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Interview mit Susan Sarandon zu Darf ich bitten?

Die wichtigste Form der Liebe ist Verzeihung, sagt Susan Sarandon. Deshalb lässt sie Richard Gere auch gern mit Jennifer Lopez tanzen. Ein Interview von Elisabeth Sereda.

SKIP: Wie gut können Sie tanzen?

Susan Sarandon: Ich liebe es, zu tanzen. Ich wäre ja fast einmal Tänzerin geworden, daher fällt es mir sehr leicht. Ich hätte auch liebend gern mit Jennifer Lopez getanzt!

SKIP: Darf ich bitten? ist ein Remake eines japanischen Films aus den 70er Jahren ...

Susan Sarandon: ... in dem meine Rolle allerdings fast nicht existent war. Dabei ging es ja auch mehr um das japanische Tabu, dass ein unverheirateter Mann nicht mit einer anderen Frau tanzen darf, weil das als unanständig gesehen wird. Und auch der Ehemann ist eine völlig andere Figur. Richard Gere ist ja kein Mauerblümchen, er ist kein frustrierter Typ, er sucht nur nach einer neuen Freude in seinem Leben, nach einem Funken, der ihm neue Zündung gibt.

SKIP: Wie denken sie über Untreue?

Susan Sarandon: Irgendjemand sagte mal, dass die wichtigste Form der Liebe die Verzeihung ist. Je älter man wird desto klarer wird einem, dass das Bild, das man von sich selbst hat, nicht immer stimmt. Mich würde es persönlich viel mehr kränken, wenn mein Partner sich leidenschaftlich in eine andere verliebt, ohne mit ihr ins Bett zu gehen, als wenn er eine rein körperliche Liaison hätte. Das wäre in meinen Augen wesentlich weniger ernst als eine Konkurrentin, der er womöglich Gedichte schreibt. Das findet ja auch meine Figur im Film so schlimm: Dass ihr Mann etwas vor ihr geheim hält, wozu er gar keinen Grund hat. Denn sie dachte immer, sie wären gute Freunde, nicht nur Eheleute.

SKIP: Was ist ihre Definition eines wirklich guten Mannes?

Susan Sarandon: Ich mag Yin und Yang in einem Mann. Ich mag Männer, die weinen können. Ich mag Männer, die zuhören. Ich mag die feminine Seite in ihnen. Aber nichts bringt meine Knie mehr zum schlackern als wenn ein mann sagt: "Mach dir keine Sorgen, ich kümmere mich darum. Ich fahre, kein Problem."

Interview: Oktober 2004

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