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Interview mit Alexandra Maria Lara zu Cowgirl

Napoleons Geliebte, Hitlers Sekretärin, modernes Cowgirl und bald Märchenbraut: Deutschlands neue Traumfrau ist beruflich schon weit herumgekommen. Privat allerdings ist sie treu wie Gold. Gini Brenner traf Alexandra Maria Lara, 26, in München.

SKIP: In Cowgirl geht´s um eine Frau auf der Suche nach dem Glück. Wie geht´s dir selber damit? Hast du das Glück schon gefunden?

Alexandra Maria Lara: Ich glaube schon, ja. Aber was ist eigentlich Glück? Ein wichtiger Faktor ist, wenn man gesund ist und in einem halbwegs friedlichen Land aufgewachsen ist. Ein weiterer Faktor des Glücks ist sicher die Liebe. Ich bin seit acht Jahren mit einem Mann zusammen, den ich sehr liebe und der mich sehr liebt, und das macht mich seit acht Jahren glücklich. Also, ich würde sagen, Gesundheit und Liebe sind sowas wie Grundvoraussetzungen für Glück. Aber dazu brauchen wie alle noch diese Glücksmomente, wo wir unser Glück auch wirklich als solches empfinden - ein perfekter Sonnenaufgang, oder Schnorcheln (grinst).

SKIP: Du hast jetzt schon so lange Glück in der Liebe, und auch im Job läuft´s für dich seit Jahren super - wird dir so viel Glück nicht auch mal langweilig?

Alexandra Maria Lara: Nun, der große Vorteil ist ja, dass ich diesen tollen Beruf ausüben darf, der für sich selber schon sehr abwechslungsreich ist. Ich drehe zwar seit zehn Jahren ständig Filme, aber dadurch, dass ich immer völlig unterschiedliche Sachen mache und an völlig verschiedenen Orten drehe, kann das gar nicht langweilig werden. Und in meiner Beziehung ist das ähnlich: Wir haben zusammen gewohnt, sind dann wieder auseinandergezogen - wir haben immer versucht, unsere Beziehung in Bewegung zu halten.

SKIP: Ist dein Freund nicht eifersüchtig, ob nun auf den Erfolg oder die anderen Männer, die du in deinen Filmen küsst?

Alexandra Maria Lara: Oh nein, gar nicht. Erstens ist er selber ziemlich erfolgreich in seinem Job, nur halt nicht im Showbiz. Und was andere Männer oder Frauen betrifft, bin ich in unserer Beziehung die Eifersüchtige. Es hat sich in letzter Zeit gebessert - aber ich hab schon einige ziemlich heftige Szenen hingelegt (lacht).

SKIP: Aber wie ist das denn bei dir? Wenn du einen ganzen Drehtag lang spielst, in deinen Filmpartner verliebt zu sein, geht das dann am Abend so einfach wieder weg?

Alexandra Maria Lara: Weißt du, das ist ja nicht immer so romantisch ... ich musste auch schon mit Filmpartnern verliebt spielen, auf die ich so gar nicht stand, so überhaupt nicht! Brrr ... (lacht). Aber dann gibt´s natürlich Kollegen, mit denen man sich gut versteht, und dann ist das schwer ok. Aber generell hab ich kein Problem mit den gespielten Gefühlen, ich steiger mich da nicht so rein. Ich muss nicht unbedlingt ein Paar Original-Schuhe tragen, um eine Original-Emotion rüberzubringen. Ich muss auch nicht in meinen Filmpartner verliebt sein, um ihn verliebt angucken zu können. Ich kann auch einen grünen Punkt an der Kamera verliebt angucken.

SKIP: In letzter Zeit bist du ziemlich omnipräsent, man sieht dich überall - im Kino mit Der Untergang und jetzt Cowgirl, im TV u.a. mit Napoleon oder Der Wunschbaum ...

Alexandra Maria Lara: Natürlich habe ich manchmal Angst, dass mir das alles über den Kopf wächst. Aber die hatte ich eigentlich seit Beginn meiner Karriere (lacht). Aber als ich mit 16 Jahren zu drehen begann, war es immer eine ganz bestimmte Sorte Menschen, die ich am Set interessant gefunden hab: Nämlich die, die normal geblieben sind. Das war für mich auch immer ein Ziel.

SKIP: Kannst du dir eigentlich vorstellen, so wie die Paula in Cowgirl als Hausfrau zu leben - ganz ohne Glamour, nur mit Kind und Heim und Mann?

Alexandra Maria Lara: Ich kanns mir nicht nur vorstellen, ich sehne mich sogar danach. Allerdings noch nicht so bald. Und ich glaub, ich hätt dann doch den Drang, auch noch irgend etwas anderes zu machen.

SKIP: Was ist dein nächstes Filmprojekt?

Alexandra Maria Lara: Ich hab vor kurzem mit Helmut Dietl Vom Suchen und Finden der Liebe abgedreht, nach einem Buch von Patrick Süskind. Und jetzt komme ich gerade aus Japan. Dort haben wir die ersten Szenen von Doris Dörries neuem Film gedreht.

SKIP: Worum wirds da gehen?

Alexandra Maria Lara: Es ist eine moderne Version des Gebrüder-Grimm-Märchens Der Fischer und seine Frau. "Meine Frau, die Ilsebill, die will nicht so wie ich es will!" ... Ich spiele die Ilse. Die Frau, die immer mehr will und einfach nicht genug kriegen kann.

Interview: Oktober 2004

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