Schmähsicher

Interview mit Gregor Bloéb zu Lapislazuli - Im Auge des Bären

Mit Dancing Stars stieg der Tiroler Gregor Bloéb in die erste Liga der österreichischen Showstars auf. In Lapislazuli - Im Auge des Bären präsentiert er sich als Bösewicht, im Gespräch mit SKIP als Schmähkaiser. Die Mischung hat was.

SKIP: Sie tanzen ja gar nicht in diesem Film!

Gregor Bloéb: Wir haben Lapislazuli – Im Auge des Bären vor einem Jahr gedreht. Dancing Stars kam erst danach. Aber ab jetzt tanze ich natürlich in jedem Film. Das steht in meinem Vertrag. Sonst hätte ich diese ganzen Pirouetten ja umsonst gelernt.

SKIP: Tschuldigung, dass ich jetzt direkt werde, aber in Lapislazuli - Im Auge des Bären gibt es nur sympathische Charaktere – außer Ihrer Rolle. Grob gesagt: Sie sind das einzige Arschloch im Film.

Gregor Bloéb: Das war die Aufgabe. Deswegen bin ich besetzt worden. Stimmt schon, in Lapislazuli – im Auge des Bären bin ich das Arschloch. Aber die eigentliche Frage lautet doch: Liegt das an mir oder liegt das am Drehbuch?

SKIP: Gar keine Angst, dass die Kinder Sie hassen werden nach diesem Film?

Gregor Bloéb: Das kann ich Ihnen erst nach der Premiere in Innsbruck beantworten. Aber in Tirol lieben mich die Kinder. Da erkennen mich sogar die Kleinen auf der Straße. Weil ich regelmäßig Benefizveranstaltungen zugunsten des Vereines "Rettet das Kind – Tirol" mache.

SKIP: In Tirol stehen Sie gerade für den neuen Film des Die fetten Jahre sind vorbei-Regisseurs Hans Weingartner vor der Kamera ...

Gregor Bloéb: Das ist ein sehr spannendes Projekt. Moritz Bleibtreu spielt einen Fernsehmacher, der eine nationale Bildschirmrevolution auslöst, indem er heimlich die Quoten vertauscht und dadurch Minderheitenprogramme in Massensendungen verwandelt. Ich spiele einen Programmchef dieses Privatsenders, also den Vorgesetzten von Moritz Bleibtreu.

SKIP: Schon wieder ein Bösewicht?

Gregor Bloéb: Selbstverständlich. Aber wenn man so sympathisch ist wie ich, wenn man dauernd so positiv in den Medien präsent ist, dann darf man so etwas schon spielen. Außerdem liebe ich Abwechslung. Wer will schon immer nur der Nette sein.

SKIP: Die Geschichte von Lapislazuli spielt in Ihrer unmittelbaren Heimat in Tirol. Sehen Sie das als Heimatfilm?

Gregor Bloéb: Heimatfilm nicht. Mit der Heimat hat die Geschichte weniger zu tun. Ich sehe das als Kinderfilm, als Jugendfilm, als Familienfilm im wahrsten Sinn des Wortes. Mir hat das Drehbuch extrem gefallen, weil es um Suchende geht. Diese beiden Kinder, der Neandertalerbub und das Urlaubermädchen suchen nach etwas Wahrhaftigem, nach dem Sein.

SKIP: Angenommen Sie selbst stoßen beim Wandern im Gebirge so wie Ihre Filmfigur auf einen Neandertaler. Wie würden Sie reagieren?

Gregor Bloéb: Kommt drauf an, was ich dabei habe. Wenn ich ein Gewehr dabei habe ... nein, das war ein Spaß. Ich glaube, bei so einer Begegnung würde ich sofort an "Versteckte Kamera" denken. Hallooo, reingefallen, könnt´s rauskommen – so was in der Art. Aber was der Neandertaler tut, wenn ich mich so aufführe, kann ich natürlich nicht beantworten.

Interview: August 2006

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.