Schussecht

Interview mit Eva Longoria zu The Sentinel - Wem kannst du trauen?

Als Agentin neben Kiefer Sutherland und Michael Douglas tauscht derDesperate Housewives-Star die Seidenwäsche gegen einen Pistolengürtel. Wobei ihr dieser Part weit näher liegt, wie sie Elisabeth Sereda im Interview erklärt.

Eva Longorias Familie stammt aus Mexiko. Die jüngste von vier Schwestern war früher die Schönheitskönigin von Corpus Christi, tanzte für die Pussycat Dolls und ließ sich zur Kinesiologin ausbilden, bevor die TV-Serie Desperate HousewivesKult-Star-Status brachte. Privat ist die 31-jährige mit dem 23-jährigen französischen Basketball-Profi Tony Parker liiert, der in der NBA mit großen Erfolg für die San Antonio Spurs spielt. So ist sie nur in Hollywood weltberühmt, daheim in Texas ist er der Star.

SKIP: Mit dem Traumpart der berechnenden Erotik-Bombe Gabrielle aus der Kult-TV-Serie Desperate Housewives wurden Sie zum Star. Jill, die Secret Service-Agentin, die Sie in The Sentinel spielen, ist das genaue Gegenteil davon. Diese Dame sieht zwar auch sehr scharf aus, aber trotzdem wird in ihrem Leben Pflichterfüllung weit größer geschrieben als Erotik. Welcher Frauentyp liegt Ihnen persönlich mehr?

Eva Longoria: Auf jeden Fall Jill. Die ist mir viel ähnlicher. Jill hat moralische Bedenken, die würde nicht wie Gabrielle über Leichen gehen, um ihren hübschen Kopf durchzusetzen. Außerdem kann sie gut mit ihrer Pistole umgehen - und ob sie das nun glauben oder nicht: Ich bin auch ganz gut mit der Knarre! Jill setzt nicht nur ihren Körper ein, im Gegenteil, sie ist sehr darauf bedacht, auch mit Köpfchen zu punkten. Ich habe die Rolle angenommen, um aus dem Klischee der Desperate Housewives auszubrechen, schließlich will ich nicht bis zur Rente nur die Gabrielle spielen.

SKIP: Jill denkt logisch, sie löst ihre Fälle mit kühlem Intellekt. Auch das kommt Ihnen bekannt vor?

Eva Longoria: Klar. Als Mensch kann ich Jill sehr gut verstehen, schwierig war nur, ihren Beruf zu kapieren. Ich musste herausfinden, was sie in den Secret Service treibt, warum eine Frau an dieser in sich geschlossenen Machowelt derartigen Gefallen findet. Ich habe mit einigen Agentinnen gesprochen. Die waren alle extrem ehrgeizig. Und so wie Jill haben sie ihr Aussehen total runter gespielt, das müssen sie tun, um von den Männern ernst genommen zu werden. Könnte ich beim Secret Service arbeiten? Nein. Die müssen genaue Regeln befolgen. Das ist mir zuwider. Mein Leben kennt keine Regeln.

SKIP: Sind Frauen die besseren Agenten?

Eva Longoria: Ja, weil sie auf ihren Instinkt vertrauen. Und sie sind auch die besseren Schützen! Michael Douglas und Kiefer Sutherland haben Ihnen sicher erzählt, dass ich viel besser schießen kann als sie. Ist doch klar: Männer lassen sich vom Adrenalin antreiben, Frauen benützen ihr Hirn.

SKIP: Können Sie wirklich so gut schießen?

Eva Longoria: Ich kann besser mit der Pistole umgehen als 90 Prozent der Cops in Kalifornien! Hat mir mein Daddy beigebracht. Ich bin auf einer Ranch aufgewachsen. Wir haben dauernd geschossen, auf Dosen, Flaschen und bei der Jagd natürlich auch auf Tiere.

SKIP: The Sentinel ist Ihr erster großer Kinofilm. Waren Michael Douglas und Kiefer Sutherland coole Kollegen?

Eva Longoria: Zuerst hatte ich Angst vor Kiefer. Ich dachte, der ist immer so verbissen und ernst, was tu ich da bloß? Aber dann hat er sich doch als sehr witzig herausgestellt. Und Michael ist ein großer Fan von Desperate Housewives. Wussten Sie das? Er und Catherine schauen sich die Serie jede Woche an.

SKIP: Es ist kaum bekannt, dass Sie sich abseits der Kamera sehr stark für die Wettbewerbe der Special Olympics engagieren...

Eva Longoria: Das ist mir sehr wichtig, weil ich selbst mit einer Schwester aufgewachsen bin, die geistig behindert ist. In der Gesellschaft stehen solche Menschen oft am Rand, aber bei uns war sie der Mittelpunkt der Familie. Meine Mutter hat allein ihretwegen sogar eine Ausbildung als Sonderschullehrerin absolviert. Ich habe schon als Kind gelernt, dass diese Menschen unsere Aufmerksamkeit brauchen. Für mich ist das ganz normal. Kein Grund, groß darüber zu reden.

SKIP: Ihr guter Freund Jamie Foxx hat unlängst ausgeplaudert, dass sie sehr bald ihren Baseball-Liebling Tony Parker heiraten werden. Dürfen wir uns auf eine richtig schöne Hollywood-Hochzeit freuen?

Eva Longoria: Sorry, da wird nichts draus. Jamie ist eine alte Plaudertasche, ich mag ihn sehr gern, aber man darf wirklich nicht alles glauben, was der so von sich gibt. Warum sollte ich Tony Parker heiraten? Ich bin ja noch nicht einmal verlobt mit ihm.

Interview: April 2006

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