Mit Hirn, Charme und Kanone

Interview mit Natalie Imbruglia zu Johnny English

Natalie Imbruglia ist nicht nur in den Charts zu Hause, auch am glatten Parkett der internationalen Geheimdienste macht sie beste Figur. Gini Brenner traf Johnny Englishs smarte Killer-Lady zum Exklusiv-Interview in London, der Lieblingsstadt aller Agenten.

SKIP: Deine Rolle als sexy Geheimwaffe des britischen Geheimdienstes Lorna Campbell ist dein allererster Ausflug ins Filmbiz ...

Natalie Imbruglia: Das hat natürlich unglaulichen Spaß gemacht. Vor allem war diese Rolle eine tolle Art der Selbstverwirklichung. Ich konnte endlich all die Dinge tun, von denen ich bisher nur geträumt habe: die Jungs verhauen, schwere Motorräder fahren ...

SKIP: Stimmt es, dass du viele Stunts in Johnny English selber gemacht hast?

Natalie Imbruglia: Oh ja - soviele man mich nur machen ließ! Bei allen Fights bin ich selber zu sehen, und das auf dem Motorrad bin auch ich. Dafür musste ich eigens lernen, mit einer schweren Maschine zu fahren - das war übrigens eine wunderschöne Triumph. War gar nicht so leicht, denn in Wirklichkeit bin ich viel zu klein und zu leicht für so ein Gerät (lacht). Und für eine Szene musste ich eine über zehn Meter hohe Leiter hochklettern Ich hab gebeten und gebettelt, dass man mich das machen lässt, aber als ich dann so da oben hing, wurde mir schon etwas schwummrig.

SKIP: Wie hast du dich für die ganze Action körperlich in Form gebracht?

Natalie Imbruglia: Oh, ich bin generell ein recht sportliches Mädchen, viel musste ich nicht zusätzlich tun. Nur für die Kampfszenen habe ich extra trainiert. Und ich empfehle echt jeder Frau, sich Boxhandschuhe und einen Sandsack zuzulegen - und viele Probleme des Alltags werden sich im Nu erledigen (lacht)!

SKIP: Wie bist du eigentlich zu deiner Rolle in Johnny English gekommen?

Natalie Imbruglia: Ob du´s glaubst oder nicht: Ich bin zu Auditions gegangen und habe mir mein Engagement echt erkämpft. Es war mir wichtig, dass ich wegen meines Talents genommen werde und nicht wegen meines Namens. Dafür ist die Rolle wirklich zu groß.

SKIP: Was hat dich an der Figur des "English-Girls"-Lorna am meisten gereizt?

Natalie Imbruglia: "English-Girl", so wie "Bond-Girl", nicht wahr? Das ist witzig, das muss ich mir merken. Ich bin ein English-Girl, hihi. Und das als geborene Australierin! (kichert) Nun, ich mag Lorna, weil sie selbstbewusst und tough ist, und auch mal die Hosen anhat und nicht wie in den meisten Agentenfilmen nur einen Bikini.

SKIP: Wie war die Zusammenarbeit mit Rowan Atkinson? Er gilt ja nicht unbedingt immer als supereinfach.

Natalie Imbruglia: Wenn du hier auf seinen notorischen Perfektionismus anspielst, dann ist mir das natürlich schon aufgefallen. An einem einzigen Gag hat Rowan oft stunden- oder tagelang gefeilt. Aber ich finde das schon in Ordnung, wenn er sich nicht mit 90 Prozent zufrieden gibt, sondern immer mindestens 150 verlangt - vor allem von sich selber. Zu mir war er immer die Liebenswürdigkeit in Person. Er kann so unglaublich charmant sein. Es waren überhaupt alle extrem nett zu mir und immer hilfreich, wenn ich als Film-Neuling mal Rat brauchte.

SKIP: Hat dir deine Schauspielerfahrung aus Neighbours-Zeiten geholfen? Du hattest ja vor vielen Jahren genau wie deine gute Freundin Kylie Minogue in der australischen TV-Serie eine Dauerrolle.

Natalie Imbruglia: Ach, das ist ja Ewigkeiten her (lacht)! Ich habe schon einiges gelernt. Aber Kinofilm und TV-Seifenopern sind einfach zwei Paar Schuhe - ein großes und ein kleines (lacht).

SKIP: Wie geht es eigentlich deiner Musikkarriere?

Natalie Imbruglia: Schön, dass du fragst (grinst). Ich arbeite gerade heftig an meiner neuen CD, die wird aber frühestens im Herbst dieses Jahres fertig.

SKIP: Hast du da überhaupt noch Zeit für deinen Liebsten? (Natalie ist verlobt mit Daniel Johns, Sänger der Rockband Silverchair, Anm.)

Natalie Imbruglia: Wenig. Aber wenn wir uns sehen, dann um so lieber (lacht). Wir sind beide sehr karriereorientiert, und ich pendle ständig zwischen meinem Haus in London, Davids Wohnung in Australien und meinem Haus in L. A. hin und her. Zuhause fühle ich mich immer dort, wo ich gerade bin. Irgendwie bin ich eine echte Zigeunerin.

Interview: Februar 2003

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