Love Expert

Interview mit Emma Thompson zu Tatsächlich ... Liebe

Als Ehefrau eines untreuen Gatten, als Schwester eines ungewöhnlichen Premierministers und eines trauernden Witwers zieht sich Emma Thompson wie ein roter Faden durch Tatsächlich ... Liebe. In Sachen Love ist die Lady eben Expertin - und zwar nicht nur auf der Leinwand wie sie Elisabeth Sereda beim Tee im Londoner Dorchester Hotel erzählte.

SKIP:Erinnern Sie sich noch an Ihre erste große Liebe?

Emma Thompson: Sicher, ich muss acht oder neun gewesen sein, der Bub ging in dieselbe Volksschule und war nur halb so groß wie ich. Er hat mich geküsst, als wir in einem Theaterstück für Kinder als Hasen auftraten. Aber gleich danach ist er weggelaufen, so schnell ihn seine kurzen Beinchen trugen. Typisch Mann!

SKIP: Was bedeutet der Song Love is all around für Sie - Kitsch oder Wahrheit?

Emma Thompson: Ich muss mich wohl glücklich schätzen, denn ich war immer von sehr, sehr viel Liebe umgeben. Das ist wichtig, weil ich finde, wer schon von klein auf viel Liebe spürt, wird sich auch später in Herzensangelegenheiten leichter tun als andere Menschen. Die Liebe ist schon da, man muss sie nur finden. Okay, zugegeben, Richard Curtis mag in diesem Punkt wirklich etwas zu optimistisch sein, aber gerade das macht ja seine Filme so wunderbar.

SKIP: In Tatsächlich ... Liebe spielen Sie die Schwester des britischen Premierministers, der von Hugh Grant gegeben wird. Könnten Sie sich vorstellen, einen einflussreichen Politiker in der Familie zu haben?

Emma Thompson: Das hängt davon ab, welcher Partei diese Person angehören würde. Andererseits soll man natürlich auch die Familienmitglieder lieben, die eine andere politische Meinung haben. Gegensätze ziehen sich an - da muss man nur an Arnie und Maria denken! Hahaha, Verzeihung, da muss ich jetzt lachen, ich wollte wirklich nicht von denen anfangen!!! Zurück zum Thema - ganz ernsthaft: Ich hätte ein echtes Problem mit einem Politiker in der Familie, wenn der für den Irak-Krieg wäre. Da hätte ich auf Teufel komm raus gestritten.

SKIP: Was halten Sie von einem Land wie Amerika, in dem offenbar jeder Mensch Politiker werden kann?

Emma Thompson: Wenn dieses wunderbare Land nicht Amerika, sondern sagen wir mal Afrika heißen würde, würde ich so ein System unbedingt begrüßen. Aber so ... Ich habe zum Beispiel bis zum heutigen Tag nicht die leiseste Ahnung, was Arnies politische Pläne sind. Und ich lese wirklich alles darüber. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass er ein smarter Geschäftsmann ist. Bei uns im England sagt man in so einem Fall: Der Beweis liegt im Pudding. Was soviel heißt wie: Erstmal abwarten. Ich sehe das ziemlich locker, logisch, ich lebe ja auch nicht in Kalifornien.

SKIP: Vor kurzem haben Sie Greg Wise geheiratet, den Vater ihrer Tochter Gaia. Wie fühlt man sich als frische Braut?

Emma Thompson: Das war unglaublich romantisch. Nach all den Jahren, die wir schon zusammen sind, ist Greg ausgerechnet mitten in Venedig und noch dazu am Valentinstag vor mir auf die Knie gefallen und hat mich angefleht, dass ich seine Frau werde. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Geheiratet wurde im Sommer in Schottland. Völlig unter uns. Nur ein einziger, kleiner Fotograf war da, der kann nicht älter als 15 gewesen sein. Ich habe ihm vertraut ... eine Woche später war sein Foto in allen Zeitungen.

SKIP: Ich habe gehört, dass Sie einen Part im neuen Harry Potter-Film haben…

Emma Thompson: Na, wurde ja auch schon höchste Zeit, nicht wahr?! Ich wollte das vor allem für meine Tochter machen. Gaia ist zwar erst drei und noch nicht so richtig vom Harry Potter-Fieber erfasst, aber wenn sie ein wenig älter ist, wird sie sicher sehr beeindruckt sein von ihrer coolen Hexen-Mutter. Ich werde Professor Trelawney spielen, die Hogwarts-Expertin für Wahrsagerei. In meiner Lieblingsszene befinde ich mich knapp vorm Nervenzusammenbruch, während ich auf einer hohen Leiter stehe und ein Glas Sherry in der Hand halte ... war gar nicht schwer zu spielen, solche Szenen kommen in meinem Leben dauernd vor.

Interview: Oktober 2003

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