Big Ben

Interview mit Ben Affleck zu Daredevil

Ben Affleck als Daredevil – da werden Träume wahr: Die Jungs kriegen rasanteste Comic-Action, die Mädels den Sexiest Man Alive im hautengen roten Anzug. SKIP-Hollywood-Korrespondentin Elisabeth Sereda traf den Traumtyp zum Exklusiv-Interview in Pasadena.

SKIP:Daredevil ist zwar ein Superhero – kann aber nichts sehen. Wie schwierig war es, einen Blinden darzustellen?

Ben Affleck: Ich trug Kontaktlinsen, die meine Augen so aussehen lassen sollten, als hätte ich Narben. Was aber leider dazu führte, dass die Linsen tatsächlich undurchsichtig sein mussten – das heißt, ich war wirklich blind! Ich gewöhnte mir an, die Linsen schon in der Früh einzusetzen und sie den ganzen Tag drin zu lassen, ganz gleich, ob ich gerade vor der Kamera stand oder nicht.

SKIP: Warum das? Wolltest du dich dran gewöhnen, nichts zu sehen?

Ben Affleck: Ja, ich wollte vor allem Daredevils Art und Weise, sich zu bewegen, lernen. Er bewegt sich durch seine anderen Sinne. Er besitzt einen speziellen Radar. Und so verbrachte ich meine Tage damit, zu versuchen, nicht in Möbelstücke reinzurennen. Das war ganz witzig ... für die anderen (lacht).

SKIP: Wie hart musstest du für die Actionszenen trainieren?

Ben Affleck: Ziemlich. Daredevil hat einen sehr muskulösen Körper, also trainierte ich vorwiegend mit Gewichten und aß sehr viel, sehr gesund und sehr regelmäßig. Dann gab´s klarerweise jede Menge Karatetraining, und ich musste lernen, wie man an Seilen hängt. Wichtig ist, dass Daredevil ja keine Superkräfte in dem Sinn hat. Daher musste ich körperlich so aussehen, als könnte ich all diese Stunts tatsächlich machen.

SKIP: Wer hat dir die Karate-Moves beigebracht?

Ben Affleck: Wir arbeiteten mit einem Team von Action-Choreografen aus Hong Kong, die vor allem Kung Fu machen. Dasselbe Team arbeitete auch an 3 Engel für Charlie und Matrix. Diese Art von Kampfsport hat fast etwas von Ballett, was bei der ersten Szene mit Jennifer Garner sehr gelegen kam – denn da geht es ja mehr um Flirten als Kämpfen.

SKIP: Reden wir doch mal übers Outfit – auf den ersten Blick wirkt dieser rote Lederanzug ja nicht so sexy.

Ben Affleck: Vor allem fühlt er sich nicht sehr sexy an! (lacht) Ich hatte die Kampfbewegungen echt gut drauf – als ich noch Jogginghose und Sneakers anhatte ... Aber ich darf mich nicht beklagen. Ich hörte Horrorstories von dem Batman-Anzug. Der war aus Gummi, und die Darsteller schwitzten sich zu Tode! Und konnten nicht mal aufs Klo gehen! (lacht)

SKIP: Dir wurde mal Superman angeboten, und du hast abgelehnt. Was macht Daredevil deiner Meinung nach interessanter als andere Superheroes?

Ben Affleck: Sein innerer Konflikt entsteht aus dem Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Rache. Ein Unterschied, der ihm erst bewusst wird, als er sich in das Mädchen verliebt. Er erkennt erst dann, dass er für das, was seinem Vater angetan wurde, nicht nach Gerechtigkeit suchte, sondern nach Rache. Erst durch Liebe entdeckt er seine Fähigkeit zur Gnade – und das ist ja der Unterschied zwischen Rache und Gerechtigkeit. Seine Veränderung war, was mich interessierte. Typische Comic-Helden sind sehr simpel: Sie müssen immer das Richtige tun in einer Art 50er-Jahre-Pfadfinder-Mentalität und sind keine Spur sophisticated. Daredevil ist in dieser Hinsicht ein viel komplexerer Charakter.

SKIP: Wenn wir schon von Mädchen und Liebe reden: Was brachte dich dazu, Jennifer Lopez einen Heiratsantrag zu machen?

Ben Affleck: Blinder Optimismus! Aber wie du weißt, laufen die Verhandlungen ja noch (lacht).

SKIP: Wie habt ihr den Valentinstag verbracht?

Ben Affleck: Ha! Das sollte wohl ein romatisches Wochenende werden, aber daraus wurde nichts, denn Daredevil startete genau da in den USA, und so musste ich arbeiten. Ausserdem bedeutet mir der Valentinstag nicht viel. Das ist doch ein rein kommerzieler Feiertag, den die Grußkarten-, Blumen- und Schokoladenindustrie erfunden hat.

SKIP: Dein Daredevil-Kollege Colin Farrell meinte, du hättest für den Valentinstag sicher wieder ein paar hunderttausend für einen Klunker hingelegt. Was meinst du dazu?

Ben Affleck: Stimmt nicht. Und was Colin betrifft, sollte er lieber darüber sprechen, ob er den Valentinstag mit Britney Spears verbracht hat oder doch mit Demi Moore (lacht).

SKIP: Hört sich alles nicht danach an, als würden J.Lo und du tatsächlich demnächst heiraten, oder?

Ben Affleck: Ich garantiere dir, dass wir uns noch für mindestens einen Film zum Interview treffen, bevor ich heirate.

Interview: Februar 2003

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