Hexenpolitik

Interview mit Nina Hagen zu 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Zwischen Popstars, Zwergenklamauk und Weltverbesserungs-TV: Die Queen of Punk im SKIP-Kurzinterview.

SKIP: Wie ist dein Verhältnis zu Märchen?

Nina Hagen: Mein Papa war sehr lustig. Er war Halbjude und ist von den Nazis gefoltert worden und hat dann im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft, aber er hat mir immer Märchen und lustige Geschichten vorgelesen. Das singende, klingende Bäumchen, Frau Holle und so. Daraus hab ich viel gelernt, zum Beispiel, dass die Schönheit von innen kommt, das hab ich schon von Kindheit an gewusst.

SKIP: Ist die böse Hexe eine Traumrolle für jede Schauspielerin?

Nina Hagen: Ja, ich glaube schon. Weil sie ein Sinnbild für kranke Menschen ist, die glauben, dass sie größer, wichtiger, mächtiger sind als die anderen und alle ihre Feindbilder beseitigen können.

SKIP: Warum erlebt der deutsche Humor derzeit eine derartige Hochblüte, wo die Deutschen doch eher als humorlos bekannt sind?

Nina Hagen: Es gab in Deutschland schon immer revolutionäre Humoristen. Ich glaube, Deutschland ist deswegen als humorlos verschrieen, weil die Politik so ein schmutziges Spiel ist, und das verschmiert sich dann auf ein ganzes Volk. Aber das ist nicht so. Es gibt ganz viele Freidenker in allen Nationen. Wir sollten uns mehr auf die konzentrieren und nicht auf die Politiker.

Interview: September 2006

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