Ein Sexsymbol aus Stahl

Interview mit Bruce Willis zu Unbreakable - Unzerbrechlich

Ist Bruce wirklich so hart wie seine Rollen? Oder nur ein gewöhnlicher Schauspieler, der seinen Erfolg gerade seinem durchschnittlichen Aussehen verdankt? Elisabeth Sereda fand es für SKIP heraus.

SKIP:Sie müssen ein großer Fan von M. Night Shyamalan sein, wenn Sie, wie man hört, Unbreakable – Unzerbrechlichschon machen wollten, bevor Sie noch wußten, worum es in dem Film überhaupt gehen wird.

Bruce Willis: Night sagte, er hat ein Drehbuch, und ich sagte okay. Das reichte mir, weil mir Der sechste Sinn soviel Spaß machte. Und als ich das Unbreakable – Unzerbrechlich-Drehbuch dann las, war ich sehr froh. Dass es ebenfalls mit dem Übernatürlichen zu tun hat, ist meiner Meinung nach nur Zufall. Ich wollte vor allem wieder mit Night arbeiten.

SKIP: Hat Sie das Drehbuch überrascht?

Bruce Willis: Ich war wieder einmal völlig von den Socken, was das Ende des Films betrifft. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet. Ich war begeistert von meiner Rolle. Der Part war eine Herausforderung, und die Message dahinter hat aus irgendeinem unerklärlichen Grund sehr viel mit meinem eigenen Leben zu tun. Es fällt mir nämlich absolut nicht schwer, mich mit einem Mann zu identifizieren, der herauszufinden versucht, warum ihm etwas Phänomenales passiert.

SKIP: Sowohl in Der sechste Sinn als auch in Unbreakable – Unzerbrechlich sind Kinder Ihre Co-Stars. Arbeiten Sie mit Kindern vor der Kamera anders als mit Erwachsenen?

Bruce Willis: Die beiden - Hayley Joel Osment und Spencer Treat Clark - sind physisch betrachtet wohl Kinder, aber zwischen "Action" und "Cut" agieren sie wie Erwachsene, wie totale Profis, und sollen, wollen und müssen daher auch wie solche behandelt werden. Sobald eine Szene im Kasten ist, verwandeln sie sich natürlich sofort wieder in Kinder, aber während des Drehs sind sie genauso konzentriert wie Erwachsene. Und daher behandle ich sie wie professionelle Schauspieler.

SKIP: Comics spielen in Ihrem neuen Film eine große Rolle, und sie spielen in der Kultur Amerikas eine große Rolle - eine wesentlich größere als im Rest der Welt. Woran, glauben Sie, liegt das?

Bruce Willis: Ich habe keine Ahnung. Meine einzige Erklärung ist, dass sie aus demselben Grund populär sind wie Filme. Die Leute gehen ins Kino um ihrer Realität zu entfliehen und sie lesen Comics aus demselben Grund. Meine Kinder lesen zum Beispiel keine, und ich selber las Comics auch nur kurze Zeit. Dann interessierte ich mich mehr für Romane, weil mir "richtige Bücher" lieber waren.

SKIP: Als David Dunn in Unbreakable – Unzerbrechlich hinterfragen Sie Ihre Existenz, Ihr Leben. Sie wollen herausfinden, warum Sie überhaupt da sind. Haben Sie das auch privat schon getan?

Bruce Willis: Nein. Ich hinterfrage mein Leben nicht. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich tue. Ich unterhalte die Massen, ich hole sie aus ihrem eigenen Kopf raus, verscheuche die Gedanken, die sie hatten, bevor sie das Kino betraten. Ich glaube immer noch an die Magie, an den Zauber des Kinos. Mit Fremden in einem Kinosaal zu sitzen, der dunkel ist, und dann weiße Flashes auf der Leinwand zu sehen ist zauberhaft, wenn der Film gut genug ist, dass er dich binnen 15 Minuten aus deiner eigenen Welt raus holt.

SKIP: Unbreakable – Unzerbrechlich zeigt unter anderem, was passiert, wenn Eltern ihre Kinder negieren, und die Kinder einen Elternteil daraufhin auf ein Podest stellen. Sollte der Vater ein Held sein? War Ihrer es für Sie? Sind Sie es für Ihre Kinder?

Bruce Willis: Wenn Heldentum respekteinflößend ist, dann ist es positiv. Ich akzeptiere diese Verantwortung bei meinen Kindern. Das Schwierigste im Leben ist die Erziehung von Kindern.

SKIP: Ihre Scheidung ist jetzt durch. Glauben Sie, dass sie wieder heiraten werden? Ihre Freundin Maria Bravo zum Beispiel?

Bruce Willis: Ich halte die Ehe mit Sicherheit für ein interessantes Experiment. Sie ist wichtig, wenn man Kinder hat, weil die ein geregeltes Umfeld brauchen. Aber je älter ich werde, desto mehr glaube ich, dass das Leben aus einer Abfolge von Beziehungen besteht. Von daher bezweifle ich, dass ich jemals wieder heiraten werde.

Interview: Dezember 2000

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