Flugbegleiter

Interview mit Bryan Singer zu Superman Returns

Als Kind träumte Bryan Singer davon, Superman zu sein. Jetzt hat er selber genug Hollywood-Superkräfte, um seinem Lieblingshelden zum Kino-Höhenflug zu verhelfen.

SKIP: Lois Lane schreibt im Film den Artikel "Warum die Welt auch ohne Superman auskommt" – und bekommt dafür den Pulitzerpreis. Wie denken Sie darüber? Braucht die Welt einen Superhelden?

Bryan Singer: Schwer zu sagen. Die Welt, wie sie in meinem Film ist, ganz sicher. Und die wirkliche Welt? Ich glaube nicht, dass sie einen braucht, aber manchmal wäre ein Superman doch sehr praktisch (lacht).

SKIP: Woher stammt Ihre Faszination für Superman?

Bryan Singer: Ich wude adoptiert, ich war ein Einzelkind und sehr einsam. Und natürlich identifizierte ich mich als kleiner Junge mit Superman. Ich stellte mir vor, dass ich auch geheime Kräfte habe und dass ich in Wirklichkeit vom Planeten Krypton stamme. Superman ist der stärkste aller Superheroes, und gleichzeitig ist er der ultimative illegale Einwanderer! (lacht)

SKIP: Im Jahr 2006 ist man Superheroes gewöhnt, die um einiges cooler aussehen als der Typ mit der Schmalzlocke und dem Stretchtrikot. Haben Sie versucht, den Look etwas upzudaten?

Bryan Singer: Man kann Superman nicht künstlich modernisieren. Das Stretchtrikot und das Stirnlöckchen sind einfach Teil von Superman. Ich machte das Rot und das Blau einen Hauch dunkler, weniger grell, aber das wars auch schon. Mit der Essenz von Superman wollte ich nicht rumspielen. Das hätte ich nie gewagt. Das ist so, wie wenn man Spider-Man ohne Maske zeigt.

SKIP: Es gibt eine lange Liste von berühmten Schauspielern, die gern Superman gespielt hätten: Ashton Kutcher, Josh Hartnett, Nicolas Cage, Brendan Fraser ... Warum entschieden Sie sich für den unbekannten Brandon Routh?

Bryan Singer: Ich wollte, dass sich das Publikum mit Superman identifiziert und nicht mit dem Superstar, der ihn spielt. Und es gibt vieles an Brandon, was an Superman erinnert. Und auch vieles, das er mit Clark Kent gemeinsam hat. Deshalb fiel letztlich die Entscheidung eindeutig zu seinen Gunsten.

Interview: Juni 2006

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