Ben & Jen tun es doch!

Interview mit Jennifer AnistonBen Stiller zu ... und dann kam Polly

Gegensätze ziehen sich an - und wie! In der rasanten Liebeskomödie ... und dann kam Polly lassen Jennifer Aniston und Ben Stiller die Funken fliegen. Gini Brenner traf die beiden in Berlin, wos auch beim Interview zwischen den beiden Erzkomödianten pointenmäßig ordentlich zur Sache ging.

SKIP: Seid ihr eigentlich selber risikofreudige Menschen?

Ben Stiller: Nope.

Jennifer Aniston: Könnte ich nicht behaupten.

SKIP: Wart ihr schon mal Scubadiven oder Bungee-Jumpen? Was war das Riskanteste, was ihr je gemacht habt?

Jennifer Aniston: Ähh ... Schnorcheln (lacht). Und einmal bin ich vom 10-Meter-Brett in den Pool gesprungen.

Ben Stiller: Ich geh gern Scubadiven, schon seit ich klein bin. Und ich bin schon mal aus einem Flugzeug gesprungen. Allerdings hing da noch ein anderer Typ hinten an mit dran, mit einem Fallschirm. Aber das hab ich nur einmal getan, und es muss echt nicht nochmal sein.

SKIP: Ben, wie bist du eigentlich mit dem Frettchen Rodolfo zurecht gekommen? In US-Magazinen konnte man ja von einigen traumatischen Erlebnissen lesen.

Ben Stiller: Ach, die haben schlimm übertrieben. Aber das Vieh hat mich gebissen. Als wir zu drehen begannen, versicherte man mir: "Frettchen beißen nicht." Ich versichere dir: Sie tuns doch. Mehrmals. Ich hab dann in irgendeiner Talkshow drüber gesprochen und wohl auch ein paar Frettchen-Witze gemacht. Da hatte ich dann auch noch die Frettchen-Liebhaber am Hals. Die sind ziemlich gut organisiert, muss ich sagen. Weltweit. Ich habe Tausende Protest-E-Mails bekommen.

Jennifer Aniston: Sogar ich hab welche gekriegt. Vier Stück.

Ben Stiller: Ich hab schnell festgestellt, dass nicht die Frettchen die echte Gefahr darstellen, sondern die Frettchenbesitzer. Frettchen sind okay. Allerdings haben sie eine viel zu dünne Haut, durch die man alles durchspürt, das Herz und die Rippen und alles. Also ehrlich gesagt hab ich lieber einen Hund als so ein dünnhäutiges Vieh mit spitzen Zähnchen, das aussieht wie eine Ratte.

Jennifer Aniston: Das gibt schon wieder mindestens hundert E-Mails (lacht).

SKIP: In ... und dann kam Polly finden zwei Menschen zueinander, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen. Jennifer, wie denkst du darüber? Könntest du dir überhaupt vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, der weniger perfekt ist als Brad Pitt?

Jennifer Aniston: Perfektion gibt es auch oder gerade in Hollywood nicht. Brad und ich haben die selben Troubles und kämpfen die selben Alltags-Kleinkriege wie jedes andere Paar auch.

SKIP: Glaubt ihr, dass zwei Menschen, die so verschieden sind wie Polly und Reuben, es gemeinsam schaffen können - oder werden sie sich nach ein paar Wochen schrecklich auf die Nerven gehen?

Jennifer Aniston: Nun, zu verschieden wird wahrscheinlich nicht funktionieren, man braucht schon Gemeinsamkeiten: Interessen, Vorlieben, Abneigungen. Es hält eine Beziehung zwar frisch, wenn man mit Dingen konfrontiert wird, die man von sich selber nicht kennt - aber wenn man zu weit auseinander ist, dann geht´s auch nicht gut. Aber das ist meine persönliche Meinung, in Wirklichkeit muss das jedes Paar für sich selber herausfinden.

Ben Stiller: Ich finde auch, dass man solche Sachen schwer verallgemeinern kann. Es ist ja auch nicht so, dass man jemanden trifft und sagt: "Hey, du bist ja das komplette Gegenteil von mir." Irgendwas Verbindendes muss vorhanden sein, sonst fängt man sich ja gar nichts miteinander an.

SKIP: Gibt es Punkte, wo sich eure jeweiligen Partner völlig von euch unterscheiden?

Ben Stiller: Meine Frau und ich haben teilweise völlig verschiedene Interessen. So entstehen für jeden von uns kleine Privatbereiche, die wir auch respektieren - ich versuche nicht, sie für etwas zu begeistern, wenn sie das nicht will.

Jennifer Aniston: Das ist bei uns genau das gleiche. Man muss die Verschiedenheiten respektieren.

Ben Stiller: Sicherlich ist es bequemer, wenn man immer auf das gleiche steht wie der Partner. Aber wenn man sich mit jemandem auseinander setzt, der die Welt aus einem etwas anderen Blickwinkel sieht, dann hat man ungleich mehr davon.

SKIP: Jennifer, was war eigentlich das seltsamste Date deiner persönlichen Geschichte?

Jennifer Aniston: Als ich gerade mit der Highschool fertig war, fragte mich ein Typ, ob ich mir ihm ausgehen wolle. Und dann führte er mich in einen Massagesalon! Das war sehr seltsam. Ich bin dann auch gleich nach der Massage abgehauen, das Dinner hab ich gespritzt (lacht).

SKIP: Wie war dein erstes Date mit Brad?

Jennifer Aniston: Wundervoll. Es ist wirklich großartig gelaufen.

SKIP: Was habt ihr gemacht? Keine Massage, nehm ich mal an.

Jennifer Aniston: (lacht) Nein. Wir waren bei mir zu Hause, haben uns was zu essen bringen lassen und stundenlang nur geredet. Wir haben auch beide schnell gemerkt, dass da mehr drin ist als eine Affäre.

SKIP: Dieses Interview findet genau am Valentinstag statt. Ist das ein besonderer Tag für euch?

Jennifer Aniston: Ich liebe den Valentinstag! Als klar war, dass ich ihn nicht zuhause mit Brad verbringen werde, haben wir vorgesorgt.

Ben Stiller: Ich denke auch, dass der Valentinstag eine gute Sache ist. Besonders, wenn man verheiratet ist, dann tut es gut, sich mal einen Moment lang Zeit zu nehmen und sich zu erinnern, wie alles begann. Und auch meine Frau Christine und ich haben natürlich für heute Vorkehrungen getroffen.

SKIP: Wie?

Jennifer Aniston: Oh, wir hatten vor drei Tagen ein ganz romantisches Dinner. Und heute hab ich ein kleines Geschenk in meinem Koffer gefunden, das Brad für mich dort versteckt hat.

Ben Stiller: Der Typ ist gut.

Jennifer Aniston: Ich weiß (lacht).

Ben Stiller: Ich hab was bekommen, bevor ich abgeflogen bin. Zählt das auch?

Jennifer Aniston: Hör mal, geht´s nicht beim Valentinstag darum, dass der Mann der Frau was schenkt?

Ben Stiller: Ich dachte immer, dass sei gegenseitig.

Jennifer Aniston: Oh. Dann hat Brad jetzt was gut bei mir.

SKIP: Was war das Romantischste, was eure Partner jemals für euch getan haben?

Ben Stiller: Oh, das waren so viele Dinge, große und kleine ... und je romantischer etwas ist, desto persönlicher ist es - das möchte ich ehrlich gesagt nicht öffentlich machen.

Jennifer Aniston: Ich bin da nicht so verschlossen, aber ich kann mich schwer für etwas entscheiden. Brad macht oft sehr romantische Dinge. Einmal hat er - auch an einem Valentinstag übrigens - mein ganzes Schlafzimmer mit roten Rosen vollgepackt und Liebesbotschaften auf die Wand gemalt.

Ben Stiller: Das ist nett.

Jennifer Aniston: Es war wirklich sehr süß. Aber damals waren wir auch gerade frisch verheiratet (lacht).

SKIP: Ben, musstest du dir von Brad Erlaubnis geben lassen, Jennifer zu küssen?

Jennifer Aniston: Ha! Ich musste Bens Frau Christine um Erlaubnis bitten!

Ben Stiller: Nun, unsere Partner wissen, dass sowas Teil unseres Jobs ist.

Jennifer Aniston: Noch dazu gehören Kuss- und Liebesszenen ehrlich gesagt immer zu den unangenehmsten Dingen bei einem Dreh.

Ben Stiller: Ja, das ist immer seltsam. Jede Art von Intimität, auch wenn´s komisch sein soll, fühlt sich irgendwie ungut an, wenn da rundherum eine ganze Menge Leute zusieht.

Jennifer Aniston: Außer du stehst auf sowas.

Ben Stiller: (grinst verschämt)

Jennifer Aniston: Gibs zu, du magst das doch (lacht).

SKIP: Jennifer, was denkst du, wenn Brad auf der Leinwand eine andere küsst?

Jennifer Aniston: Nun, es ist sicher nicht so, dass ich mir denke "Was für schöne Szene, das könnte jetzt ewig so weitergehen." Es ist seltsam. Es ist ein seltsamer Job, den wir da machen. Aber nachdem ich das selber auch von der anderen Seite kenne, weiß ich ja, dass so ein Filmkuss so ziemlich das Unromantischeste ist, was man sich vorstellen kann. So hält sich auch meine Eifersucht in Grenzen.

SKIP: Jennifer, jetzt, wo Friends zu Ende gegangen ist, wird man dich nun öfter im Kino sehen?

Jennifer Aniston: Das hoffe ich doch.

SKIP: Welche Rollen würdest du gern spielen?

Jennifer Aniston: Ich möchte mich da gar nicht festlegen. Komödie, Drama, alles ist drin. Wenn mit ein Skript gefällt und mich eine Rolle bewegt - und man mich haben will - dann bin ich überall dabei.

SKIP: Wäre eine Rolle wie die von Charlize Theron in Monster ein Traum für eine junge schöne Schauspielerin wie dich?

Jennifer Aniston: Es wäre eine interessante, großartige Chance, klar. ich bewundere Charlizes Leistung, und so eine Herausforderung wünscht sich jede Schauspielerin. Aber Wunschtraum ist es keiner. Ich finde mein Leben recht schön, so wie es bisher abgelaufen ist.

SKIP: Bist du noch traurig über das Ende von Friends?

Jennifer Aniston: Ja, klar. Es ist für mich der Anfang eines ganz neuen Lebensabschnitts, aufregend, aber auch ziemlich beängstigend. Nach den letzten Dreharbeiten war ich zwei Wochen lang wie gelähmt - erst jetzt beginne ich langsam wieder, mich selber zu spüren. Ich hab mir gerade eine Woche Urlaub gegönnt, ganz alleine, zum Nachdenken und Entspannen - nur ich und der Ozean (grinst). Das Aus von Friends< bricht mir das Herz, aber gleichzeitig war diese TV-Serie eins der besten Dinge, die mir je in meinem Leben zugestoßen sind. Dafür werde ich immer dankbar sein.

SKIP: Würdest du bei einem Friends-Kinofilm mitmachen?

Jennifer Aniston: Nein. Sicher nicht.

SKIP: Auch nicht, wenn der Gehaltsscheck stimmt?

Jennifer Aniston: Oh, mein Gehalt stimmt auch so. Das wäre kein Argument.

SKIP: Wie wäre es mit einer Rolle in einer anderen TV-Serie?

Jennifer Aniston: Das kann ich mir nicht vorstellen. Was soll nach Friends denn noch besseres kommen?

SKIP: Willst du dich jetzt mehr auf deine Karriere oder auf dein Privatleben konzentrieren?

Jennifer Aniston: Das kann ich so nicht sagen, für mich greift eins ins andere. Ich bin sicherlich kein Mensch, der lebt, um zu arbeiten - ich arbeite, um zu leben. Aber wenn ich mich mit meiner Arbeit wohl fühle, dann gehts mir auch privat gut. Ich will jetzt mal nichts planen. Die Idee, dass für das kommende Jahr gar nichts feststeht, gefällt mir ausnehmend gut.

Interview: Gini Brenner / Februar 2004

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