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Interview mit Queen Latifah zu Haus über Kopf - Betreten auf eigene Gefahr

Sex, Swing und Spaß in Supersize. Queen Latifah ist der schwungvolle Beweis dafür, dass die Monarchie vor Hollywood nicht Halt macht. Elisabeth Sereda plauderte mit der HipHop Lady, die derzeit Haus über Kopf durchs Kino wirbelt.

SKIP: Wie kamen Sie auf den Namen Queen Latifah?

Queen Latifah: Diesen Namen habe ich mir schon mit acht Jahren ausgesucht. Mein Cousin, der ein Moslem ist, brachte eines Tages ein Buch mit Namen nach Hause, und ich entdeckte die Bedeutung von Latifah: delikat, sensibel, freundlich und nett. Ich dachte, dieser Name spiegelt perfekt wider, was ich tief drin in mir fühlte, und so blieb er mir. Ich war groß für mein Alter und sehr, sehr burschikos, aber innerlich war ich ein ungemein sensibles Kind, das bei traurigen Filmen in Tränen ausbrach und laufend streunende Hunde von der Straße rettete und nach Hause brachte.

SKIP: 2003 war Ihr Jahr. Was empfanden Sie, als Sie hörten, dass Sie für einen Oscar nominiert sind?

Queen Latifah: Ich fand das total schockierend, Mir war schon bewusst, dass es seit einiger Zeit rund um Chicago im Hollywood-Gossip-Wald rauschte, und dass dabei auch mein Name immer wieder erwähnt wurde. Aber ich nahm das nicht so ernst. Natürlich war ich total begeistert. als ich dann mit von der Partie war. Immerhin bin ich ziemlich stolz auf meine Leistung in diesem Film.

SKIP: Wie wurden Sie mit dem sechswöchigen Trubel fertig – die Parties, die Fotos, das Outfit?

Queen Latifah: Ich beschloss gleich nach der Nominierung, die Parties zu genießen und mir für die Verleihung ein Outfit zu suchen, in dem ich mich richtig wohl fühle. Meine oberste Priorität war, dass es ein Kleid sein musste, in dem ich mich bewegen konnte. Denn ich wollte nicht den ganzen Abend damit verbringen, darüber nachzudenken, ob alles richtig sitzt. Ich wollte Spaß haben - und dazu gehörte in erste Linie, dass die Schuhe bequem sein mussten. Schmerzende Füße können nämlich jede Party versauen.

SKIP: Sie haben einen Grammy gewonnen, Sie wurden für den höchsten Filmpreis nominiert und jetzt sind Sie in einer Komödie mit Steve Martin zu sehen. Läuft ganz gut, oder?

Queen Latifah: Natürlich hat mir die Oscar-Nominierung viele Türen geöffnet, die vorher verschlossen waren. Ich habe jetzt einen Tisch in meinem Haus, der sich vor lauter Drehbüchern nur so biegt. Und ich rede hier von guten Drehbüchern, nicht von der üblichen Hollywood-Scheiße. Früher nahm ich jeden Rolle, die durch die Tür flatterte, schließlich musste ich meine Miete bezahlen. Mittlerweile bin ich extrem wählerisch.

SKIP: Und welche Auswirkungen hat der neue Ruhm auf Ihr Privatleben?

Queen Latifah: Mein Privatleben ist so ziemlich dasselbe geblieben. Ich verbringe viele Zeit mit meiner Familie und meine Freunde sind auch immer noch dieselben wie vorher. Diese ganze öffentlich gespielte Privatsphäre ist nicht mein Ding. Mit dem Ben Affleck-Jennifer Lopez-Getue habe ich nichts am Hut. Das mag vielleicht seltsam klingen, aber ich bin und bleibe eine ganz normale Person, die ihre Geschäfte während der Geschäftszeiten erledigt, und dann nach Hause geht, und einfach die gute alte Dana ist, die sie immer war. Nur so kann man am Boden bleiben. Und am Boden zu bleiben ist wirklich wichtig für mich.

SKIP: Wie war die Umstellung vom mondänen Musical Chicago zur schrägen Komödie Haus über Kopf – Betreten auf eigene Gefahr?

Queen Latifah: Ich war als Kind ein großer Fan von Steve Martin, ich liebte seine Filme und vor allem seine Auftritte in der Comedy-Show Saturday Night Live. Deshalb war ich am Anfang eher unsicher, ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte, immerhin bin ich ja sprunghaft von seinem Fan zu seiner Filmpartnerin aufgestiegen. Aber als ich ihn traf, haben sich alle Vorbehalte in Luft aufgelöst, weil er so unglaublich cool und bodenständig ist.

SKIP: Im Film passiert genau das Gegenteil. Da ist Steve Martin völlig verklemmt und sie sorgen dafür, dass er sein Leben etwas lockerer nimmt. Sind Sie in Wirklichkeit auch jemand, der es schafft, Menschen in Ihrer Umgebung etwas lockerer zu machen?

Queen Latifah: Mit meinen Freunden ist es gleichwertig – wir lockern uns gegenseitig auf. Mit Kollegen, die ich bei Studiomeetings und auf Filmsets treffe, ist es anders: wenn die mal sehen, wie ich wirklich bin, werden sie gleich viel lockerer. Denn ich bin kein arroganter Angeber und verstellen ist nicht meine Welt. Das kostet viel zuviel Energie. Wozu sich verkrampfen, wenn man die Dinge auch locker nehmen kann?

Interview: Juni 2003

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