Kreuzchecker am Dönerphone

Interview mit Stefan LustErkan Maria Moosleitner zu Der Tod kommt krass

Erkan & Stefan sind besser als ihr Ruf. Bayrische Döner-Hopper, die nicht nur voll krass, sondern auch total klug sind. Mit wem sonst könnte man am Telefon über so unterschiedliche Themen wie nervige Leichen, aggressive Tranquilizer, Tatort-Kommissare und Döner-Survial-Kits sprechen?

Stefan: Hey, Typ von SKIP, wofür steht SKIP eigentlich? Unser Problem ist nämlich, dass wir nicht wissen, ob das eine Abkürzung ist, die dann auf uns blöd zurückfällt.

Erkan: So Krass Intelligente Pause - oder so was. Das wäre voll peinlich, wenn die Leute jetzt denken wir wären intelligent. Es heißt nämlich: Dumme Bunnies sind gut im Bett. Aber meines sagt, das gilt für Checker genauso.

SKIP: Euer Film spielt auf einen Kreuzfahrtschiff. Ganz schön mutig. Spätestens seit der Titanic weiß man ja, wie so etwas ausgehen kann...

Stefan: Da hast du völlig recht, Mann. Wir haben zur Sicherheit Handys mitgehabt, aber nach fünf Minuten auf dem Meer war der Empfang voll im Arsch. Da ist nix mehr mit SOS rufen oder so.

Erkan: Ich habe auch gedacht, vielleicht haben die schwimmende Handymasten oder so was. Aber da wo wir waren, ganz oben am Nordpol, da gibt es gar nix. Nicht mal Sonnenuntergang. Die sind total arm da oben.

Stefan: Wir haben einen Volleyball mitgehabt. Zur Sicherheit, falls wir mal jemand zum Reden brauchen.

SKIP: Wieso seid ihr eigentlich Richtung Norden gefahren und nicht Richtung Süden?

Erkan: Das hab ich den Stefan auch gefragt! Das ist so das Problem, dass im Sommer die Rentner sagen: "Hey, ich muss mal das Nordkap sehen, ich muss mal Spitzbergen sehen, bevor ich sterben tu." Und wir hatten halt keine Chance, wir sind mitgefahren. Ich habe gedacht, wir haben ein Südfahrtschiff, dabei hatten wir ein Nordfahrtschiff - und deshalb nennt man das Kreuzfahrtschiff, wegen der verschiedenen Richtungen.

SKIP: Plötzlich habt ihr eine Leiche am Hals. Das kann jedem passieren in Zeiten wie diesen. Kriege ich Tipps, wie man mit so einer Situation umgeht?

Erkan: Wir haben wir so getan, als ob der noch am Leben wäre. Das ist der brutale Stress.

Stefan: Also erst mal Zeit lassen ist meine Empfehlung. Abwarten. Schauen was passiert. Vielleicht wird der ja wieder lebendig.

Erkan: Den perfekten Tipp haben wir auch nicht. Wir haben versucht, den über Bord zu schmeißen. Wir sind mit ihm Eis essen gegangen. Wir wollten ihn zerstückeln, in den Wäscheschacht werfen, aber egal was du gemacht hast, der Typ kam immer wieder. Das war halt schon ne besonders krasse Leiche.

SKIP: Zeit lassen ist kein richtig guter Tipp. Irgendwann beginnt das ja zu riechen.

Erkan: Zeit lassen ist relativ. Wenn du richtig lang Geduld hast, dann ist er irgendwann weg.

Stefan: Wenn du mit dem Schiff über Datumsgrenze fährst, hast du zum Beispiel wieder einen Tag gewonnen. Problem ist bloß auf Schiff: Du kannst ihn halt nicht vergraben.

SKIP: Wo ihr euch da schon so gut auskennt: Habt ihr schon an eine Karriere als Tatort-Kommissare gedacht? Der Schimanski wird schließlich auch nicht jünger.

Stefan: Coole Idee, Mann. Da hätte ich schon voll Bock drauf. Das habe ich mir immer gewünscht: Die zwei Krassen im Trainingsanzug einmal auf der anderen Seite.

Erkan: Wir haben auch Verbindung zur Unterwelt. Ich kann mir das gut vorstellen. Tatort mit Stefan & Erkan: Die härteren Geschichten und die schnelleren BMWs.

SKIP: Es heißt immer, so eine Seereise soll voll erholsam für die Nerven sein?

Stefan: Das stimmt. Das ist voll unangenehm, weißt du, wenn du voll Power drauf bist, dann schaust du aufs Meer und auf einmal kommst du voll ruhig drauf.

Erkan: Wie ein aggressiver Tranquilizer. Deswegen haben wir uns auch die Produzenten-Schuhe angezogen. Weil da wirst du immer gestresst.

SKIP: Ihr wart 17 Tage auf hoher See. Da isst man doch die ganze Zeit, oder?

Stefan: Das ist geil. Die alten Leute machen das ja nur, damit sie ganz viel Essen dürfen. Für mich gab es da zwei Probleme. Erstens: Alte Leute brauchen kein Gewürz. Und zweitens: Als die alten Leute angefangen haben zu essen, da gab es noch keinen Döner. Die kennen das gar nicht. Die haben jetzt gerad mal Handy gelernt. Döner verstehen die noch nicht.

SKIP: Es gab kein Döner-Survival-Kit?

Stefan: Doch. Ich hab einen dabei gehabt. Für allerletzte Not am Mann. Am liebsten hätte ich unseren Dönertier-Imbissstand mitgenommen. Aber der hat nicht aufs Schiff gepasst.

SKIP: Ihr sagt, dass die Hektik in diesem Film aus der Ecke von Louis de Funes kommt?

Stefan: Der Heiko hat mal ein paar DVDs auf dem Flohmarkt gekauft, da war Louis de Funes mit dabei. Hey Alter, da hab ich mich aber so was von weggeschmissen.

Erkan: Das gibt es heute gar nicht mehr. Heute wird überall nur gekotzt und gewixt und geschissen in den Komödien, das ist schon lustig, aber das wollten wir halt bewusst nicht machen. Wir wollten eher krass sein.

SKIP: Louis de Funes ist der Großmeister im blöd schauen.

Stefan: Der Erkan kann das auch voll gut.

Erkan: Ja. Wir haben unser Bestes gegeben. Wenn du auf so einen Dampfer kommst und da sind 800 Rentner, da schaust auch erst mal blöd.

Interview: April 2005

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