Big Brother

Interview mit Kieran Culkin zu Igby

In den Kevin-Filmen durfte Kieran Culkin gerade mal Macaulays kleinen Bruder geben. Mittlerweile hat er sich längst als Spitzentalent des notorischen Culkin-Clans freigespielt: Igby trug ihm eine Golden-Globe-Nominierung ein - und ein Exklusiv-Interview mit Globe-Jury-Mitglied Elisabeth Sereda.

SKIP: Igby ist ein wirklich außergewöhnlicher Charakter. Wie geht man an eine solche Rolle heran?

Kieran Culkin: Mit viel Freude (grinst). Dieser Film war eines der wichtigsten Dinge, die ich je in meinem Leben getan habe, und eine ungeheure Erfahrung. Burr Steers (Regisseur und Drehbuchautor von Igby, Anm.) schrieb eines der besten Drehbücher, die ich je gesehen habe.

SKIP: Igby ist ein sehr rebellisches Kind. Bist du selber auch so eigensinnig?

Kieran Culkin: Nicht so sehr. Ich versuche, ein guter Mensch zu sein. Ich stehe meiner Mutter und meinen Geschwistern sehr nahe, ich musste mich nie wirklich gegen sie auflehnen. In der Schule war ich ein Rebell, aber darüber wollen wir mal lieber nicht reden (grinst).

SKIP: Im Film sind du und dein Bruder total verschieden. Wie kommst du tatsächlich mit deinen Geschwistern aus - du hast ja jede Menge!

Kieran Culkin: Ja, sechs um genau zu sein. Ich stecke genau in der Mitte. Mein ältester Bruder Shane ist 26, mein jüngster Rory 13 - und ich komme mit allen gut aus. Wir verfolgen auch unsere Karrieren gegenseitig sehr genau. Ich bin unheimlich stolz auf Rory und darauf, wie toll er in Signs - Zeichen war. Sein Talent hat mich echt umgehauen.

SKIP: Siehst du Macaulay auch öfter?

Kieran Culkin: Wie gesagt, die Beziehung zwischen uns Geschwistern ist ziemlich eng. Ich habe mir kürzlich sogar ein Apartment in New York gekauft, das nur vier Blocks von seinem entfernt ist. Ich sehe ihn oft.

SKIP: Und du lebst ganz allein dort?

Kieran Culkin: Genau. Es gibt dort nur mich und meine Katze. Das ist recht ungewöhnlich für mich, weil ich ja in einem Haushalt aufwuchs, wo immer was los war. Wenn ich mitten in der Nacht aufwachte und in die Küche ging, war da sicher jemand. Ich gehe wann immer ich kann zu meiner Mutter. Sie kocht viermal die Woche und ruft immer an, wenn sie Roastbeef gemacht hat. Dann gibt´s für mich kein Halten mahr - Roastbeef ist mein absolutes Lieblingsessen.

SKIP: Was findet sich ist deinem eigenen Kühlschrank?

Kieran Culkin: Hhm ... um ehrlich zu sein nur das, was meine Mutter letzte Woche rübergebracht hat (lacht)!

SKIP: Wie erklärst du dir deine Familiengeschichte und vor allem die Tatsache, dass Ihr Kinder praktisch alle Schauspieler wurdet?

Kieran Culkin: Wir rutschten irgendwie seltsam in dieses Business. Meine Eltern waren mit Leuten befreundet, die eine Theatercompany hatten. Eines Tages brauchten sie kleine Kinder, und wussten sofort, wo sie sie finden würden: bei uns daheim liefen schließlich sieben Stück davon rum. So kam meinem Vater die Idee, seine Kinder zu Schauspielern zu machen. Er ließ Porträtfotos für eine Setcard machen, begann, alles zu kontrollieren, schickte uns zu Vorsprechen und wurde unser Manager. Ich war viel zu klein, um das alles zu verstehen.

SKIP: Hast du noch Kontakt zu deinem Vater?

Kieran Culkin: Ich spreche schon seit Jahren nicht mehr mit meinem Vater. Ich hatte schon keine richtige Beziehung mehr zu ihm, als ich noch ein kleiner Junge war. Mein Vater war nie ein Vorbild, nicht mal, als er noch bei uns wohnte. Ich hatte meine älteren Brüder. Und meinen Patenonkel. Der war immer eine Vaterfigur für mich.

Interview: Februar 2003

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