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Interview mit Dennis Quaid zu Reine Chefsache

Dennis Quaid hat keine Probleme mit dem Älterwerden. Für Hollywoodstars gibt es schließlich kein Pensionsdefizit. SKIP traf ihn zum Herrenabend.

An sich trägt Dennis Quaid ja das Image des etwas eitlen Hollywood-Gecks, der sein jugendliches Aussehen gern über die Maßen betont. In Reine Chefsache allerdings beweist er Mut zur Wahrheit: Als 51-Jähriger spielt er einen 51-Jährigen. Auch zum Interview erschien er nicht gerade hochglanzpoliert. Aber das liegt wohl eher am legendären Berlinale-Nachtleben als am gesetzen Alter.

SKIP: Sehen Sie eine Parallele zwischen der Geschichte dieser beiden unterschiedlich alten Männer, die um eine Position kämpfen, und Ihrer Karriere als Schauspieler?

Dennis Quaid: Nein, weil mir beim Film niemand, der 20 Jahre jünger ist, meinen Job wegnehmen kann. Topher Grace hätte ja nicht meinen Part spielen können. Und ich umgekehrt nicht seinen.

SKIP: Aber die Tatsache, dass um Jobs so hart gefightet wird, ist auch in Hollywood ein Thema …

Dennis Quaid: Schon, aber wenigstens sind die Jungs, die mit mir um Jobs fighten, zwangsläufig auch in meinem Alter. Ich kämpfe nicht gegen 30-Jährige. Also ist das schon was anderes als in der Wirtschaftswelt.

SKIP: Was glauben Sie ist das große Drama am Älterwerden für die Filmindustrie?

Dennis Quaid: Ich weiß nicht. Älterwerden ist ja eigentlich keine so große Sache. Wir werden alle älter, schon wenn wir nur hier sitzen. Es gibt keine großartigen Alternativen. Also sollten wir uns schleunigst damit abfinden.

SKIP: Aber mit Filmen wie Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich, Sideways, Was das Herz begehrt oder eben Reine Chefsache hat Hollywood nun ohnehin die Erwachsenen "entdeckt"...

Dennis Quaid: Ich würde das sehr gerne auch so sehen. Ich bin Teil der Babyboom-Generation, wir sind mit Abstand das größte Segment der Gesellschaft. Aber trotzdem sind halt die meisten Kinogeher zwischen 15 und 25, weil die als einzige ständig aus dem Haus wollen. Die Älteren wollen erst dann wieder raus, wenn sie die erste Scheidung hinter sich haben (lacht).

SKIP: Sind Sie selbst schon mal gefeuert worden?

Dennis Quaid: Nein, zumindest nicht beim Film. Als Kellner wurde ich mal rausgeschmissen. Aber das war von mir beabsichtigt (lacht).

SKIP: Was wäre aus Ihnen geworden, wären sie nicht zur Schauspielerei gekommen?

Dennis Quaid: Ich hab absolut keine Idee, wirklich nicht. Ich wär wohl ein Taugenichts, maximal ein abgetakelter Musiker. Ich kann keinen Job länger als drei Monate aushalten. Also bin ich im Filmbiz wohl richtig aufgehoben (lacht).

SKIP: Sie haben viele Action- und Thriller-Parts gespielt, hier müssen sie in erster Linie Ironie und Humor einsetzen. Was machen Sie lieber?

Dennis Quaid: Ich hab da keine Präferenzen. Sowas wie Reine Chefsache ist natürlich in gewisser Hinsicht leichter zu filmen. Bei Actionfilmen wird man immer so schmutzig (lacht).

SKIP: Requisiten aus Filmen lassen sich heute sehr gewinnbringend über das Internet versteigern. Haben Sie aus Ihrer langen Karriere auch Zeugs zu Hause gehortet, das sie mal verkaufen könnten?

Dennis Quaid: Schon, aber davon geb ich nichts her. Ich hab z. B. immer noch die Fliegerjacke, die ich in Der Stoff, aus dem die Helden sind trug. Ein Stück Kleidung versuch ich mir von jedem Film zu behalten.

SKIP: Was ist eigentlich die größte Veränderung in Hollywood seit Beginn Ihrer Karriere?

Dennis Quaid: Als ich begann, war die Welt noch kein großes multinationales Unternehmen. Die "Irrenanstalt" Hollywood wurde noch von den Verrückten selbst geleitet (lacht). Damals wurden noch Filme gemacht wie Bonnie und Clyde, Scarecrow, Taxi Driver. Wegen solchen Filmen wurde ich überhaupt Schauspieler. Aber dann hat Star Wars die Filmwelt nachhaltig verändert. Damals begriffen die Studios, wieviel mehr Geld aus Filmen und Merchandising rauszuholen ist. Und schließlich begannen größere Firmen, die nichts mit dem Filmbiz zu tun hatten, die Studios aufzukaufen. Ab da wurde es ein völlig anderes Spiel. Und heute geht´s im Endeffekt auch beim Film letztendlich nur darum, wieviel am Ende für den Aktionär übrigbleibt.

Interview: Februar 2005

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