Bunt wie ein Regenbogen

Interview mit Jim Carrey zu Die Truman Show

Bravourös verkörpert Carrey in Die Truman Show den Versicherungsmakler Truman Burbank, der merkt, dass sein ganzes Leben nur eine Fernsehserie ist.

SKIP: Bisher haben Sie immer nur lustige Typen gespielt. Dieser Truman Burbank ist eine ausgesprochen traurige Figur.

Jim Carrey: Ja, im Innersten ist er traurig. Nach außen ist er stets freundlich. Da trägt er eine fröhliche Maske zur Schau, weil er niemanden damit belasten will.

SKIP: Wie ist Truman aufgewachsen?

Jim Carrey: Er wurde als Baby von einem TV-Unternehmen adoptiert. Seither ist er 24 Stunden am Tag im Fernsehen zu sehen. Die Zuschauer sind süchtig nach ihm.

SKIP: Truman scheint in der Truman Show der einzig ehrliche Mensch zu sein.

Jim Carrey: Lustig, dass Sie das sagen. Meine Tochter Jane sieht das genauso. Sie war bei mir, als ich mir mit dem Regisseur Peter Weir die Aufnahmen des Tages angeschaut habe. Und plötzlich sagte sie: ,Dad, in Der Dummschwätzer hast du einen totalen Lügner gespielt, aber in der Truman Show bist du der einzig ehrliche Mensch ...(lacht) ... Tatsächlich ist Truman der einzig echte Mensch in dieser verlogenen Fernsehwelt.

SKIP: In der Truman Show spielen Sie Ihre erste ernste Rolle. Gehört der Komiker Jim Carrey jetzt der Vergangenheit an?

Jim Carrey: Ich vergleiche den Beruf des Schauspielers immer mit einem Regenbogen. Der Schauspieler zeigt Gefühle, so wie ein Regenbogen Farben zeigt. Wir wählen aus einer Gefühlspalette bestimmte Gefühle aus und stellen sie zur Schau, der Regenbogen wählt aus einer Farbpalette bestimmte Farben aus und zeigt diese auf. Bisher habe ich, sagen wir, Rot, Grün und Gelb ausgespielt, in der Truman Show habe ich Violett dazugemischt oder etwas in der Art. Auch als Komiker habe ich meinen Beruf ernstgenommen und bestimmte Farben ausgewählt. Die Rolle in der Truman Show gab mir die Möglichkeit auch andere Farben aus dem Gefühlsspektrum zu verwenden, und darüber bin ich sehr froh.

SKIP: Wie sollte die Truman Show Ihrer Meinung nach von den Zuschauern gesehen werden?

Jim Carrey: Nicht bloß als Kritik an den Medien. Das ganze TV-Szenario ist für mich nur ein Mittel, um den tieferen Sinn des Films darzustellen.

Interview: November 1999

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