Schmerz lass nach!

Interview mit Johnny Knoxville zu Jackass - Der Film

In Jackass lassen Johnny Knoxville und seine Konsorten als wild gewordene Crash Test Dummies das Publikum erschauern. Johnnys allerneuerster Stunt: Sich von SKIP-Chefredakteur Kurt Zechner exklusiv in New York so richtig hart durchfragen lassen.

SKIP: Wie oft hast du dir eigentlich schon so richtig weh getan?

Johnny Knoxville: Sehr, sehr oft. Schon mit 6 Jahren wurde ich von einem Hund gebissen. Seither gings in dieser Leier weiter. Ich bin Asthmatiker, hatte jede Menge Autounfälle und als Teenager hab ich mir ständig was gebrochen, weil ich so furchtbar ungeschickt war. Und dann kam sowieso Jackass. In den letzten Jahren hatte ich 6 oder 7 Gehirnerschütterungen. Ich leide immer noch an den Nachwirkungen. Gott sei Dank gibt es da starke Medikamente. Manche von uns hat es aber noch viel ärger erwischt. Die meisten eigenlich.

0 SKIP: Wie entstand die Idee zu Jackass?

Johnny Knoxville: Nun, ich schrieb für dieses Skateboard-Magazin namens Big Brother. Einmal machte ich eine Story über Waffen zur Selbstverteidigung, die ich alle an mir selber ausprobierte. Pfefferspray, Stun-Gun, kugelsichere Weste. Mein Herausgeber Jeff Tremaine (Der spätere Regisseur von Jackass, Anm.) überzeugte mich, daraus ein Video zu drehen. Und daraus entstand dann die Show. MTV war sofort total begeistert. Aber ich glaube, die brauchen so dringend Shows, die nehmen alles, was man ihnen schickt.

SKIP: Habt ihr eigentlich nie daran gedacht, die wirklich gefährlichen Stunts auch mal zu faken?

Johnny Knoxville: Natürlich nicht. Das hätte doch den ganzen Witz aus der Sache genommen.

SKIP: Was unterscheidet Jackass - Der Film eigentlich von der TV-Serie?

Johnny Knoxville: Alles, was wir nicht im Fernsehen zeigen durften, haben wir in den Film getan. Die wirklich heftigen Sachen.

SKIP: Woher stammen eigentlich deine masochistischen Tendenzen?

Johnny Knoxville: Masochistisch, findest du? Hm. Über so tiefenpsychologisches Zeug mache ich mir keine Gedanken. Ich steh einfach total drauf, wenn ich in meiner Show sehe, was wir alle mit uns anstellen lassen. Ich finde es unsagbar komisch, wie wir uns alle nur für einen müden Lacher opfern. Es dreht sich doch alles nur um den Witz.

SKIP: Hast du denn gar keine Angst?

Johnny Knoxville: Angst? Panik. Ich bin supernervös vor jedem Stunt. Aber ich finde, das macht die Sache noch viel komischer.

SKIP: Ihr verletzt euch ständig - seid ihr überhaupt ordentlich krankenversichert?

Johnny Knoxville: Das ist ein schwieriges Thema (lacht). Als wir die letzten Folgen der TV-Show drehten, war es schon fast unmöglich, die Versicherung zum Zahlen zu bewegen. Wir waren ja ständig in der Notaufnahme. Während des Filmdrehs war ich dreimal im Emergency Room. Aber da waren wir auch viel besser versichert - da steckte ja viel mehr Kohle dahinter.

SKIP: Was war deine schlimmste Verletzung bei Jackass?

Johnny Knoxville: Ich weiß nicht ... ich hatte gebrochene Knochen, angeknackste Knöchel und Handgelenke, Gehirnerschütterungen, Platzwunden, die genäht werden mussten ... aber nie etwas wirklich Schlimmes.

SKIP: Viele Kids haben versucht, eure Stunts nachzumachen -- mit oft sehr tragischen Folgen.

Johnny Knoxville: Ja, das ist übel. Von Anfang der Show an sendeten wir die Warnung, nichts von unseren Stunts nachzumachen. Das ist das gute am Film: Da dürfen die irren Kids noch nicht rein (lacht).

SKIP: Die Show ist aus, der Film abgedreht - was kommt als nächstes?

Johnny Knoxville: Oh, vielleicht ein Tanzfilm.

SKIP: Ein Tanzfilm???

Johnny Knoxville: Ja Mann, ich liebe es, zu tanzen. Wirklich! Merengue, Salsa, solche Sachen. Meine heimliche Leidenschaft.

Interview: Oktober 2002

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