Prince of Bollywood

Interview mit Karan Johar zu Kabhi Alvida Naa Kehna - Never Say Goodbye

Karan Johar ist Indiens erfolgreichster Regisseur. Peter Krobath traf ihn in Hamburg.

SKIP: Bei uns hätte man eine ganze Fernsehserie aus diesem Stoff gemacht ...

Karan Johar: Stimmt. Aber das indische Publikum liebt lange Filme mit Humor und Gefühl und Singen und Tanzen. Bei uns würde keiner verstehen, warum man eine große Geschichte nicht auch groß erzählen soll. Solche Filme funktionieren in Indien wie Spider-Man oder Superman Returns. Und Peter Jackson wurde schließlich auch nicht gefragt, warum er Der Herr der Ringe: Die Gefährten nicht viel kürzer gemacht hat.

SKIP: Warum spielt Ihre Geschichte in New York City?

Karan Johar: Der Film erzählt von einer außerehelichen Beziehung. Zwei Menschen, die bereits mit anderen verheiratet sind, verlieben sich ineinander. In Indien wäre diese Geschichte so nicht möglich. Diese beiden könnten sich nirgends treffen, ohne dass sofort ein Nachbar davon Wind bekommt. New York ist eine anonyme Stadt. Da ist das möglich.

SKIP: Ihr New York ist nicht gerade Martin-Scorsese-Style ...

Karan Johar: Schönheit ist ein wichtiger Bestandteil der indischen Kultur. Wenn ich einen Film in Bombay drehen wollte, würde ich wie Scorsese arbeiten und auch Schattenseiten zeigen. Aber wenn ich in New York drehe, will ich nur Schönheit sehen. Mein Film spielt an einem surrealen Ort, die Realität liegt in den Charakteren.

SKIP: Haben Sie einen westlichen Lieblingsregisseur?

Karan Johar: Mein absoluter Favorit ist Pedro Almodóvar. Ich liebe jeden seiner Filme. Er ist erotisch, manchmal verrückt, immer humorvoll, sehr verführerisch. Pedro würde gut nach Bollywood passen.

Interview: Oktober 2006

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.