Ex wie Exclusive

Interview mit Uma Thurman zu Die Super-Ex

Uma Thurman ist die personifizierte Ausnahme von der Regel. Sowohl privat als auch beruflich liebt sie‘s außergewöhnlich – kein Wunder, dass sie sich in der Rolle der anspruchsvollen Superheldin G-Girl so richtig in ihrem Element fühlte.

Nach zwei Scheidungen – von Gary Oldman und Ethan Hawke – hat Uma in Sachen Schluss machen mehr Erfahrung, als ihr lieb ist. Auch mit Lover Andre Balazs hat sie schon eine Trennung hinter sich gebracht, aber jetzt ist sie wieder glücklich mit ihm und scherzt im Interview ausgelassen über Kusslektionen, Zukunftspläne und Supersex.

SKIP: Uma, in Die Super-Ex spielen Sie eine Frau, die genau weiß, was sie will: In einer der lustigsten Szenen bringen Sie ihrem reichlich ahnungslosen Filmpartner Luke Wilson bei, wie man richtig küsst. Mussten Sie das im richtigen Leben auch schon mal machen?

Uma Thurman: Ja, klar! Wer nicht? Mussten wir nicht schon alle mal jemandem zeigen, wie wir´s wirklich haben wollen? Manchem weniger, manchem mehr (lacht). Obwohl ich persönlich die Kuss-Instruktionen im Film gar nicht so gut finde. "Die Zunge schnalzen lassen" – das ist ja wirklich witzig. Aber ich persönlich möchte nicht, dass es jemand bei mir schnalzen lässt (lacht)!

SKIP: Können Sie sich an Ihren ersten Kuss erinnern?

Uma Thurman: Aber natürlich! Es war sehr seltsam, und ich war sehr jung. Der Typ war ein Freund meines Bruders und er begrapschte mich, steckte mir seine Zunge in den Rachen und machte Kreisbewegungen. Und dann rannte er weg (lacht)! Hat einfach die Flucht ergriffen!

SKIP: In Die Super-Ex nehmen Sie bittere Rache an dem Mann, der Sie verlassen hat – mit all Ihren Superkräften. Wie halten Sie´s mit der Vergeltung? Hatten Sie schon mal den Drang, es jemandem so richtig heimzuzahlen?

Uma Thurman: Nein, da bin ich ganz anders. Das Schlimmste, was man tun kann, ist, ewig wütend zu sein. Man vergiftet doch nur sein eigenes Leben damit. Nachtragende Menschen tun mir wirklich leid.

SKIP: Haben Sie schon jemals um einen Mann gekämpft?

Uma Thurman: Nein. Ich sehe mir zwar wirklich gerne diese Trash-Talkshows an, in denen sich Frauen um einen Typen prügeln, aber ich würde das nie machen. Das ist sowas von unter meinem Niveau.

SKIP: Uma, Ihre Filmrollen scheinen immer ein wenig Ihre private Situation widerzuspiegeln – nach Ihrer Hochzeit mit Ethan Hawke gab´s Liebesfilme, während die Scheidung lief, Dramen. Haben Sie´s momentan gerade lustig?

Uma Thurman: (lacht) Ja, schon! Ich wollte aber immer schon mal wieder eine Komödie machen, ich habe ja noch nicht so viele gedreht. Und dann kam das Angebot für Die Super-Ex: Ich habe mich sofort in diese durchgeknallte Heldin verliebt.

SKIP: Das Genre der Komödie gilt ja nicht unbedingt als einfach zu spielen – nichts ist bekanntlich so schwer rüberzubringen wie eine gute Pointe. Hatten Sie Angst vor dem Witz?

Uma Thurman: Das Einzige, wovor ich wirklich Angst hatte, waren die Interviews nach dem Dreh – und Fragen wie "Haben Sie mal Ihren Mann geschlagen?" (lacht). Aber zum Glück kamen die gar nicht.

SKIP: Haben Sie mal Ihren Mann geschlagen?

Uma Thurman: (lacht schallend) Kein Kommentar!

SKIP: Die Message dieses Films ist: Frauen führen, Männer folgen. Trifft das im Leben Ihrer Meinung nach auch zu?

Uma Thurman: Hoffentlich nicht! Aber ich habe keine wirkliche Meinung zum Thema Mann-Frau-Beziehung. Ich suche da noch immer nach Antworten (lacht)! Wir haben das alles ja parodiert. Und ich hatte für meine filmischen Machtgelüste mit Luke einen wunderbaren Partner. Nicht sehr viele männliche Schauspieler würden es zulassen, dass ich sie schon bei der ersten Probe an der Nase packe und quer durch den Raum ziehe (grinst)!

SKIP: Reden wir über die Super-Sexszene …

Uma Thurman: Gern! Ich kann mir keine witzigere und bessere Sexszene vorstellen als diese! Zumindest nicht in amerikanischen Filmen. Wir sind ja so prüde hier, es ist ein Albtraum.

SKIP: Uma, Ihr nächster Film wird auch wieder eine Komödie sein, stimmt das?

Uma Thurman: Ja, genau,Accidental Husband. Ein Projekt, das ich schon seit Jahren umsetzen will. Aber dann gibt es wieder Drama pur: Ich möchte unbedingt in der Verfilmung des Öko-ThrillersDer Schwarm mit dabei sein. Ich arbeite gerade mit einer meiner ältesten Freundinnen daran, die mit ihrem Mann in Köln eine Produktionsgesellschaft hat.

Interview: Juli 2006

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