wahrscheinlich nicht einmal das.
Hugh Grant: Was nicht ist, kann ja noch werden.

SKIP: Sandra, ich habe gehört, dass du an deinen Memoiren arbeitest ...

Sandra Bullock: So ein Quatsch. Ich führe ja nicht einmal ein Tagebuch. Wozu sollte ich meine Memoiren schreiben. Mein Leben ist uninteressant, da gibt es überhaupt nichts zu erzählen. Hugh ist schon eher der Typ, der seine Memoiren schreiben würde.
Hugh Grant:
Keine Zeit. Ich schreibe gerade ein intimes Porträt über Sandra Bullock, für News of the World. Das ist vielleicht nicht gerade die beste Adresse, aber dafür zahlen sie recht gut.

SKIP: Habt ihr hier in Cannes schon Regisseure getroffen, mit denen ihr vielleicht später einmal zusammenarbeiten wollt?

Hugh Grant: Pass auf Sandy, ich kenne das schon. Die nächste Frage lautet: Was bedeutet Kino für dich?
Sandra Bullock:
Sehr einfach. Für mich ist Kino der Ausdruck des wahren Lebens in einer künstlichen Umgebung, wahr und gleichzeitig doch falsch, realistisch und doch phantasievoll, intim und doch für eine Menge gedacht ...
Hugh Grant: Hör auf, mir ist jetzt schon fad. Nenne mir lieber drei Regisseure, die du in Cannes schon getroffen hast?
Sandra Bullock: Ich habe doch gar keine Zeit, um Regisseure zu treffen, weil ich ständig die finstersten Nachtclubs der Stadt nach dir absuchen muss.

SKIP: Werden wir in Ein Chef zum Verlieben viel Sex sehen?

Sandra Bullock: Eine ganze Menge. Wir zeigen viele verschiedene Stellungen. Weil es mir als Produzentin und Hauptdarstellerin wichtig war, den Film auf der ganzen Welt zu verkaufen, haben wir uns für jedes Land eine ganz besondere Sexualtechnik einfallen lassen.
Hugh Grant: Für Frankreich gibt es Mundverkehr, für England gibt es Spanking, und für Griechenland ... nein, es ist wohl besser, wenn ich jetzt den Mund halte.

SKIP: Sandy, wann willst du eine Familie haben?

Sandra Bullock: Was ist das für eine Frage? Ich habe doch schon eine Familie. Ach, Sie meinen Kinder. Ehrlich gesagt, diese Frage macht mich wütend. Uns Frauen wird da immer ein schlechtes Gewissen aufgezwungen, so in der Art, eine Frau, die Karriere machen will, muss wohl oder übel auf Kinder verzichten. Quatsch. Das wird sich schon ergeben. Und wenn in meinem Leben nicht eine einzige winzige Kleinigkeit passiert wäre, wäre ich heute ohnehin schon längst mit meinem Highschool Sweetheart verheiratet und brave Mutter seiner Kinder.
Hugh Grant:
Was war das für eine winzige Kleinigkeit?
Sandra Bullock: Das würde ich dir nie sagen. Die oberste Regel im Filmgeschäft lautet: Verrat Hugh Grant bloß kein Geheimnis. Der Kerl ist ärger als jedes Waschweib.
Hugh Grant: Das finde ich schon noch raus. Und beim nächsten Pressetermin verrate ich jede kleine schmutzige Einzelheit. Ist sowieso schon höchste Zeit, dass du endlich dein Image änderst.

SKIP: Sandy, du hast einmal gesagt, dass du dich für nicht sonderlich attraktiv hältst. Ist das immer noch so?

Sandra Bullock: Das hat sich mittlerweile geändert.
Hugh Grant: Sie hat jede Menge an sich machen lassen.
Sandra Bullock: Blödsinn. Ich habe doch nur gemeint, dass ich keine Sexbombe bin. Aber mittlerweile finde ich mein Aussehen ganz okay. Außer Hugh zieht mal wieder über mich her.
Hugh Grant: Ich finde, dass du eine Sexbombe bist. Ehrlich. Warum sonst würde ich einen Film mit dir machen?

Interview: Mai 2002

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